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Erlangen: So soll die Bergkirchweih sicherer werden

Die Sanierungen auf dem "Berg"-Gelände gehen weiter - 29.10.2020 06:00 Uhr

Die Stahlkonstruktion auf dem Henninger Keller wurde erneuert. Acht Tonnen Stahl wurden hier verbaut.

28.10.2020 © Harald Sippel


Während die Welt ringsum immer unsicherer wird, wird der Erlanger "Berg" immer sicherer. Das Bergkirchweihgelände wird bekanntlich ertüchtigt, damit es den Menschenmassen standhalten kann, die sich jährlich zwölf Tage lang über Pfingsten hier drängen. Der Kirchweih 2020 hat zwar die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht – sie wurde, so wie Großveranstaltungen andernorts, dieses Jahr abgesagt.

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Die Sanierungsmaßnahmen für die Bauperiode 2019/2010 jedoch konnten wie geplant stattfinden.

"Wir wären rechtzeitig fertig geworden und hätten an Pfingsten schön feiern können", sagt Andreas Pfeil, der Leiter des städtischen Tiefbauamts, bei einem kleinen Rundgang über das Gelände, zu dem die Stadt eingeladen hatte. Die Wehmut über die ausgefallene Feier kann er dabei nicht ganz verbergen.

Fakten und Zahlen

Doch Gefühle beiseite, denn jetzt geht es um Zahlen und Fakten. Mit einem Investitionsvolumen von knapp 1,5 Millionen Euro war der dritte Sanierungsabschnitt der bislang größte. Er erstreckte sich auf den Hofbräu Keller und den Henninger Keller. Mehrere Firmen haben hier monatelang gearbeitet und, wie Pfeil sagt, "alles unfallfrei und termingerecht erledigt". Bauherr war die Stadt und trat damit auch im Auftrag der Firma Tucher auf. Beide – Stadt und Firma – sind Eigentümer der zwei Keller.

180 Meter neue, höhere Geländer wurden angebracht. Sie haben eine Mindesthöhe von 1,10 Metern und müssen einer Horizontallast von 2,0 kN/m standhalten. 80 Quadratmeter Naturstein-Verblendmaterial wurden verbaut, 400 Kubikmeter Boden ausgetauscht.

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Zwei Bäume wurden gefällt und fünf neue gepflanzt. Acht Tonnen Stahl wurden für die Neukonstruktion des prägnanten "Dachs" auf dem Henninger Keller benötigt.

Neue Stahlkonstruktion

Genau hier, auf der Bergstraße vor dem Henninger Keller, beginnen wir unseren Rundgang und blicken erst einmal hinauf zu der Stahlkonstruktion, die während der Bergkirchweih als Zeltüberdachung genutzt wird. Über 100 Menschen passen hinein. Sie musste komplett abgebaut und erneuert werden. Auch die Bodenplatte darunter, die sich wiederum über der Gewölbedecke des Henniger Kellers befindet, wurde abgebrochen und erneuert. Das dreischiffige "Dach" wurde in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde in vergleichbarer Art und Größe wie das bisherige Dach gebaut – als filigrane Stahlkonstruktion, die auch abmontierbar wäre. Das hintere angehängte Zusatzdach wurde abgebaut.

Dann geht es bei unserem Rundgang hinauf auf den Keller. Über Stufen, die jetzt aus Granit sind, denn die alten Sandsteinstufen wurden ausgetauscht. Auch die alten Stützmauern aus Sandstein sind weg. Jetzt stehen hier Betonwände, die mit Sandstein verkleidet wurden, um das bisherige Erscheinungsbild aufrechtzuerhalten. Man habe sich eng mit der Denkmalpflege abgestimmt, sagt Tiefbauamt-Chef Pfeil.

Ein bisschen glatter und kantiger

Ein bisschen glatter als vorher sehen die Mauern dennoch aus und die Stufen ein bisschen kantiger. Hier und da finden sich noch ein paar der alten Sandsteine – ein niedriges Mäuerchen auf dem Henniger Keller zum Beispiel. Wenn die Sandsteinblöcke niedriger als 50 Zentimeter sind, seien keine Geländer nötig, ist zu erfahren. Drüben auf dem Hofbräu Keller, wo ebenfalls sämtliche Stützmauern saniert und zur Aufnahme der neuen Geländer ertüchtigt wurden, blieb das historische Bestandsgeländer aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten.

Auch alle Bäume konnten hier stehen bleiben. Auf dem Henniger Keller hingegen mussten zwei Ahorne wegen unmittelbarer Nähe zu Stützwänden gefällt werden. Fünf neue Bäume wurden im oberen Bereich des Kellers gepflanzt. Insgesamt aber hat der Betrieb für Stadtgrün, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung in der jetzt abgeschlossenen Bauphase 34 neue Bäume gepflanzt, "um den Baumbestand für die kommenden Jahrzehnte fit zu machen", wie es bei der Stadt heißt.

Den Baumbestand verjüngen

Das Ziel sei, bereits vorhandene Bäume so gut wie möglich zu erhalten und den Bestand gleichzeitig nachhaltig zu verjüngen. Neben Bodenverbesserungen wurden auch Wurzelbrücken im Bereich von Bäumen eingebaut, deren Wurzelraum durch Autos und Lkw überfahren wird. Für die Bodenverbesserungen wurden 40.000 Euro ausgegeben.

Die nächste Bauphase kündigt sich bereits an. Nach der "hoffentlich stattfindenden Bergkirchweih 2021", so die Stadt, soll mit der Sanierung des Steinbach-Bräu-Kellers begonnen werden. Bis dahin, sagt Andreas Pfeil, stehen noch ein paar andere Dinge auf dem Programm. Derzeit wird die Beleuchtungsanlage verbessert. Stahlmasten für die Leuchten stehen schon. Und im Frühjahr werden weitere Geländer erneuert.

EVA KETTLER

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