Sonntag, 16.05.2021

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Ärger mit den Gelben Säcken: Material soll bald besser werden

Landkreis Erlangen-Höchstadt hat verhandelt - Müllgebühren dürften 2022 steigen - 05.12.2020 12:12 Uhr

Ein Zupfer genügte – und schon riß ein Gelber Sack auf, sodass die Wertstoffe auf den Boden kullerten. Der Landkreis setzte nun durch, dass auf eine größere Stabilität geachtet wird.

02.12.2020 © Foto: imago images


Es ist zwar noch ein gutes Jahr Zeit, doch Landrat Alexander Tritthart wollte in der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses Bürger und Kreisräte bereits vorwarnen: Ab Januar 2022 dürften die Müllgebühren deutlich steigen.

Genaue Zahlen könne man momentan natürlich noch nicht nennen, aber die Entwicklung sei so eindeutig, dass er es für besser halte, rechtzeitig darüber zu informieren, als später kurzfristig für eine böse Überraschung zu sorgen, betonte der Landrat. Der Hauptgrund für diesen ziemlich sicheren Schritt sind erhebliche Kostensteigerungen bei den unterschiedlichen Bereichen der Entsorgung.

Deponie Lonnerstadt muss saniert werden

Hinzukommt die notwendige Sanierung der Deponie in Lonnerstadt, die allein mit 3,4 Millionen Euro zu Buche schlägt. Tritthart appellierte an die Mitglieder des Ausschusses, bei jeder Entscheidung über die Erweiterung der Angebote innerhalb der Abfallentsorgung zu bedenken, dass die Ausgaben letztlich stets die Bewohner des Landkreises zu tragen hätten.

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Nach den gesetzlichen Vorgaben müssen nämlich die Kosten in diesem Bereich auf die Bürger umgelegt werden. In anderen Landkreisen Bayerns sei bereits ein massiver Anstieg der Gebühren zu verzeichnen, stellte Tritthart heraus.

30 Prozent der Wertstoffe landen in Asien

Bei einem Thema, das seit Jahren Unmut hervorruft, konnte nun in Verhandlungen mit dem Dualen System eine Verbesserung erreicht werden: Die Gelben Säcke sollen nicht mehr so dünnhäutig wie in der Vergangenheit sein. Der Landrat: "Manchmal hatte ich das Gefühl, die Säcke reißen schon, wenn sie schief angeschaut werden!"

Gabriele Dirsch von den Grünen kritisierte, dass nach wie vor etwa 30 Prozent der Wertstoffe, welche die Bürger in den Gelben Sack werfen, schließlich zum Entsorgen mit Schiffen nach Asien transportiert werden. Anne-Marie Müller, Abteilungsleiterin für "Umwelt & Soziales"im Landratsamt, wies darauf hin, dass der Landkreis hier kaum einen Einfluss besitze. Vielmehr kümmere sich bei den Kunststoffen die Privatwirtschaft um die Verwertung und habe dazu das Duale System beauftragt. Tritthart erläuterte, dass die bayerischen Landkreise seit langem darauf drängten, hierfür selbst die Verantwortung zu übernehmen, sich jedoch beim Gesetzgeber bislang nicht durchsetzen konnten.

Grüngut von den Gemeinden selbst organsiert?

Anschreiben will das Landratsamt die Gemeinden, ob diese es für sinnvoller halten, in eigener Regie die Annahme von Grüngut zu organisieren. Was sich der Kreis dadurch erspart, dass keine mobilen Sammlungen nötig sind, will er bei einer positiven Resonanz über Zuschüsse an die Gemeinden weitergeben.

Laut Manfred Reinhart (LÖP) sollte intensiver über das Recycling von Elektroschrott aufgeklärt werden. Viele kleinere Geräte wie Bluetooth-Kopfhörer oder Stifte für Tablets und größere Smartphones hätten wertvolle Komponenten, die sich für die Wiederverwertung nutzen ließen, ergänzte Konrad Körner (JU). Gerade hier bestehe die Gefahr, dass beispielsweise Akkus oder Chips im Restmüll landeten.

Schwierigkeiten mit defekten Elektrogeräten

Kaum sei die Garantiezeit abgelaufen, würden Elektrogeräte nicht selten kaputtgehen, bedauerte Christiane Kolbet (Grüne). Vielfach sei eine Reparatur schwierig, weil die Einzelteile verschweißt, vernietet oder verklebt und nur mit großem Aufwand zu ersetzen seien.

Dadurch kämen häufig Kosten zustande, die nur geringfügig unter dem Preis für eine Neuanschaffung lägen. Österreich habe deswegen den Mehrwertsteuersatz für Reparaturen gesenkt, um sie für die Bürger attraktiver zu machen.

