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Corona in Bayern: Welche Regeln gelten aktuell?

28.7.2022, 09:57 Uhr
Die Maskenpflicht ist Geschichte - zumindest in weiten Teilen des öffentlichen Lebens.

© Boris Roessler, dpa Die Maskenpflicht ist Geschichte - zumindest in weiten Teilen des öffentlichen Lebens.

Zuletzt wurden die Corona-Maßnahmen in Bayern am 23. Juli gelockert. Dabei wurde die Testpflicht in Krankenhäusern etwas angepasst: Nun müssen Beschäftigte nur noch Tests vorlegen, wenn sie in Bereichen mit besonders gefährdeten Patienten arbeiten. Über ihr Hausrecht können Krankenhäuser weiterhin strengere Regeln festlegen.

Ansonsten wurden die bisherigen Vorgaben bis zum 20. August verlängert. Man findet die Corona-Maßnahmen in der sechzehnten bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (16. BayIfSMV).

Welche Regeln derzeit in Bayern gelten, lesen Sie hier (Stand: 28. Juli).

Wo gilt noch die Maskenpflicht?

Vielerorts ist das Tragen einer Maske freiwillig, an einigen bestimmten Stellen muss aber weiterhin eine Maske getragen werden. Sowohl eine OP-Maske als auch eine FFP2-Maske ist dann erlaubt.

1) in öffentlichen Verkehrsmitteln (als Fahrgast und als Angestellter mit Kundenkontakt)
2) in folgenden geschlossenen Räumen, wenn dadurch Risikopatienten (aufgrund von Krankheit oder Alter) weniger gefährdet werden:
a) in Arztpraxen
b) in Krankenhäusern und Einrichtungen für ambulantes Operieren sowie vergleichbaren Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen
c) in Dialyseeinrichtungen und Tageskliniken
d) in Rettungsdiensten
e) in voll- oder teilstationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen
f) in Gebäuden und Fahrzeugen von Rettungsdiensten
- in Obdachlosenunterkünften und Einrichtungen zur Unterbringung von Asylbewerbern, Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern

Gerade der zweite Punkt zur Frage, wann eine Maskenpflicht gilt, ist etwas komplizierter. Die genaue Formulierung lautet "soweit dies zur Abwendung einer Gefahr für Personen, die auf Grund ihres Alters oder ihres Gesundheitszustandes ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf von COVID-19 haben, erforderlich ist."

Die Staatsregierung verwies bei der Einführung des Absatzes auf die Hinweise des Robert Koch-Instituts. Beispielsweise seien Menschen ab sechzig Jahren oder mit Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere oder Krebserkrankungen besonders von einer Erkrankung gefährdet. Eine Maskenpflicht herrscht also nicht allgemein in Krankenhäusern, sondern überall dort, wo auf auf besonders gefährdete Menschen treffen könnte. Als Patient im eigenen Zimmer braucht man keine Maske zu tragen.

Für Kinder und Jugendliche gilt: Unter sechs Jahren gibt es keine Maskenpflicht.

Zusätzlich können Einrichtungen, Läden und Geschäfte über ihr Hausrecht eine Maskenpflicht festlegen. Am Arbeitsplatz gilt, was der Arbeitgeber aufgrund seiner Gefährdungsbeurteilung vorschreibt: Hier bleibt die Maskenpflicht damit gegebenenfalls bestehen.

Wo gibt es noch eine Testpflicht?

Die bayerische Regierung schreibt keine 2G-, 3G- oder 2G- plus-Bereiche mehr vor. Das heißt aber nicht, dass nirgendwo mehr ein Test nötig ist. In vulnerablen Einrichtungen wie Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen gibt es eine generelle Testpflicht für Besucher und zumeist auch eine für Mitarbeiter (Ausnahme im nächsten Absatz). Auch wer geimpft oder genesen ist, muss sich testen lassen. Ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren sowie noch nicht eingeschulte Kinder.

Mitarbeiter von Krankenhäusern brauchen einen Test, wenn sie auf einer Station oder einem Bereich mit besonders vulnerablen Patienten arbeiten. Das sind laut der Verordnung "Patienten, die aufgrund ihres Alters oder ihres Gesundheitszustandes ein stark erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf von COVID-19 haben." Die betroffenen Stationen und Bereiche werden in den Hygieneplänen benannt und den Beschäftigten mitgeteilt.

Bei den Bürgertests hat sich am 1. Juli einiges geändert. Wann Schnelltests noch kostenlos sind, lesen Sie hier. Beim Besuch darf ein Schnelltest maximal 24 Stunden alt sein, ein PCR-Test 48 Stunden. Auch ein Selbsttest vor Ort ist möglich, sofern er unter Aufsicht vorgenommen wird.

Am Arbeitsplatz entscheidet der Arbeitgeber anhand einer Gefährdungsbeurteilung, ob Corona-Maßnahmen wie 3G notwendig sind. Einrichtungen, Geschäfte und Dienstleister dürfen wie sonst auch über ihr Hausrecht Corona-Regeln wie eine 3G-Pflicht festlegen.

Regeln für Schüler und Kitas

Es gibt keine Testpflicht mehr, auch nicht bei Infektionsfällen in der Klasse oder Kita-Gruppe. Die Maskenpflicht für Schüler ist bereits vorher entfallen. Somit gibt es keinen Einschränkungen mehr beim Schul- oder Kita-Besuch. Für Lehrer und Eltern ist die 3G-Pflicht für den Besuch auf dem Schulgelände entfallen.

Schüler gelten seit dem 1. Mai nicht mehr automatisch als getestet, wenn sie eine Einrichtung mit Testpflicht (Krankenhaus, Altenheim etc.) besuchen wollen.

Folgende Maßnahmen werden lediglich empfohlen

Empfohlen werden ein Mindestabstand von anderthalb Metern, eine "ausreichende Handhygiene" und ein Tragen von medizinischen Masken oder FFP2-Masken in allen Innenräumen, in denen es nicht vorgeschrieben ist. Zudem sollen Betriebe und Einrichtungen ein Hygienekonzept erstellen, Desinfektionsmittel bereitstellen und unnötige Kontakt vermeiden. Verpflichtend ist das aber nicht.

Dieser Artikel wird immer wieder aktualisiert.

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