Donnerstag, 23.01.2020

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Ein Jahr danach: Verkauf der Marke Kitzmann und die Folgen

Positive Bilanz der Kulmbacher Brauerei AG und der Bräuschänke in Erlangen - 29.09.2019 06:00 Uhr

Früher herrschte hier oft reger Betrieb, seit einem Jahr ist es nun ruhig geworden: Das Tor zum Kitzmann-Brauerei-Gelände an der Fahrstraße.


Es war ein Paukenschlag, der vor einem Jahr die Bier-Landschaft der Region erschütterte. Überraschend für die Beschäftigten und die Kunden verkündete damals Firmen-Chef Peter Kitzmann das Ende einer 300-jährigen Brau-Tradition in der Erlanger Innenstadt. Seitdem ist das große Einfahrtstor an der Fahrstraße meist verschlossen.

Weiter ging es aber trotzdem – zumindest für die Marke Kitzmann. Denn diese wurde von der Kulmbacher Brauerei AG übernommen, um die Marktposition im Großraum Erlangen und in den Nachbarstädten weiter auszubauen. Offensichtlich mit Erfolg. Denn in Oberfranken ist man jedenfalls zufrieden, wie sich der Zuwachs – selbst wenn die Sortenauswahl reduziert wurde – auf die Angebotspalette der Großbrauerei auswirkt. "Wir freuen uns nach wie vor sehr darüber, Kitzmann als Marke fortführen und deren lang gewachsene Traditionen pflegen zu können", teilt Natalia Balacka, Pressereferentin der Kulmbacher Brauerei AG, auf Anfrage mit.

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Mehr als zufrieden ist man in der Konzern-Zentrale vor allem mit der Bergkirchweih. Balacka: "Es gab überwältigend positive Rückmeldungen seitens der Verbraucher. Zum anderen haben uns die Festwirte ihr Vertrauen geschenkt, so das wir neun der insgesamt 13 Keller mit den Kitzmann-Bierspezialitäten beliefern konnten."

Und wie sieht es mit den Gaststätten und dem Getränkefachhandel aus? "Besonders stolz sind wir darauf, dass die Mehrzahl der langjährigen Kitzmann-Gastronomen der Traditionsmarke treu geblieben sind und mit uns vertrauensvoll zusammenarbeiten. Durch unsere langjährige und intensive Zusammenarbeit mit dem Getränkefachhandel konnten wir Kitzmann problemlos integrieren."

Im ehemaligen Kitzmann-Brauerei-Komplex können aber keine Kitzmann-Kästen mehr gekauft werden. Das dortige Bräu-Kontor ist schnell ausgezogen und hat längst als "Zwei im Kontor" neue Räumlichkeiten an der Henkestraße. Für die Kitzmann Bräuschänke, die sich im denkmalgeschützten Teil des Areals befindet, ist diese Entwicklung gar eine glückliche Fügung. Denn neben der beliebten und gut frequentierten Gaststätte laufen die Umbaumaßnahmen für einen dringend benötigten Gaststätten-Nebenraum. "Wir hoffen, dass wir bis zur Weihnachtszeit dieses Nebenzimmer nutzen können", berichtet Florian Dittmeyer.

"Nach dem Brauerei-Aus ging es bei uns reibungslos weiter"

Der Raum soll an die lange Brautradition an diesem Ort mit historischen Werbetafeln, Bierkrügen und Teilen der Einrichtung der ehemaligen Brauerei-Vesper-Stube erinnern. Übrigens: "Nach dem Brauerei-Aus ging es bei uns in der Bräuschänke reibungslos weiter. Auch beim Bierumsatz gab es keine Einbußen. Wir haben weiterhin Kitzmann-Bier vom Fass und dazu kommen nun Sorten aus dem Kulmbacher Sortiment, die ebenfalls gut angenommen werden."

Die Pläne für das restliche Gebäude sind aber etwas ins Stocken geraten. Die Sontowski & Partner Stadtbau, die diese Immobilie erworben hatte, wurde vor kurzem von Instone Real Estate übernommen. Auf der Internet-Seite des "Wohnentwicklers", der ein Büro in Erlangen unterhält, wird noch kein Projekt beworben, das auf das Kitzmann-Gelände schließen lässt. Aber immerhin herrscht kein kompletter Stillstand. Im Hof lagern alte Teile der Brauerei-Anlage und Schrott-Container warten darauf, befüllt zu werden.

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