Auf den letzten Kilometern: Stöhr gewinnt Erlanger Triathlon

31.7.2017, 11:59 Uhr
Sieger über die Mitteldistanz: Markus Stöhr.

Sieger über die Mitteldistanz: Markus Stöhr. © Klaus-Dieter Schreiter

Den passenden Schmuck bekam Markus Stöhr direkt im Ziel überreicht. Kaum hatte der 28-Jährige die zwei Kilometer Schwimmen, 80 Kilometer Radfahren und 20 Kilometer Laufen hinter sich gebracht, hängten ihm die Organisatoren des Triathlons eine Hawaii-Kette um den Hals. Als Trophäe. Als Ansporn. Als Fingerzeig? "Hawaii ist mein Lebensziel", sagt Stöhr. Für Triathleten hat das Ironman-Rennen in Kona eine magische Anziehungskraft. "Vielleicht ist es 2018 soweit, auch wenn es bei der ersten Langdistanz vermessen ist."

Nach diesem Erlanger Triathlon allerdings glaubte Markus Stöhr, alles schaffen zu können. Auch hier ist ihm Herausragendes gelungen: "Es war meine schnellste Mitteldistanz überhaupt." Nach 3:39:37.21 kam der Oberbayer ins Ziel — nachdem zuvor lange ein anderer geführt hatte, Niclas Bock, der Favorit. "Hart und heiß" war das Rennen für Stöhr. "Bei Kilometer acht hatte ich einen kleinen Durchhänger, bin gegangen." Anschließend aber lief es wieder. "Die Zuschauer an der Strecke haben gut gepusht. Ich konnte noch einmal auf Niclas auflaufen."

Fünf Minuten Vorsprung waren dahingeschmolzen. "Die Zuschauer haben gerufen: ,Du hast super aufgeholt, du kommst näher‘ und das hat noch einmal so motiviert. Nach der zweiten Wende habe ich es probiert." Während Stöhr das Tempo anzog, musste Bock Gehpausen einlegen. "Man muss besonders druckvoll vorbei sprinten, damit die anderen nicht denken, noch hinterher zu kommen." Doch der Kontrahent war bereits geschlagen.

Nach 2015 ist es für Stöhr der zweite Sieg in Erlangen, diesmal sogar zehn Minuten schneller als vor zwei Jahren. "Wie man damit unzufrieden sein kann, wüsste ich nicht." Die Hitze störte ihn scheinbar auch weniger: "Ich mag extreme Bedingungen." Gute Voraussetzungen für seinen Saisonhöhepunkt: der Ironman in Wales. "Da habe ich 2500 Meter Höhenmeter auf der Radstrecke. Das wird noch härter." Wenn alles gut läuft, soll es im Jahr darauf allerdings nochmals härter werden. Beim Ironman auf Hawaii.

"Der Wald hörte nicht mehr auf"

Irgendwann wollte Elena Illeditsch nur noch aufhören und raus aus diesem Wald. Die Laufstrecke führt größtenteils durch die Mönau. Ruhig ist es dort, schattig, aber eben auch monoton. Eine schier endlose Qual. "Der Wald hört gar nicht mehr auf, habe ich gedacht", sagt Illeditsch, nachdem der Wald irgendwann doch aufgehört hatte.

Beim Sieger-Interview: Elena Illeditsch (Mitte).

Beim Sieger-Interview: Elena Illeditsch (Mitte). © Klaus-Dieter Schreiter

Als die Neumarkterin dann ins Triathlon-Stadion des TV 48 einlief, hatte sie es doch ganz gut über die 20 Kilometer Strecke der Mitteldistanz geschafft. Illeditsch kam überraschend als erste ins Ziel, in einem starken Starterfeld.

"Das Laufen war bis Kilometer okay. Dann dachte ich zuerst, ich komme gar nicht ins Ziel. Es kommen immer Höhen und Tiefen." Für die 26-Jährige war es die erste Mitteldistanz überhaupt. "Das Schwimmen war gut, ich bin gut durchgekommen." Doch zunächst nicht als Erste. "Ich kam relativ spät aus dem Wasser, hatte einige Minuten Rückstand. Auf dem Rad habe ich dann Gas geben müssen und von hinten zwei Frauen eingeholt. Die Führende habe ich beim Laufen geschnappt." Wie gut also, dass Illeditsch erstmals in Erlangen gestartet ist.

"Mein Trainer Tobias Heining kommt von hier. Er sagte, es sei ein schönes Rennen. Und es ist in der Nähe." Also probierte die 26-Jährige den Erlanger Triathlon aus. Während es für Heining wie erwartet auf Platz zwei hinauslief, schaffte es seine Schülerin ganz oben aufs Treppchen. Die war dementsprechend glücklich. Und bereit für die nächste Mitteldistanz.

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