Corona: Uni-Klinik Erlangen erhöht die Zahl der Intensivbetten

13.11.2020, 14:19 Uhr
Das Uni-Klinikum Erlangen wappnet sich für einen Anstieg an Corona-Patienten, die intensiv betreut werden müssen.

Das Uni-Klinikum Erlangen wappnet sich für einen Anstieg an Corona-Patienten, die intensiv betreut werden müssen. © Michael Rabenstein

"Die Lage ist angespannt, aber noch nicht dramatisch", so Johannes Eissing, Pressesprecher des Universitätsklinikums Erlangen. Auch in Erlangen, berichtet Eissing weiter, werden immer mehr an Covid-19-Erkrankte stationär aufgenommen. "Leider müssen davon einige Patienten von der Normalstation, auf die Intensivstation verlegt werden."

"Derzeit liegen 38 Covid-19-Patienten bei uns stationär, davon zwölf auf der Intensivstation", berichtet Eissing. Da dort aber auch noch weitere Patienten betreut werden, sind im Moment nur noch 14 Betten frei. "Das ist nicht dramatisch, weil wir innerhalb kürzester Zeit jederzeit die Kapazitäten erhöhen können." Sukzessive könnte die Zahl in Erlangen sogar auf bis zu 200 ausgebaut werden.

Intensivbetten gibt es am Uni-Klinikum unter anderem in den Kopfkliniken sowie im Chirurgischen und im Internistischen Zentrum. Hier ballt sich die Gesamtintensivkapazität des Uni-Klinikums. Im Notfall könnte aber auch noch im Schmerzzentrum eine entsprechende Station in Betrieb gehen. "Die Anschlüsse sind in den Wänden." Das wurde, so Eissing weiter, auch schon während der ersten Welle erprobt.

Auch wenn ausreichend Plätze für schwere Fälle von Covid-19 zur Verfügung stehen, so stellt sich doch die Frage nach dem Personal, und da ist die Lage am Uni-Klinikum derzeit angespannt. "Im Unterschied zur ersten Welle müssen wir leider auch feststellen, dass sich die Anzahl an Mitarbeitern, die nach Kontakt zu einem Covid-19-Fall – vor allem im privaten Umfeld beziehungsweise in der Freizeit oder in seltenen Fällen auf der Arbeit – in Quarantäne geschickt werden müssen, deutlich erhöht", so der ärztliche Direktor des Uni-Klinikums, Prof. Heinrich Iro. Das Klinikum hat deshalb, wie schon bei der ersten Welle, einen entsprechenden Aufruf an die Studierenden gerichtet. Darin bittet Prof. Iro um "dringende Unterstützung".

Besuchsverbot erlassen

Bei der ersten Welle im März hatten sich über 1000 Studierende gemeldet, von denen etwa 200 zum Einsatz kamen. "Das war aber in den Semesterferien", erinnert sich Johannes Eissing. "Jetzt ist die Situation ungleich schwieriger, weil das Semester läuft und die Studierenden möglicherweise nicht mehr in dem Maße zur Verfügung stehen, wie das im Frühjahr der Fall war."

Vor dem Hintergrund der kontinuierlich steigenden Fallzahlen an Coronavirus-Infektionen in der Region gilt seit Mittwoch außerdem ein Besuchsverbot für das Universitätsklinikum Erlangen. Sonderregelungen gelten insbesondere für die Palliativstation, aber auch für die Kinderklinik und die Geburtshilfe. Sofern Patientinnen und Patienten einen Termin für eine ambulante oder stationäre Behandlung haben, dürfen sie alle Klinikgebäude weiterhin allein betreten, heißt es weiter in einer Mitteilung der Klinik.

Die Klinikleitung schließt allerdings zusätzliche Einschränkungen nicht aus, sollte sich die Situation weiter verschärfen. Johannes Eissing hofft allerdings, dass es nicht so weit kommt und die Einschränkungen teilweise wieder zurückgenommen werden können.

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