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Sonntag, 20.09.2020

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Hohe Kosten für Erlanger Familie

Der Fall von Steffi Störzer sorgte für großes Mitgefühl. Doch einige Fragen waren noch zu klären. - 09.08.2020 10:00 Uhr

Die Erlangerin Steffi Störzer und ihr Sohn Nico.

© privat


Herr Neumeier, weshalb übernimmt die Krankenkasse die Kosten nicht?

Leider gibt es diese Problematik immer wieder. Teilweise übernehmen Krankenkassen die Kosten, dies jedoch erst sehr spät. Der Patient muss in Vorleistung gehen. Häufig sind die von Schulmedizinern verschriebenen Therapien auf die Stärkung des Immunsystems gerichtet, das aufgrund der Krebserkrankung und durch Chemotherapien sehr reduziert ist.Und wie im Falle der Erlanger Patientin, bei der die üblichen Behandlungsmöglichkeiten mit hohen Risiken für bleibende Schäden verbunden sind, bleiben nur noch diese Therapieoptionen übrig.

 

Wie hoch sind diese Kosten?

Wir hatten einen ähnlichen Fall 2018 in Landshut: Ein junger Mann, auch mit Hirntumor, bei dem die ärztlich verordnete Therapie nicht von der Kasse bezahlt wurde. Die Familie hatte versucht, nachdem die eigenen Ersparnisse aufgebraucht waren, die Gelder über Verwandte zu sammeln und musste schließlich Kredite aufnehmen, um die Kosten von rund 120 000 Euro bezahlen zu können.

Was genau wird damit finanziert?

Nicht nur das Medikament selbst, sondern auch zusätzliche Medikamente, Schmerzmittel, Vitamin- und Mineralstoffpräparate sowie Fahrtkosten zu Spezialkliniken mit Übernachtungskosten. Die Medikamente müssen regelmäßig verabreicht werden, so dass die Nebenkosten dafür etwa im Zwei-Wochen-Rhythmus und auf lange Zeit anfallen.

 

Damit ist aber immernoch der seelischen Belastung einer so schweren Erkrankung nicht geholfen. . .

Christian Neumeier.

© Foto: Sonnenherz


Exakt, die Patienten und deren Familien haben bereits genügend mit der Erkrankung zu kämpfen. Jeder zusätzliche Aufwand belastet umso mehr. Im Falle von Steffi ist auch die Unsicherheit sehr belastend. Wir sehen deshalb solch einen Spendenaufruf nicht nur als Möglichkeit, gezielt die Therapie zu finanzieren, sondern mit den Mitteln das Leben der Familie wenigstens etwas zu erleichtern.

Interview: chb

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