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Dienstag, 21.05.2019

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"Bauhaus"-Jubiläum inspiriert

"werkstatt ars quo vadis" zeigt schwerpunktmäßig Textilien - 09.05.2019 13:49 Uhr

Ralf Hülbig fertig Möbel mit eigenwilligen und eigenständigen Interpretationen historischer Vorbilder und überrascht mit manch versteckten Details und außergewöhnlichen Oberflächen. © Harald Munzinger


Die Webwerkstatt war eine der produktivsten Bauhauswerkstätten und hatte schon in Weimar so großen kommerziellen Erfolg, dass sie repräsentativen Charakter für das ganze Bauhaus bekam. Der Einfluss der dort entstandenen Arbeiten der Weberinnen lässt sich bis heute in Kunst, Handwerk und Design nachvollziehen.

Bei "TEXTIL 2019" in Dachsbach ausstellende KünstlerInnen sind Susanne Heindl Weberei aus Haslach/Mühl, Österreich, Myong ae Kyong Textilkunst aus Nürnberg, Hans Merkel Handweberei und Druckgrafik aus Zeil am Main sowie Ralf Hülbig Freie Möbel und Doris Lauterbach TEXTil aus Dachsbach.

Die Ausstellung in der "werkstatt ars quo vadis" kann im Rahmen der "Offenen Ateliertage" des BBK Nürnberg Mittelfranken e.V. am Samstag und Sonntag, 18./19: Mai jeweils von 11 bis 19 Uhr besichtigt werden, vom 20. bis 24. Mai täglich von 14 bis 18 Uhr sowie am Samstag, 25. Mai von 11 bis 19 und am Sonntag, 26. Mai, von 11 bis 18 Uhr. Am zweiten Wochenende ist sie in das Projekt "Kunst in Dachsbach" integriert.

Susanne Heindl (Weberei) ist diplomierte Absolventin der Akademie für angewandte Kunst in Wien, war mehrere Jahre als Textildesignerin in New York tätig und zeigt die gesamte Bandbreite ihres Könnens: Gewebe in verschiedensten Materialien sowie individuellen Bindungen vom Schal und Kleiderstoff bis zum Bild und Objekt.

Ralf Hülbig hat ein Studium der Malerei an der Kunstakademie Nürnberg absolviert und im Vorpraktikum bei einem Möbelrestaurator die Leidenschaft vor allem für Möbel des 18. Jahrhunderts entwickelt. Bei seinen Möbeln orientiert er sich an den historischen Vorbildern mit eigenwilligen und eigenständigen Interpretationen mit faszinierenden Geheimfächern und außergewöhnlichen Oberflächengestaltungen. Aus Intarsien und Marketerien wecken sie Assoziationen an textile Muster.

Myong-ae Kyong (Textilkunst) besuchte nach dem Designstudium in Seoul die Kunstakademie Nürnberg bei Hanns Herpich. Sie präsentiert feine handgewebte Stoffe, kombiniert aus verschiedenen Bindungen, die spannende Muster ergeben. Bevorzugtes Material ist Leinen, das sie aber auch mit Baumwolle und Seide kombiniert. Ihre Begeisterung für die Klarheit des Bauhausstils und für nordisches Design zeigt sich auch in der Auswahl der kräftigen Farben. Es entstehen hauptsächlich Textilien für den Wohnbereich wie Sitzkissen, Tischläufer oder Lichtobjekte, aber auch freie Arbeiten wie Collagen aus Zeichnungen und handgewebten Stoffen.

Der Handweber und Diplomphysiker Hans Merkel hat den Schwerpunkt seiner handwerklichen Arbeit auf Stoffe aus Naturmaterialien wie Wolle und Seide für den täglichen Gebrauch gelegt. Bei Kleidung, Wolldecken, Seidenschals und -tüchern ist stets selbstverständlich ein gewisser künstlerischer Aspekt der Entwürfe dabei. Dieser zeigt sich besonders bei den Seidenschals mit faszinierenden Kompositionen aus Farben und Bindungen sind. Parallel zur textilen Arbeit entstehen auch rein künstlerische Arbeiten: Malerei, Zeichnungen und zur Zeit Holzschnitte fertigt Merkel auf einer kleinen Spindelpresse.

In der Gastgeberrolle stellt die Designerin und Handweberin Doris Lauterbach "TEXTil". Sie entwirft und webt Stoffe aus Leinen, Baumwolle und Seide, die zu Gewändern, Schals und Bildern werden. Die Formensprache und Philosophie des "Bauhauses" (Form folgt der Funktion) und die Vorliebe für japanisches design (Reduzierung auf das Wesentliche) bestimmen ihre Arbeiten. angeregt durch die Tatsache, dass Text und Textil dieselbe Sprachwurzel haben, entstehen auch Einzelstücke, die verschlüsselte Texte darstellen.

So können sich die Kunstfreunde aus der Region auf einen wird den Besuchern der "wertstatt ars quo vadis" auf eine vielseitige Ausstellung mit interessanten Beziehungen zum "Bauhaus"-Jubiläum freuen. 

nb

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