Handyortung schlug fehl

Berg-Drama in Bayern: Suche nach vermisstem Wanderer unterbrochen

Tobi Lang
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19.9.2022, 17:09 Uhr
Dieses Foto von der Suche in den Alpen veröffentlichte die Ramsauer Bergwacht am Wochenende.

© Bergwacht Ramsau Dieses Foto von der Suche in den Alpen veröffentlichte die Ramsauer Bergwacht am Wochenende.

Es sind wirklich widrige Bedingungen. Bis zu minus sechs Grad, Eis, Starkregen, Schnee, Wind - und all das auf rund 2500 Metern Höhe. Auf der Südseite des Hochkalters, einem Gipfel in den bayerischen Alpen bei Ramsau, verunglückte am Wochenende ein Wanderer. Ein Großaufgebot an Rettungskräften sucht nach dem 24-Jährigen aus Niedersachsen. Bislang vergeblich.

Klar ist: Der Mann kam alleine mit dem Zug und startete trotz des Wintereinbruchs eine Tour in den Hochalpen. Am Samstagnachmittag, teilt die Bergwacht, schlug der Niedersachse Alarm und setzte einen Notruf ab. Der Wanderer gab an, abgerutscht zu sein und sich dabei am Kopf verletzt zu haben. Auch seine Arme seien gebrochen, so der 24-Jährige.

Sofort machte sich ein Großaufgebot an Rettungskräften samt einem Helikopter auf die Suche nach dem Mann. "Gegen 19 Uhr hatten die Retter wieder Telefonkontakt zum Verunglückten, der im Schneesturm fror und nicht sagen konnte, wo er genau ist", teilt die Bergwacht mit. Die Ortung seines Mobiltelefons misslang mehrfach. Am Samstagabend musste der Einsatz wegen der widrigen Bedingungen abgebrochen werden - gefunden wurde der 24-Jährige bislang nicht.

Wegen des schlechten Wetters hätten Bergretter auch bis zum Montagnachmittag nicht erneut auf die Suche nach dem 24-Jährigen gehen können, sagte ein Sprecher des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Die Retter hätten nicht zu Fuß auf die Suche gehen könne, weil eine erhöhte Lawinengefahr bestehe, die Sicht sehr schlecht und immer noch unklar sei, wo der Mann sich befinde.

Sobald die Witterung es zulasse, wolle man erneut mit einem Hubschrauber und einem Ortungssystem versuchen, den 24-Jährigen über den Standort seines Handys ausfindig zu machen. Das könnte jedoch auch erst am Mittwoch sein. Erst dann sollen sich die Witterungsbedingungen verbessern.


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Handyortung in den Alpen schlug fehl

"Weitere Anrufe beim Vermissten schlugen zunächst fehl", teilt die Bergwacht mit. "Wobei die Retter ihn dann gegen 21.30 Uhr das letzte Mal am Handy erreichten und ihm Mut zusprachen, auf keinen Fall aufzugeben und trotz der widrigen Verhältnisse durchzuhalten." Die Eltern, die inzwischen nach Ramsau gereist sind, werden derzeit psychologisch betreut.

In der Nacht überflogen spezielle Helikopter mit Wärmebildkameras das Areal, bislang aber ohne Erfolg. Die Suche soll am Montag fortgesetzt werden.

Dieser Artikel wurde zuletzt am Montag gegen 17.10 Uhr aktualisiert.