Gebäude am Günther-Gelände in Eltersdorf werden abgerissen

23.3.2020, 13:24 Uhr
Auf dem ehemaligen Günther-Gelände in Eltersdorf an der Weinstraße wird derzeit alles abgebrochen.

Auf dem ehemaligen Günther-Gelände in Eltersdorf an der Weinstraße wird derzeit alles abgebrochen. © Klaus-Dieter Schreiter

Ein "Schandfleck" für Eltersdorf sei die alte Industriebrache an der Weinstraße, dort würden "kriminelle Dinge" passieren, hatte der Ortsbeiratsvorsitzende Wolfgang Appelt noch im Juli 2018 während einer Sitzung seines Gremiums festgestellt. Mehrmals hatte die Feuerwehr dorthin ausrücken müssen, um kleine und große Feuer zu löschen. Auch "dunkle Gestalten", die auf dem Gelände in den alten Hallen offenbar übernachtet haben, hatten die Bürger ausgemacht. Darum hatte der Ortsbeirat seinerzeit gefordert, diese "schlimme Sache" müsse endgültig abgestellt werden. Das geschieht nun gerade, und darum sind die Bürger in Eltersdorf froh über die Abrissarbeiten.

Besorgt waren die Bürger aber auch, weil eine Immobilienfirma aus Essen, der das Gelände gehört, offenbar geplant hatte, auf dem rund 51 000 m² großen Grundstück einen Warenumschlagsort oder ein Logistikzentrum zu errichten. Das konnte man im Internet auf der Homepage des Unternehmens nachlesen. Diese Nutzung hätte vermutlich recht viel zusätzlichen Lastwagenverkehr bedeutet, was die Einwohner, die ohnehin schon unter viel Verkehr leiden, noch mehr belastet hätte. Inzwischen hat die Stadt allerdings einen Bebauungsplan für das gesamte Gewerbegebiet aufgestellt, auf dem auch das ehemalige Günther-Gelände liegt.

Abrissarbeiten sind inzwischen weit fortgeschritten

Darin heißt es: "Betriebe, die negative Auswirkungen hinsichtlich schutzwürdiger Nutzungen in der Umgebung sowie negative Auswirkungen verkehrlicher Art (Verkehrsmenge, Fahrzeugarten in Zusammenhang mit der Leistungsfähigkeit der bestehenden Verkehrsinfrastruktur) verursachen, sollen ausgeschlossen werden." Zudem ist zur Sicherung der Bauleitplanung eine Veränderungssperre beschlossen worden. Damit scheint das ursprüngliche Ansinnen des Essener Unternehmens nicht mehr realisierbar. Tatsächlich wird auf dessen Internetportal inzwischen auch nicht mehr mit dieser Nutzung geworben.

Die Abrissarbeiten sind inzwischen weit fortgeschritten. Nur das ausgebrannte Bürogebäude an der Süd-West-Ecke steht noch, und an einer großen Halle im nördlichen Bereich knabbern gerade die Bagger. Es sind jedoch nicht nur die Gebäude abgebrochen worden, auf dem gesamten Gelände wurden auch sämtliche Bäume einschließlich der alten abgeholzt. Darum sieht es dort nun aus wie auf einer Mondlandschaft. Auf die Gefahren, die beim Betreten des Geländes entstehen, wird mit zahlreichen Transparenten am Bauzaun ebenso hingewiesen wie auf eine Videoüberwachung.

Bauantrag für das Gelände liegt der Stadt vor

Die EN wollten darum von dem Essener Unternehmen wissen, wie es mit dem Areal nun weitergeht und haben ihm eine schriftliche Anfrage geschickt. Die ist bislang jedoch noch nicht beantwortet worden.

Laut dem Erlanger Planungsreferenten Josef Weber liegt für das Günther-Gelände inzwischen ein Bauantrag vor. Der sei "vom Grunde her genehmigungsfähig", sagt Weber. Jedoch seien einige Details noch zu klären. Der Abriss der Gebäude sei trotz der Veränderungssperre erlaubt, sofern er nicht als Vorbereitung für eine nicht genehmigte Bebauung erfolge. Das sei hier offensichtlich nicht der Fall.

 

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