Erster Verhandlungstag

Serienmörder als Idol? 19-Jährige wegen Mordverdachts vor Gericht

28.1.2022, 13:46 Uhr
Die 19-Jährige schweigt am ersten Verhandlungstag. Aber ihre Briefe lassen Rückschlüsse auf ihr Motiv zu.

© Udo Güldner Die 19-Jährige schweigt am ersten Verhandlungstag. Aber ihre Briefe lassen Rückschlüsse auf ihr Motiv zu.

Die junge Frau aus dem Landkreis Forchheim kannte Opfer nur über einen Online-Chat, so die bisherigen Erkenntnisse. Beim ersten Treffen lockte sie ihn mit dem Versprechen, die Nacht mit ihm zu verbringen, zu einem Feldweg nahe Gasseldorf.

Dort soll sie dem 39-jährigen Nürnberger die Halsschlagader aufgeschlitzt haben. Es scheint, als habe sie ihn völlig zufällig ausgewählt. Die 19-Jährige soll mehrere Chat-Partner gehabt haben, mit dem Opfer hatte es wohl als erstes mit einem Treffen geklappt.

Zwar schwieg die Angeklagte am ersten Tag der Verhandlung, doch die Briefe, die sie aus dem Gefängnis schrieb, sprechen gegen sie. Sie betitelt darin ihre Tat nicht nur selbst als "Mord", sondern bittet auch mehrfach um Bilder des US-Serienkiller Richard Ramirez. Mitte der 80er Jahre hat er in der Region um Los Angelos und San Francisco dutzende Menschen auf bestialische Art umgebracht.

Grausames Motiv

Das Motiv ihrer grausamen Tat soll nach Angaben des Oberstaatsanwaltes Michael Hoffmann in der Bewunderung für den berühmten Mörder liegen. Er sei "mein Ein und Alles. You know, I love Richard", schrieb sie in einem der Briefe.

Auch lassen die Schreiben der Angeklagten Rückschlüsse auf eine traumatische Vergangenheit der jungen Frau zu. Es ist die Rede von "Mobbing, Missbrauch und Drogen". Auch erzählt sie von einer Vergewaltigung durch ihren ehemaligen Lebensgefährten. Doch in keinem der Briefe fällt ein Wort über ihr Opfer, der nach dem Angriff im Erlanger Uniklinikum etwa drei Wochen später seinen Verletzungen erlag.

Am Dienstag, 1. Februar, wird die Verhandlung fortgesetzt. Es werden Zeugenaussagen von der Polizei und eines rechtsmedizinischen Gutachters erwartet.

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