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Wie Anna–Marie Müller auf eine entsprechende Anfrage von Reinhart erläuterte, können Bürger nur untereinander gebrauchte Geräte verkaufen oder verschenken. Mit der Abgabe bei einem Wertstoffhof gingen sie jedoch in das Eigentum der Elektro-Altgeräte-Stiftung über, sodass das immer wieder geforderte Ausschlachten von Waschmaschine, Radio und Co. bei Recycling- oder Bauhöfen nicht zulässig sei.

Testen Sie Ihr Wissen in unserem Nachhaltigkeits-Quiz

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Finden Sie heraus, wie gut Sie sich in Sachen Umweltschutz, Klimawandel oder Nachhaltigkeit auskennen. Wir haben acht Fragen aus unserem Alltag herausgepickt mit jeweils drei Antwortmöglichkeiten - aber nur eine davon stimmt. Am Ende sehen Sie, wie Sie abgeschnitten haben.

© Julius-Maximilians-Universität Würzburg (dpa)

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Frage 1/8:

Wie lange dauert es, bis ein Kaugummi verrottet?

Mehrere Jahre - wenn überhaupt. Denn damit Kaugummi so schön gummiartig ist, braucht es sogenannte Polymere - und die basieren auf Erdölbasis. Zusammen mit Zucker oder Zuckerersatzstoffen, künstlichen Farbstoffen, Verdickungsmitteln und Geschmacksverstärkern kauen wir am Ende auf einer Substanz, die biologisch nur schwer abbaubar ist. Die ökologisch bessere Alternative sind also Lutschpastillen.

© Lukas Schulze, NZ

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Frage 2/8:

In welche Mülltonne gehören leere Tiefkühl-Verpackungen?

In die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack - wenn nichts anderes auf dem Karton steht. Denn oft ist die Verpackung mit Kunststoff beschichtet.

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Frage 3/8:

Und wohin gehören Kassenbons?

Kassenbons (wie auch Lotteriezettel, Automatenbelege oder manche Kontoauszüge) bestehen aus sogenanntem Thermopapier, bei dem die Farbe durch Hitze erzeugt wird. Für die dafür nötige Beschichtung wird meistens Bisphenol A (BPA) verwendet, ein Weichmacher, der als krebserregend gilt. Deshalb dürfen Kassenbons nicht in den Recycling-Kreislauf gelangen.

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Frage 4/8:

Ein Vollbad verbraucht ungefähr 140 Liter Wasser. Und eine Dusche?

Es sind im Schnitt 15 Liter. Inzwischen gibt es aber energiesparende Duschköpfe, bei denen z.B. Luft beigemischt wird. In der Anschaffung sind sie zwar teurer als herkömmliche Duschköpfe. Je nachdem, wie oft und wie viele Menschen in einem Haushalt duschen, kann sich so ein Kauf aber schnell rechnen.

© Ina Fassbender/dpa

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Frage 5/8:

Wie viele Einweg-PET-Flaschen werden in Deutschland pro Stunde verbraucht?

Fast zwei Millionen! Laut Deutscher Umwelthilfe sind Einweg-Flaschen aus Plastik immer noch das am häufigsten verwendete Material bei Getränken. Weil für die Herstellung oft neuer Kunststoff verwendet wird, ist so viel Rohöl nötig, wie fast 400.000 Einfamilienhäusern genügen würde, um ein Jahr lang beheizt zu werden.

© Britta Pedersen/Archiv (dpa)

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Frage 6/8:

Wo ist die Umweltbilanz beim Smartphone am schlechtesten?

In der Herstellung liegt der Verbrauch an Energie und CO2 immer noch 5 bis 10 Mal so hoch wie in der Nutzung. Das liegt vor allem an Rohstoffen (Erze, Gold oder seltene Erden), die energieintensiv abgebaut werden müssen. Laut Greenpeace verschlang die Smartphone-Produktion in den letzten zehn Jahren so viel, wie ganz Indien pro Jahr für die Energieversorgung braucht.

© Bodo Marks/Archiv (dpa)

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Frage 7/8:

Wir bestellen immer öfter Kleidung online. Wie viele Pakete gehen im Schnitt zurück?

Fast jedes Zweite! Laut Verbraucherzentrale macht das rund 800.000 Pakete - jeden Tag. Der Kohlendioxid, der dadurch entsteht, entspricht 255 Autofahrten von Frankfurt nach Peking.

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Frage 8/8:

Ein Flug nach Teneriffa ist so schädlich wie ??? Autofahren.

Etwa ein Jahr lang. Diese Angabe stammt von der Umweltorganisation Germanwatch und beruft sich auf eine Studie internationaler Forscher (The carbon footprint of global tourism).

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Dann hier entlang!

SCOTT JOHNSTON

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