CSU fordert Stopp der Baumfällung am Erlanger Berg

Markus Hörath
Markus Hörath

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23.4.2019, 17:35 Uhr
Angesichts der umfangreichen Arbeiten an einem Teil der Bäume auf dem Bergkirchweihgelände, blutet so manchem Berg-Fan das Herz.

© Horst Linke Angesichts der umfangreichen Arbeiten an einem Teil der Bäume auf dem Bergkirchweihgelände, blutet so manchem Berg-Fan das Herz.

Das Ausmaß der Baumfällungen auf dem Bergkirchweihgelände empört nicht nur viele Berg-Fans. Jetzt wird auch die Kommunalpolitik aktiv. So fordert CSU-Fraktionsvorsitzender Jörg Volleth die Stadtverwaltung auf, die Baumfällungen zumindest bis zur Beratung im Bau- und Werkausschuss am 7. Mai zu stoppen.

Sonst "werden Horrorszenarien von Rot-Grün aufgebaut"

Am Gründonnerstag hat sich Volleth auf dem Berg vor Ort ein Bild der Situation gemacht und sich das Ergebnis der ersten "Baumfällarbeiten" angesehen. "Ich war entsetzt", so der CSU-Fraktionsvorsitzende im Erlanger Stadtrat und Herausforderer von OB Florian Janik bei den Kommunalwahlen 2020.

Dass der Stadtrat am 11. April lediglich mündlich "zur Kenntnis" über diese, wie sich jetzt herausstellte, gravierende Maßnahme informiert wurde, "empfinde ich als verstörend", so Volleth weiter. "Wenn jemand in Erlangen in ihrem/seinem Garten ein Bäumchen fällen wolle, weil sie/er für die Familie mehr Wohnraum möchte, werden Horrorszenarien von Rot-Grün aufgebaut und hier am Berg werden hundert Jahre alte Bäume ohne große Diskussion gefällt." Man könne "nicht verstehen, wie die Stadtverwaltung hier Bürgerinnen und Bürger vor den Kopf stößt".


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Neben einem vorläufigen Stopp der Fällarbeiten fordern Jörg Volleth und die CSU-Stadtratsfraktion unter anderem einen Vor-Ort-Termin, an dem alle Mitglieder des Stadtrats teilnehmen können, sowie ein weiteres Gutachten. Darin soll unter anderen der Frage nachgegangen werden, ob die derzeit angedachten Baumfällungen tatsächlich alternativlos sind oder ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, die Bäume zu retten und trotzdem die Sicherheit zu gewährleisten. Die Baumfällungen auf dem Gelände der Bergkirchweih hatten auch den Zorn der betroffenen Kellerwirte ausgelöst.

Die Baumpflegefirma war nicht scharf darauf

Ins Fadenkreuz der Kritik gerät auch immer stärker der von der Verwaltung beauftragte Sachverständige, der gleichzeitig Geschäftsführer der Baumpflegefirma ist, die mit den Arbeiten auf dem Bergkirchweihgelände beauftragt ist. Stadtgrün hat mittlerweile eingeräumt, dass das bekannt ist.

Wie es von Stadtgrün weiter heißt, wurde bei den Bauarbeiten an den Kellern eine Eiche beschädigt. Verantwortlich dafür ist eine Baufirma, die mehrmals von der Stadt darauf hingewiesen wurde, wie sie zu arbeiten hat. Vieles spricht dafür, dass es in dieser Sache zu einem Rechtsstreit kommt.


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Die Vergabe der Fällungen an die Baumpflegefirma, so Stadtgrün, sei erst nach dem Gutachten erfolgt. Die Firma wusste also vorher nicht, dass sie beauftragt wird und war aufgrund der kurzfristigen Beauftragung wohl auch nicht scharf darauf.

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