Der Frankenschnellweg ist eine Zumutung

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Elke Graßer-Reitzner

Lokalredaktion Nürnberg und Rechercheteam

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16.3.2021, 18:34 Uhr
Der Verkehr soll nach den aktuellen Planungen in einer Röhre verschwinden, auf dem "Deckel" soll ein Park entstehen.

© langhuggerramp, ARC Der Verkehr soll nach den aktuellen Planungen in einer Röhre verschwinden, auf dem "Deckel" soll ein Park entstehen.

Jeder Tag, der vergeht, ohne dass für Nürnbergs drängendstes Verkehrsprojekt endlich eine akzeptable Lösung gefunden wird, ist ein Tag der Zumutung. Für die Anwohner, die in Lärm und Abgasen ersticken, aber auch für die Autofahrer, die sich mangels tauglicher Alternativen durch Staus und über innerstädtisches Gebiet zwängen müssen.


Bürgermeister Vogel: Einen "Frankenschnellweg light" gibt es nicht


Die Verkehrsachse im Herzen der Metropolregion ist im jetzigen Zustand ein Ding der Unmöglichkeit, sie dürfte es so eigentlich überhaupt nicht (mehr) geben.
Von „Schnellweg“ kann beim täglich stockenden Verkehr gewiss nicht die Rede sein, und die überarbeiteten Pläne sehen vor, dass es auch künftig eher gemächlich zugeht.

Mehr Schutz für die Umwelt

Der Bund Naturschutz hat in zähen Verhandlungen mit dem bewundernswert geduldigen Bürgermeister Christian Vogel der Stadt endlich mehr Grün, mehr Schutz für die Umwelt abgerungen. Das ist gut, will man das Projekt überhaupt voranbringen.
Aber will man das wirklich? Diese Frage muss man den Beteiligten stellen.

Auf den Rathausfluren fällt schon mal der Satz, der 660 Millionen Euro teure Ausbau komme nie, angesichts der anhängigen Klagen. Auf Seiten der Umweltschützer gilt teils immer noch die Maxime, das „Dinosaurierprojekt“ absolut zu verhindern.

Und dann? Nürnberg braucht eine vernünftige Verkehrserschließung, sie muss aber zukunftstauglich sein. Die Zeiten, in denen man Franken zubetoniert, sind vorbei. Nochmal 30 Jahre an einer Fehlkonstruktion herumzudoktern, kann sich niemand mehr leisten. Dann lieber gleich die Straße dicht machen.

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