Erlangens Altstadt soll einen "Makerspace" bekommen

11.1.2021, 18:00 Uhr
Noch bis April kann man im Schaufenster des ehemaligen Lederwarenladens Pfeiffer an der Hauptstrasse 52 einen Eindruck davon bekommen, was im Makerspace geboten werden wird.

Noch bis April kann man im Schaufenster des ehemaligen Lederwarenladens Pfeiffer an der Hauptstrasse 52 einen Eindruck davon bekommen, was im Makerspace geboten werden wird. © privat

Es soll ein Ort werden, an dem Menschen zusammenkommen, um gemeinsam an kreativen, technischen, künstlerischen und unternehmerischen Projekten zu arbeiten. Ein Ort, wo sie sich austauschen, Ergebnisse ausstellen und Ideen und Lösungen einem Publikum präsentieren können. Ziel ist es, die Felder Kunst, Technik, Spiel und Wissenschaft miteinander zu vereinen. "Ich kenne kein Projekt, dem das bisher gelungen ist", sagt Kulturamtsleiterin Anne Reimann.

Allerdings: Bisher gibt es diesen Ort noch nicht. Und wo es ihn geben wird, steht noch nicht fest. Sicher ist, dass er in der Altstadt entstehen soll, um den dort zunehmenden Leerständen zu begegnen. Wer wird das bezahlen? "Der Stadtrat hat die Notwendigkeit kultureller Bildung erkannt", sagt Reimann, was ein sehr gutes Zeichen sei. "Vernetztes Know-How ist zwingend notwendig für die Zukunft."

Für Gruppen und Einzelpersonen

Dass es ein Projekt für Jung und Alt sein soll, sieht man alleine an der Liste der Gruppen, die es unterstützen: Jochen Hunger Museum & exhibition design Bits’n’Bugs e.V., CCC Erlangen, SeniorenNetz Erlangen, FAU FabLab, Jugend Kunstschule Erlangen (JuKS), VHS Erlangen, Stadtbibliothek Erlangen Health Hackers e.V., eXcape Erlangen und Studio B 11.

"Diese breite Basis möchten wir nutzen und weiter ausbauen, aber nicht nur organisierte Gruppen, sondern auch Einzelpersonen, freischaffende Künstlerinnen, Hobbyisten und Begeisterte ohne formale Strukturen sollen sich hier einbringen können", sagt Ausstellungsgestalter Jochen Hunger, einer der Initiatoren des Makerspace.

Ob der Ort, wenn er denn gefunden und finanziert ist, auch Makerspace heißen wird? "Das ist ein etwas sperriger Name, den wir so wollten, weil es das, was wir wollen, noch nicht gibt. Und erst wenn wir es vor Augen haben, speziell die Räumlichkeiten und die Position in Erlangen, werden wir den richtigen Namen dafür wissen", sagt Hunger.

Gründung des Betreibervereins steht bevor

Der nächste Schritt ist erst einmal die Gründung des Betreibervereins Makerspace für Erlangen. Sie ist für den 4. März vorgesehen. Laut Hunger gibt es bislang knapp über 50 Leute, die mitmachen wollen.

Es sollen aber noch viel mehr Mitglieder werden – für einen Beitrag von monatlich mindestens einen Euro. Dafür bekommt man Zugang zu allen Angeboten, die es geben wird.

Der Kern des Makerspace soll eine Werkstatt sein. Hier werden die Möglichkeiten geboten, um fast alles zu erschaffen. Von Feinmechanik und Elektronik bis hin zu Möbeln und vielleicht sogar Häusern. Digitale oder computergesteuerte Maschinen wie 3D-Drucker sollen genauso präsent sein wie Hammer und Schraubendreher.

"Wir wollen ein Ort für alle sein, beispielsweise auch Senioren erklären, was Bitcoins sind. Wenn man die Maschinen bedienen möchte, muss man aber Mitglied werden", sagt Hunger. Es ist angedacht, die Öffnungszeiten in die Abendstunden und aufs Wochenende zu legen.

https://betreiberverein.de/vision/

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