Erlangen: Suche nach Geld für Kampf gegen Tumor

3.1.2021, 18:00 Uhr
In der Nanomedizin wird der Krebs gezielt bekämpft.

In der Nanomedizin wird der Krebs gezielt bekämpft. © Universitätsklinikum Erlangen

Der Medizinprofessor Christoph Alexiou (53) ist seit 2009 Leiter der Sektion für Experimentelle Onkologie und Nanomedizin (SEON) an der HNO-Klinik des Erlanger Universitätsklinikums. Im September 2019 sorgten sein Team und er mit der Präsentation des nach eigenen Angaben weltweit ersten Magnetroboters für Aufsehen.

Der Medizinprofessor Christoph Alexiou (53) ist seit 2009 Leiter der Sektion für Experimentelle Onkologie und Nanomedizin (SEON) an der HNO-Klinik des Erlanger Universitätsklinikums. Im September 2019 sorgten sein Team und er mit der Präsentation des nach eigenen Angaben weltweit ersten Magnetroboters für Aufsehen. © privat

Herr Prof. Alexiou, Sie bekommen bisweilen für Ihre Forschung in der Nanomedizin Fördergelder, unter anderem von der Manfred-Roth-Stiftung oder der Schreiber-Stiftung. Die Eltersdorfer Queckenmarkt-Frauen haben ihren Erlös aus der Weihnachts-Verkaufsaktion nun ebenfalls an Ihr Projekt gespendet. Was bedeutet das Geld für Ihre Forschung?

Diese Förderungen sind von zentraler Bedeutung für uns, da wir damit zum einen neue Projekte bearbeiten und darauf aufbauend dann weitere Unterstützung bei den öffentlichen Förderorganisationen wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft oder dem Bundesforschungsministerium beantragen können.

Und was bedeuten die Gelder noch?

Darüber hinaus können wir auf aktuelle Herausforderungen wie etwa die Corona-Pandemie mit innovativen Forschungsansätzen daran arbeiten, Antworten zu finden. Wichtig ist auch: Die Zuteilung der Mittel erfolgt sehr zeitnah nach der Antragsstellung bei positiver Evaluation durch die Stiftungsgremien.

 

Dankbar für jede Unterstützung 

Wo genau fließen diese Fördergelder hin?

Die Finanzmittel werden an die Forschungsstiftung Medizin des Universitätsklinikums überwiesen und erfahren eine Bonifizierung, das heißt, damit werden die Forschungsmöglichkeiten zusätzlich unterstützt. Das ist ein besonders glücklicher Umstand und mein Team und ich sind für jede Unterstützung sehr dankbar.

Eines Ihrer größten Projekte ist der Magnetroboter, durch dessen Einsatz Chemotherapien effektiver und nebenwirkungsarmer werden sollen. Wie weit ist die Entwicklung in dem Bereich?

Durch die Installation des Magnetroboters, die im September 2019 erfolgte, wollen wir die Nanopartikel noch präziser steuern; wir haben hier bereits umfangreiche Untersuchungen an Phantomen durchführen können. Gerade die reproduzierbare Positionierung des Magnetfeldes bringt unsere Anwendung deutlich voran.

Sie haben für die Forschung daran bei der Staatsregierung um Geld gebeten. Haben Sie derweil Unterstützung oder zumindest ein Signal dazu bekommen?

Ganz aktuell haben wir im Rahmen der Hightech Agenda der Bayerischen Staatsregierung im Verbund mit der TU München, der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Ansbach und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften München eine Förderung für den Verbundantrag Medical-Nano-Micro-Robotics erhalten. Hier werden unter anderem umfangreiche Studien zur Anwendung von Innovativen Nanomaterialien und Künstlicher Intelligenz in der Biomedizin durchgeführt. Bezüglich des Nanomedizinzentrums haben wir bisher leider nichts mehr gehört.

Arzneien-Forschung nach Deutschland

Wie schwer ist es für Sie, wenn Sie sehen, dass man gerade schwer kranken Krebspatienten helfen könnte, es aber an den Forschungsmitteln fehlt?

Deutlich geworden ist gerade auch in der Corona-Pandemie, dass es von sehr großer Bedeutung ist, Forschung und Herstellung von Medikamenten wieder nach Deutschland zurück zu holen, damit wir unabhängig von Zulieferungen aus dem Ausland die gesundheitliche Versorgung unserer Bevölkerung sicher stellen können. Das gilt selbstverständlich auch für neue und innovative Therapiemöglichkeiten, wie den gezielten Wirkstofftransport mit Hilfe von Magnetischen Nanopartikeln.

Was ja Menschen mit Tumorerkrankungen helfen soll.

Genau. Denn man darf bei aller aktueller Diskussion nicht vergessen, dass gerade Tumorerkrankungen zu den häufigsten Todesursachen zählen und wir hier dringend neue, innovative und erfolgversprechende Wege beschreiten müssen, damit wir Krebspatienten besser helfen können. Dazu benötigen wir entsprechende Finanzmittel. Wir sind sehr froh, dass wir für unser Forschungsprojekt Innovative Diagnostik von primären Lebertumoren und Lebermetastasen mit Eisenoxidnanopartikel eine große Spende von der Manfred-Roth-Stiftung erhalten haben.

Wie groß ist die Spendenbereitschaft von Privatpersonen denn generell?

Die Bereitschaft von Privatpersonen, unsere Forschungen zu unterstützen ist gut und ich freue mich über jeden Cent, den wir für unsere Arbeiten bekommen.

Macht es Ihnen Mut, dass gerade Einzelne oder auch Stiftungen Ihre Forschungsarbeit in dem Bereich unterstützen?

Die Unterstützung durch Einzelne und hier insbesondere Stiftungen ist von zentraler Bedeutung für unsere Forschungsarbeiten und ich bin sehr froh und dankbar dafür. Ohne diese Zuwendungen wäre es deutlich schwieriger, kontinuierlich und erfolgreich voran zu kommen.

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