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Balleis: "Ich sortiere mein Leben neu"

Die Reaktionen auf den Ausgang der OB-Stichwahl in Erlangen - 31.03.2014 12:16 Uhr

Siegfried Balleis (Mitte) gratuliert Herausforderer Florian Janik. © Harald Sippel


Applaus brandet auf, während sich Norbert Schulz den Weg zu seinen Mit-SPD-Stadträten bahnt. Längst ist klar, dass dem SPD-Mann die OB-Wahl nicht mehr zu nehmen ist. Für Schulz heißt das: Er wird für Florian Janik, der sein Stadtratsmandat als neues Stadtoberhaupt aufgibt, nachrücken. „Wahnsinn!“ ruft Schulz, der „erleichtert und glücklich“ ist, dass für ihn das Zittern um den Wiedereinzug beendet ist.

„Unsere unwahrscheinliche Stärke ist es, dass wir zwischen Kandidat, Partei und Fraktion so ein enges Vertrauens- und Freundschaftsverhältnis haben“, bilanziert SPD-Stadtrat Wolfgang Vogel, der stellvertretender SPD-Wahlkampfleiter ist. Zwar hat Dieter Rosner bei der „Wechsel–Tour eine gute Resonanz bei den Wählern“ erlebt. Dennoch hat der SPD–Kreisvorsitzende nicht mit solch einem „sensationellen Ergebnis“ gerechnet.

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Dr. Florian Janik: Erlangens Oberbürgermeister im Porträt

Mit fast 64 Prozent haben die Erlanger Bürger Florian Janik von der SPD bei der Kommunalwahl 2014 zum neuen Oberbürgermeister gewählt. Damit löste er Siegfried Balleis (CSU) im Amt ab, der seit 1996 im Rathaus als Oberhaupt saß. Ein Porträt in Bildern.


Dass auch Uwe Greisinger noch den Sprung in das Kommunalparlament schafft, verdankt der künftige CSU-Stadtrat dem Verlierer des Abends, Siegfried Balleis. „Ich werde mein Stadtratsmandat definitiv nicht antreten“, sagt das langjährige Stadtoberhaupt den EN. Nach solch einem klaren Ergebnis („Die Bürger wollten den Wechsel“) müsse ein Neuanfang her. Für Balleis bedeutet das: „Ab 1. Mai sortiere ich mein Leben neu.“

„Wir bleiben die Janiks“

Einiges ändern dürfte sich auch im Leben von Sylvia Janik, obwohl die Frau des künftigen OB hofft, „dass bis auf die nötigsten Veränderungen alles in der Familie bleibt wie es ist“. Kurzum: „Wir bleiben die Janiks.“ Angesichts des klaren Ergebnisses ist sie „froh und glücklich“ — auch, weil sie im Vorfeld gewettet hatte, dass ihr Gatte 63 Prozent holen würde.

„Völlig umgehauen“ hat Janiks herausragendes Abschneiden hingegen Susanne Lender-Cassens. Zugleich reklamiert die OB-Kandidatin der Grünen Liste einen gewissen Anteil des Erfolgs für ihre Gruppierung, die vor der Stichwahl eine Wahlempfehlung für Janik abgegeben hatte. „Für 15 Prozent sind wir sicherlich gut gewesen.“ Ob Lender-Cassens, die für einen Bürgermeister- und Referenten-Posten in der möglichen Ampelkoalition gehandelt wird, tatsächlich solch ein Amt anstrebt, muss die Vollversammlung entscheiden. „Nein“ sagen würde die Grüne jedenfalls nicht, „wenn man mich fragt“.

SPD-Rat Norbert Schulz (im Bild mit Gratulanten) rückt für Florian Janik nach, der als künftiger OB sein gewonnenes Stadtratsmandat zurückgibt. © Harald Sippel




„Erschüttert“ von der niedrigen Wahlbeteiligung und Balleis’ schlechtem Abschneiden ist Altbürgermeister Gerd Lohwasser (CSU). „Man kann über den Menschen denken, was man mag, aber die Leistung, die Siggi Balleis gebracht hat, lässt sich nicht mit dem Ergebnis in Einklang bringen.“

Die möglichen Konsequenzen aus dem schwachen Abschneiden Balleis’ (und ihrer Partei) kennt auch Birgitt Aßmus (CSU). Die Bürgermeisterin und Referentin für Sport, Schule und Katastrophenschutz zeigt sich „tief enttäuscht“ vom Resultat, zumal sie mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen gerechnet hat. „Wir konnten unsere Wähler nicht mobilisieren.“ Geknickt ist Aßmus, die bei der Stadtratswahl die drittmeisten Stimmen nach Janik und Balleis geholt hat, auch deshalb, weil sie befürchtet, ihren Posten in der Stadtspitze zu verlieren. „Ich habe da keine große Hoffnung mehr.“ Dennoch werde man Gespräche in Richtung große Koalition führen.

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Nach 18 Jahren im Amt muss Erlangens Oberbürgermeister Siegfried Balleis (CSU) den Chefsessel im Rathaus räumen. Der 34-jährige Florian Janik setzte sich in der Stichwahl deutlich mit 63,7 Prozent durch und wird bis 2020 die Geschicke der Hugenottenstadt leiten.


 

VON KIRSTEN WALTERT

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