Harry Lucks erster Bamberg-Krimi: Mord bei Symphonikern

26.4.2015, 20:30 Uhr
Zur Lesung im Buch und Medienhaus Hübscher wurden passend zum Buchtitel echte Bamberger verteilt.

Zur Lesung im Buch und Medienhaus Hübscher wurden passend zum Buchtitel echte Bamberger verteilt. © Frank Märzke

Für Harry Luck und seine Gäste im Buch und Medienhaus Hübscher war dieser Abend quasi eine Weltpremiere. "Das hier ist die allererste Lesung aus meinem allerersten Franken-Krimi", erklärte der Wahl-Bamberger. Noch keine drei Jahre sei er hier und schon wage er sich an einen Bamberg-Krimi.

"Manche mögen das als Zumutung verstehen, für mich aber bedeutet es, dass ich mich hier sehr wohl fühle." Luck ist seit 2012 Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Erzbistum Bamberg und war davor als Journalist tätig, unter anderem für den Bayerischen Rundfunk und Focus Online.

Im Jahr 2003 hatte Luck mit dem Krimischreiben begonnen: Regio-Krimis, die im Raum München spielen. Doch nach drei Jahren in der Weltkulturerbestadt scheint er und auch die Domstadt bereit für einen spannenden und humorvollen Bamberg-Krimi.

In Lucks "Bamberger Hörnla" wird ein drittes Hörnla eingeführt. Zur weltbekannte Kartoffel und zum weltbesten Gebäckstück gesellt sich ein echtes Horn - eines aus dem Orchester der Bamberger Symphoniker. Denn der etwas spießige Kommissar Horst Müller und seine junge Kollegin Paulina Kowalska müssen mysteriöse Todesfälle unter den Symphonikern untersuchen.

Während einer skurrilen und bizarren musikalischen Performance in der Konzerthalle, bei der auch der wenig kulturinteressierte Kommissar anwesend ist, fällt auf einmal eine Fagottistin tot vom Stuhl. Schnell ist klar: Es war Mord. Kurze Zeit später stirbt der zweite Musiker. Ein Serienkiller? Müller und die dynamische Kowalska ermitteln in jede Richtung.

Trotzdem bleibt es nicht bei diesem einen Handlungsstrang, denn zu den Morden kommen geköpfte Gartenzwerge hinzu, die unter anderem dem Dompfarrer, dem Oberbürgermeister und einem lokalen Reporter vor die Tür gestellt wurden. Als auch noch herauskommt, dass mit dem quasi heiligen Rezept von Bambergern gepfuscht wurde und Margarine statt Butter in den Teig gemischt wurde, ist die Verwirrung des Kommissars perfekt.

Luck liest mit besonderer Dynamik die fränkischen Stimmen in seinem Buch und bringt das Publikum nicht selten zum Lachen. Mit "Bamberger Hörnla" gelingt es ihm, das idyllische Bamberg in Worte zu verpacken und es mit dem ein wenig zu korrektem, aber sympathischen Kommissar Müller zu verbinden. Ein gelungenes Debüt, das Lust macht auf mehr.

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