Die Medizintechnik der Zukunft in Erlangen

20.2.2018, 11:00 Uhr
Das Medical Valley Center in Erlangen hat sich seit der Gründung vor mehr als einem Jahrzehnt zu einem innovationsfreudigen Netzwerk für Medizintechnik entwickelt, das weltweite Anerkennung genießt und der Region wichtige Impulse verleiht.

Das Medical Valley Center in Erlangen hat sich seit der Gründung vor mehr als einem Jahrzehnt zu einem innovationsfreudigen Netzwerk für Medizintechnik entwickelt, das weltweite Anerkennung genießt und der Region wichtige Impulse verleiht. © Foto: Bernd Böhner

Die zuständige Ministerin Melanie Huml sieht die Vereinigung mit Sitz in Erlangen als zentrale Institution für die Gesundheitswirtschaft in Bayern, ihre Kollegin Ilse Aigner feiert "diese Art von Kooperation und Zusammenarbeit, denn nur so bleiben wir auch weiterhin Innovationsführer in der Gesundheitswirtschaft", und der langjährige Ministerpräsident Horst Seehofer lobt dieses "Aushängeschild für ganz Bayern", das ursächlich mit dafür verantwortlich ist, dass Nürnberg künftig Sitz des bayerischen Gesundheitsministeriums sein wird.

Ähnliche Worte wird man sicher wieder aus dem Mund der bayerischen Wirtschaftsministerin hören, wenn Ilse Aigner am 26. Februar zur "Innovation Night" ins Medical Valley Center nach Erlangen kommen wird. Dort blickt man - allerdings ein Jahr verspätet, da am 18. Januar 2007 mit dem Gründungsvorsitzenden Siegfried Balleis aus der Taufe gehoben - auf ein Jahrzehnt Bestehen zurück. Höhepunkt der bisherigen Erfolgsgeschichte war 2010 die Ernennung zu einem von fünf Gewinnern des vom Bundesforschungsministerium ausgelobten Spitzencluster-Wettbewerbs.

Weltweiter Ruhm aus Erlangen

Die Friedrich-Alexander-Universität hat das Medical Valley EMN als "eines der wirtschaftlich stärksten und wissenschaftlich aktivsten Medizintechnik-Cluster weltweit" geadelt. Knapp 200 Mitglieder aus Wirtschaft, Forschung, Gesundheitsversorgung und Politik unterstützen ein interdisziplinäres Netzwerk, das Lösungen für die Gesundheitsversorgung von morgen erarbeitet. Mit im Boot: 180 dedizierte Medizintechnikunternehmen mit etwa 16.000 Mitarbeitern, darunter mit Siemens Healthineers einer der Weltmarktführer, über 40 Krankenhäuser - darunter das international anerkannte Universitätsklinikum Erlangen - mit jährlich mehr als 500.000 stationär behandelten Patienten, über 60 einschlägige Lehrstühle und Professuren an Universität und Fachhochschulen, und über 20 außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit engem Bezug zur Medizintechnik.

Alle relevanten Stufen der medizinischen Versorgung sind erfasst: Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation. Globale Spitzenklasse bieten folgende Produktkategorien: Bildgebende Diagnostik mit Computer- und Magnetresonanztomographie, Therapiesysteme in der Augenheilkunde, Telemedizin mit den führenden medizinischen Informationssystemen sowie Hightech-Implantate wie Herzschrittmacher. Geschäftsführer Jörg Trinkwalter: "Medical Valley EMN ist die Region in Deutschland, in der innovative Medizintechnik schnell von der Idee zum Produkt gebracht wird und in der sie mit Nachdruck alle Stufen der Innovationskette nimmt.

Fantasie wird Realität

Beide für die medizinische Versorgung wichtigen Aktionsfelder - Gesundheitswirtschaft und Medizintechnik - sind in exzellenter Ausprägung vorhanden und greifen eng ineinander." Prof. Peter Kolominsky-Rabas, Leiter des Interdisziplinären Zentrums für Public Health der FAU, sieht so das Besondere im Medical Valley: "Wir können Medizinprodukte nicht nur fantasievoll denken, sondern auch in die Realität umsetzen. Daran arbeiten viele interdiziplinäre Gruppen in diesem Spitzencluster. "

Für den damaligen Oberbürgermeister Siegfried Balleis, der Medical Valley einst zur Marke gemacht hat, war es seine beste Entscheidung, den früheren Chef des Siemens-Bereichs Medizintechnik, Prof. Erich R. Reinhardt, 2009 für den Vorsitz zu gewinnen. Er gilt als der Vater des Aufschwungs und hat entscheidend zum Erfolg beigetragen - zuletzt Mitte 2016 mit dem Aufbau eines zweiten Innovations- und Gründerzentrums mit 7000 qm und 70 Büros in Forchheim. 90 Prozent der Investitionskosten von 11,2 Millionen Euro wurden aus Fördermitteln finanziert – ein Coup der besonderen Art.

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