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Bekommt Siemens endlich eine aufs Dach?

Mitarbeiter des Konzerns wollen Photovoltaik auch auf den Flächen der Gebäude in Erlangen nutzen lassen - 24.05.2011 13:00 Uhr

Prof. Martin Hundhausen (r.) hat mit seinem Schreiben an Siemens-Konzernchef Peter Löscher die Diskussion um eine Mitarbeiter-Solaranlage erneut angestoßen. Der „Himbeerpalast“ im Hintergrund wäre ein denkbarer Standort. © Bernd Böhner


Für den Vorsitzenden des Vereins Sonnenenergie Erlangen, Prof. Martin Hundhausen, sind die Mitstreiter „alte Hasen“ im Kampf um eine Energiewende, im Bemühen, beim Ausbau der so genannten regenerativen Energien auch kleine Schritte als Erfolg zu sehen. Die Mitglieder in der Gruppe haben jedenfalls eines gemeinsam: Sie sind alle Mitarbeiter in dem Technologie-Konzern, der offenbar vor einer Wende in seiner Geschäftspolitik steht und künftig mit „grünen“ Ernergiekonzepten gute Geschäfte machen will.

Ein Stück „Green City“

Für Prof. Martin Hundhausen war die Betonung neuer Geschäftsfelder bei Siemens — von der umweltfreundlichen Stadt-Technik der „Green City“ bis hin zum Bau moderner Windräder und Solaranlagen — Anlass, an Konzernchef Peter Löscher zu schreiben, um für eine Mitarbeiter-Solaranlage zu werben. Erlangen als „Stadt der Solarschulen“ (tatsächlich gibt es keine Schule ohne Solaranlage mehr) sei ein absolut lohnenswerter Standort für Siemens-Solaraktivitäten, und Siemens mit seinen zahlreichen Bauten sei ein guter „Träger“ für solche Anlagen, zumal in der Stadt nur noch wenig große und zusammenhängende Dachflächen für den Bau von Photovoltaik-Anlagen vorhanden seien.

Das Schreiben an den Konzernchef scheint etwas Bewegung in die Umsetzung eines solchen Projekts gebracht zu haben. Gemeinsam mit Heiko Hornberger, dem leitenden Manager bei der Siemens-Gebäudeverwaltung (Real Estate) soll in diesen Tagen geprüft werden, was von den Hundhausen-Vorschlägen umgesetzt werden kann. Der hofft, eine 30-KW-Anlage anregen zu können, die von bis zum 70 Siemens-Mitarbeitern anteilig finanziert wird und als „Initialzündung“ verstanden wird: Ein solches Projekt könne dazu beitragen, so Hundhausen, „den Geist der Siemensfamilie zu stärken“ und dem Konzern Imagegewinn zu bringen.

Bei Siemens selbst ist man aber erst einmal vorsichtig. „Wir wollen auch nicht als Konkurrenz zu den Stadtwerken auftreten“, sagt ein Manager, „bisher bekommen wir unseren Strom von dort und stellen ihn nicht selbst her.“ Zudem stehe der Konzern nach wie vor für Energie-Großanlagen — man wolle jedenfalls keine falschen Signale aussenden. Für Hundhausen und seine Mitstreiter wäre dies allerdings genau das richtige Signal. 

Peter Millian Lokalredaktion

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