Donnerstag, 17.10.2019

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Erste Ausstellung in Erlangen: Flüchtling zeigt seine Werke

Der aus Syrien stammende Khaled Abdo stellt in der Volkshochschule Skizzen und Gemälde aus - 21.09.2019 18:00 Uhr

„Die Kunst ist der Ort der Seele“: Der Künstler Khaled Abdo bei der Hängung seiner Bilder.


Man muss sich den Zeichner und Maler Khaled Abdo als impulsiven Menschen vorstellen. Vor allem in seinen Zeichnungen, die oft als schnelle Skizzen daherkommen, ist der aus Syrien nach Deutschland geflüchtete Künstler und Kunstlehrer als Mensch zu erleben, der eine große Freude darin empfindet, Menschen zu "porträtieren", sie in allen möglichen (Alltags-)Szenen einzufangen. Sein sicherer Strich – Bleistift oder Kugelschreiber – und ein Skizzenblock reichen dazu völlig aus.

Mehr als 2700 Kurse im neuen Programm der VHS

Von Abdos großer Kunst, auch kleine Dinge, Begebenheiten, aber vor allem Menschen abzubilden, kann man sich ab Montag im großen Saal der Volkshochschule (sowie in den Gängen davor) überzeugen, wo Abdo 62 Werke ausstellt – davon 43 Zeichnungen sowie Acryl- und Ölgemälde. Eröffnet wird die Schau mit dem Titel "Farbe und Seele" am Sonntag, 22. September, um 11.15 Uhr. Dann wird die neue Programmbereichsleiterin Kultur, Dunja Schneider, in Abdos Werk einführen, Gayané Sureni und Hadi Alizdeh begleiten mit Gesang und Percussion die Vernissage.

Khaled Abdo hat großes Talent

Als Khaled Abdo in Deutschland als ausgebildeter Kunst-Dozent und Zeichenlehrer ankam, hatte er trotzdem nur noch sein großes Talent – Qualifikationen aus Syrien gelten hier wenig. Seit der Zeit stellte der heute 42-jährige Künstler in verschiedenen Galerien aus und gibt – wie jetzt auch an der VHS – Zeichenkurse.

Abdo, der in einem Unternehmen seine Brötchen verdient und heute in Nürnberg wohnt, hatte das Glück, in Wendelstein eine Gastfamilie zu finden, die sein Talent erkannte und seine Bilder verbreitete. Danach lud ihn die Kunst-Akademie Faber-Castell zu einem Kurs ein. Es folgten Ausstellungen in den Räumen des Gostner Hoftheaters, beim Borgo-Ensemble in Köln nahm er an einer Gemeinschaftsausstellung geflüchteter Künstler teil. Und immer noch hofft Abdo, hier in Deutschland endgültig Fuß zu fassen und mit dem, was er am besten kann, sein Geld zu verdienen. Seine Zeugnisse liegen – ohne durchschlagenden Erfolg – in München im Kultusministerium, das Staatliche Schulamt in Nürnberg hat ihn bisher nur vertröstet.

"Die Kunst ist der Ort der Seele"

Ausstellungen wie die in der Volkshochschule bestärken ihn aber, nicht loszulassen von der Kunst, auch wenn sie ihn (vorerst) nicht ernähren kann. "Die Kunst ist der Ort der Seele", sagt Abdo, dessen eindringliche Flucht-Bilder heute längst von alltäglichen Beobachtungen, zahlreichen (Frauen-)Porträts und – neuerdings – auch Farbkompositionen aus dem Bereich des Phantastischen Realismus abgelöst wurden. Über allem aber stehen Abdos Zeichnungen, die ihn als einen Künstler ausweisen, der die Menschen liebt.

Info: Khaled Abdo: "Farbe und Seele", Zeichnungen und Gemälde, Volkshochschule Erlangen, Friedrichstraße 19. Bis 21. Februar 2020, geöffnet Mo.-Fr. 10 bis 17 Uhr (nicht an Feiertagen, in den Ferien oder bei Veranstaltungen).

pm

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