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Sonntag, 20.09.2020

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Erlangen gedenkt Opfern der Atomwaffenabwürfe

Am heutigen Samstag ab 12 Uhr auf dem Schlossplatz soll auch gegen Atomwaffen demonstriert werden. - 08.08.2020 09:00 Uhr

Bilder, die die Welt bewegen: Der Atombomben-Abwurf über Hiroshima jährt sich jetzt.

© dpa


Herr Diebold, nach wie vor gibt es Atomwaffen auf der Welt. Doch der Protest dagegen hat abgenommen.

Sie haben Recht. In der Öffentlichkeit ist das Thema Atomwaffen nicht mehr so präsent. Nichtsdestotrotz haben wir als Friedensbewegung in der Vergangenheit stets versucht, auf die Gefahr der speziell in Deutschland gelagerten Nuklearwaffen hinzuweisen.

 

Auch bei Ihrer Aktion am Samstag steht die Kritik daran mit im Zentrum.

Ja, wir wollen speziell die Rolle Deutschlands ansprechen. Deutschland hat den UN-Atomwaffensperrvertrag nicht nur nicht unterzeichnet. Vielmehr hat sich die Bundesregierung von Beginn an bei Zustandekommen des Vertrages nicht kooperationsbereit gezeigt.

 

Manfred Diebold von der Deutschen Friedensgesellschaft

© privat


Wo sehen Sie die größte Gefahr, die von Atomwaffen ausgeht?

Es ist eine schleichende Gefahr, Atomwaffen sind unberechenbar. Unfälle mit Atomwaffen oder Trägersystemen können passieren, auch politische Krisen können im schlimmsten Fall zu einem atomaren Konflikt oder Schlag führen.

 

Die Folgen einer Atombombe hat man in Hiroshima und Nagasaki gesehen.

Richtig. Es kommt zu Langzeitfolgen durch die radioaktive Verstrahlung von außen oder auch durch Kontamination von innen. Es können Verbrennungen oder genetische Defekte auftreten, die bis zu Fehlgeburten führen. Das alles hat man in Hiroshima und Nagasaki erlebt. Die genetischen Langzeitfolgen reichen bis in die Gegenwart. Das sieht man bei den Überlebenden, den Hibakusha, sowie bei ihren Kindern und Enkelkindern.

INTERVIEW: sc

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