Erlanger Bildungsprojekt macht sich bezahlt

10.3.2016, 12:00 Uhr

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„Das klappt ausgezeichnet“, sagt Regina König, die Rektorin der Grundschule Büchenbach. „Das ist eine ausgesprochen pragmatische Lösung, die ich sehr schätze“, unterstreicht Helmut Klemm, Rektor der Eichendorff-Mittelschule. Wenn die beiden Schulleiter auf das Modellprojekt „Optimierte Lernförderung“ angesprochen werden, gibt es nur Lob. Seit Januar dieses Jahres ist die Grundschule Büchenbach mit von der Partie – neben der Hermann-Hedenus-Grundschule die letzte „Neuaufnahme“ – , die Eichendorffschule dagegen ist von Anfang an dabei gewesen.

Vier Schulen nahmen ursprünglich an dem Projekt teil, inzwischen sind es zehn. Es hat sich offenbar herumgesprochen, dass es etwas bringt, die Nachhilfe direkt an der Schule zu organisieren. Die Eltern der Kinder, die Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket haben, sind dankbar, dass ihnen diese Organisation abgenommen wird. Von sich aus würden sie keine Nachhilfe an Land ziehen. Bei dem Modellprojekt dagegen werden sogenannte „Pädagogen in der Bildungsarbeit“ — Studenten, Lehrer im Ruhestand oder ohne Anstellung — durch die Volkshochschule akquiriert und kommen an die Schulen. „Das ist eine segensreiche Initiative in einer Schule, wo fast jeder Dritte aus einer prekären Situation kommt“, so Klemm.

110 Schüler der Eichendorff-Mittelschule werden auf diese Weise unterstützt. „Wir sehen einen hohen Bedarf“, sagt der Schulleiter. Die Hauptschwerpunkte liegen auf den Bereichen Deutsch und Mathematik. Dass die Lernunterstützung direkt an der Schule erfolgt, ist auch in anderer Hinsicht von Vorteil. Um die Lerndefizite der Jugendlichen in den Griff zu bekommen, müsse immer auch Beziehungsarbeit geleistet werden, so Klemm. „Wir brauchen eine enge Kooperation der Lehrer mit den für die Nachhilfe zuständigen Mitarbeitern“, erläutert der Pädagoge. „Durch Absprachen können wir eine Passgenauigkeit herstellen, die sich bezahlt macht.“ Das sieht auch Regina König so. „Die Schüler werden in Kleingruppen von jeweils drei Kindern dort unterstützt, wo sie ihre Schwächen haben. Es ist eine sehr wirksame Methode, dass die Lehrer dies mit begleiten können.“

Von der Wirksamkeit der „Optimierten Lernförderung“ haben sich auch die Stadträte überzeugen lassen. Über alle Parteien hinweg sprachen sie sich erst im jüngsten Sozialausschuss wieder für das Modellprojekt aus.

„Ich hoffe, dass bei der Zuweisung der Gelder vom Freistaat an die Stadt Verbesserungen eintreten“, sagte CSU-Stadträtin Gabriele Kopper. „Die Unterstützung bei der Bildung ist eine der wirksamsten Arten, Armut nachhaltig entgegenzuwirken“, betonte Gisela Niclas (SPD). „Es ist eine absurde Situation, dass wir uns in Erlangen sehr gut aufgestellt haben, was die Sicherung von Bildungsgerechtigkeit angeht, und dann finanziell so abgespeist werden.“

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