Samstag, 26.09.2020

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Initiative macht sich stark für Klimawende in Erlangen

"Klimaentscheid ERlangen" hat der Stadt einen Ziele-Katalog überreicht - 21.08.2020 18:00 Uhr

Sich für Klimaschutz-Maßnahmen zu erwärmen, könnte nicht zuletzt aus Eigennutz geschehen, wie an diesem Fahrrad nicht ohne Ironie angemerkt wird.

© Harald Sippel


Unwetter, Hitze, Dürre: Solche Meldungen häufen sich hierzulande seit einigen Jahren. In der Zukunft, so meint Stefan Jessenberger, wird sich diese Entwicklung fortsetzen. "Es ist kein Spaß, was da auf uns zukommt", ist der Möhrendorfer überzeugt. Deshalb, so meint er, müsste eigentlich jedem und jeder daran gelegen sein, den fortschreitenden Klimawandel zu bekämpfen. Jessenberger ist Vorsitzender des Vereins Energiewende ER(H)langen e.V. und hat mit diesem Anfang des Jahres den Anstoß zur Gründung der Initiative "Klimaentscheid ERlangen" gegeben.

Stefan Jessenberger (r.) und Carsten Bartens (2.v.r) übergaben den Zielekatalog der Initiative „Klimaentscheid ERlangen“ an Umweltamtsleiter Rainer Lennemann (Mi.).

© privat


Jetzt hat eine Delegation der Initiative einen Zielekatalog die Stadt überreicht. Diese hat sich auf den Weg zur Klimaneutralität gemacht, nachdem der Stadtrat im Mai letzten Jahres den Klimanotstand ausgerufen hatte. 100 Millionen Euro wollen SPD und CSU, so haben sie es in ihrer Kooperationsvereinbarung festgehalten, für zusätzliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Klimakrise in den kommenden sechs Jahren bereit stellen. In der jüngsten Stadtratssitzung im Juli, in der die von der Stadt in Auftrag gegebene Klimanotstands-Studie vorgestellt wurde, beschloss das Gremium, dass man das 1,5 Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens erreichen will. Doch bis wann und mit welchen konkreten Maßnahmen in welchen Bereichen?

Für die Oktober-Sitzung des Stadtrats ist der Beschluss geplant, bis wann die Stadt Erlangen klimaneutral werden soll. "Die Initiative ,Klimaentscheid ERlangen‘ begrüßt den Schritt des Stadtrates, sich diesbezüglich verbindliche Ziele zu setzen", sagt Stefan Jessenberger. "In den Prozess der Erstellung des Beschlusstextes für den Stadtratsbeschluss möchte sich die Initiative proaktiv einbringen", führt er weiter aus.

Deshalb habe das Bündnis einen Katalog an Zielen zu den relevanten Themenbereichen wie zum Beispiel Mobilität – hierfür wurden die Ziele der Initiative Radentscheid Erlangen übernommen – und Energieversorgung erstellt und fordere Stadtverwaltung und Stadträte auf, sich intensiv damit zu befassen. In den Zielekatalog flossen Vorschläge aktiver Bürger und der in der Initiative vertretenen Organisationen ein – neben dem Verein Energiewende ER(H)langen sind dies die Ortsgruppen von Fridays for Future, Parents for Future, Students for Future, Employees for Future, XR Erlangen, die Katholische und die Evangelische Hochschulgemeinde, Bund Naturschutz, das Ökoreferat der Friedrich-Alexander-Universität, Fairlangen, Landesbund für Vogelschutz, der Dritte Welt Laden sowie die Bürgerinitiative Solidarische Landwirtschaft.

Der Zielekatalog umfasse Themen, die die Stadtbevölkerung direkt betreffen, sagt Stefan Jessenberger. Bei der Umsetzung sei der Mobilisierungsprozess entscheidend, "damit die Menschen Lust haben mitzumachen".

Bereits reagiert auf den Vorstoß der Initiative hat Tina Prietz, Sprecherin für Klimaschutz und Partizipation der Grünen-Stadtratsfraktion. "Wir haben in unserer Stadt viele Menschen mit Mut, kreativen Ideen und Expertise, die sich zusammengeschlossen und in tagelanger Arbeit verschiedenste Maßnahmen für eine echt Klimawende gesammelt haben", erklärt sie. Das liefere richtungsweisende Ideen, die der Stadtrat nur sehr schwer ablehnen könne.

Einen Bürgerentscheid will die Initiative, wie diese mitteilt, vorerst nicht auf den Weg bringen. Man wolle jetzt erst einmal abwarten, wie die Abstimmungen im Stadtrat ausfallen.

EVA KETTLER

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