Erlangen: Weg mit ungeliebten Geschenken

5.1.2016, 15:00 Uhr
Unter dem Weihnachtsbaum lagen an Heiligabend viele Geschenke. Auch solche, die der Beschenkte wieder zurückgeben möchte.

© dpa Unter dem Weihnachtsbaum lagen an Heiligabend viele Geschenke. Auch solche, die der Beschenkte wieder zurückgeben möchte.

Frau Schorcht, wie viele ungeliebte Geschenke hatten Sie unterm Weihnachtsbaum?

Claudia Schorcht: Gar keines, aber ich habe eine Kiste von ungeliebten Geschenken aus meiner Familie, die sich gegenseitig sehr beschenkt. Da ist das ein oder andere Stück drin, das bei der Versteigerung sicher Gefallen findet.

Nun können solche Dinge am 6. Januar im Lesecafé versteigert werden. Haben Sie die Idee dazu aus Nürnberg übernommen?

Schorcht: Unsere Veranstaltung hat nicht wirklich etwas mit dem Nürnberger Konzept zu tun. Wir haben vielmehr ein Format gesucht, mit dem wir etwas für den Verein Kwa Moyo und sein Engagement für ugandische Kinder tun können. Wir wollten die Hilfe für Kwa Moyo nicht vor Weihnachten enden lassen — und haben unsere Aktion daher auf das neue Jahr gelegt. Die Einnahmen des Abends gehen größtenteils an den Verein.

 

Steht bei der Versteigerung vor allem der Nachhaltigkeitsaspekt im Zentrum? Schließlich ist das ein Schwerpunkt im Lesecafé.

Schorcht:Ja, auf jeden Fall. Wir haben auch ein kleines Verschenk-Regal in unserem Café. Dafür kann man pro Besuch einen Gegenstand mitbringen. Der alte Besitzer muss eine kleine Geschichte auf eine Karte schreiben, warum er die Sache abgibt. Und der, der den Gegenstand mitnimmt, muss ebenfalls auf ein Blatt schreiben, weshalb er denkt, dass er ihn brauchen kann.

 

Und was gibt es am Mittwoch?

Schorcht: Wir haben ein Buffet, von dem ein Teil der Einnahmen an Kwa Moyo geht. Außerdem führen wir die Versteigerung durch, von der wir denken, dass sie einen großen Unterhaltungswert haben wird. Es sind bei solchen Versteigerungen ja stets Dinge dabei, die schon vom Anblick her sehr lustig sind. Wir haben einen Moderator, der das Ganze sicher witzig präsentieren wird.

 

Kann man alles bringen?

Schorcht: Nein, denn es ist mir wichtig, dass wir nicht irgendwelchen Müll versteigern, sondern Dinge, mit denen man selbst nichts anfangen kann, aber dafür vielleicht irgendjemand anderes.

 

Kann denn jeder mitmachen?

Schorcht: Ja. Aber es geht nicht darum, irgendwelchen Müll loszuwerden. Um das zu vermeiden, werden wir voraussichtlich zwar auch die nicht versteigerten Gegenstände behalten und sie an den Umsonstladen abgeben — aber nur wenn der Besitzer pro Stück zwei Euro zahlt. Das Geld geht ebenfalls an Kwa Moyo.

 

Die Versteigerung plus Buffet (15 Euro) findet Mittwoch, 6. Januar, 18 Uhr, im Lesecafé Anständig Essen (Hauptstr. 55, Altstadtmarktpassage) statt. Eine Anmeldung ist hilfreich: (0 91 31)/4 00 04 56 (AB) bzw. info@lesecafe-anstaendig-essen.de

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