Erlanger Erfindung sorgt für saubere Einkaufswagen

28.9.2020, 05:36 Uhr
Der Inhaber der IG Franken Gebäudereinigung, Ingo Gartner, hat das Reinigungsgerät selbst entworfen — und kürzlich auch der Allgemeinheit präsentiert.

Der Inhaber der IG Franken Gebäudereinigung, Ingo Gartner, hat das Reinigungsgerät selbst entworfen — und kürzlich auch der Allgemeinheit präsentiert.

Eigentlich ist Ingo Gartner kein Erfinder. Als Inhaber der IG Franken Gebäudereinigung kümmert er sich um die Sauberkeit von Krankenhäusern, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen. Dass der Erlanger nun ein eigenes Produkt auf den Markt bringt, ist wohl vor allem der gegenwärtigen Pandemie geschuldet.

Als Corona im März das Hygienebewusstsein der Menschen veränderte, beobachtete Gartner beim Einkaufen andere Kunden, die umständlich versuchten, die Griffe ihrer Einkaufswagen zu desinfizieren. "Das muss doch auch anders gehen", dachte sich Gartner. Die Idee für ein Reinigungsgerät für Einkaufswagen war geboren. Möglichst langlebig sollte es sein, mobil und leicht zu bedienen.

Drei Prototypen wurden gebaut

Gemeinsam mit Sohn Fabian sammelte er Ideen und brachte sie aufs Papier. Als der Entwurf schließlich stand, arbeiteten sie gemeinsam mit Maschinenbauingenieuren an der Umsetzung. Drei Prototypen wurden gebaut, bis das Produkt "reiner" marktreif war.

Möglichst langlebig, mobil und leicht zu bedienen sollte das Desinfektionsgerät nach Ingo Gartners Vorstellungen sein.

Möglichst langlebig, mobil und leicht zu bedienen sollte das Desinfektionsgerät nach Ingo Gartners Vorstellungen sein. © Foto: Harald Sippel

Das Prinzip ist denkbar einfach. Der Kunde schiebt den Einkaufswagen in das Gerät und betätigt ein Fußpedal, sodass der Handgriff desinfiziert wird. Anschließend wird der gereinigte Wagen einfach wieder herausgenommen.

Anschaffung kostet 5000 Euro

Bisher ist "reiner" das einzige Produkt mit dieser Funktionsweise. Zwar gibt es auch andere Reinigungsgeräte für Einkaufswagen, die arbeiten allerdings mit einem anderen System und sind nicht so mobil. "reiner" kann darüber hinaus auch sowohl innen als auch außen aufgestellt werden.

Die Anschaffung des Reinigungsgeräts kostet 5000 Euro, auch eine Leihoption über 36 Monate ist möglich. Ob die Investition gerechtfertigt ist, wird dann die Zukunft zeigen. Mit dem Edeka-Center "Bächmann" konnte das Unternehmen bereits einen ersten Kunden für sich gewinnen.

Firmenchef Ingo Gartner (re) und sein Sohn Fabian bei der Vorstellung von

Firmenchef Ingo Gartner (re) und sein Sohn Fabian bei der Vorstellung von "reiner", für die der Vizepräsident der Handwerkskammer Mittelfranken Christian Sendelbeck (li) und der Wirtschaftsstaatssekretär Roland Weigert nach Erlangen kamen. © Harald Sippel

Erster Einsatz in Herzogenaurach

Kürzlich wurde das Produkt in Erlangen jetzt auch der Allgemeinheit vorgestellt. Auch Staatssekretär Roland Weigert war dazu vor Ort. Demnächst wird das Gerät dann an die Edeka-Filiale in Herzogenaurach geliefert. Die Akzeptanz der Supermarktbesucher wird wohl darüber entscheiden, ob sich "reiner" auch flächendeckend durchzusetzen kann.

Firmenchef Ingo Gartner hofft indessen, neben weiteren Supermärkten auch Flughäfen als Kunden gewinnen zu können.

Dort könnte das neue Reinigungsgerät dann beispielsweise zum Desinfizieren von Gepäckwägen oder auch Handgepäckstücken eingesetzt werden. Mit dem Edeka-Cener "Bächmann" ist bereits ein erster Kunde gefunden.

Hannah Kress

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