Erste Vorbereitungen laufen

Kann 2022 in Erlangen die Bergkirchweih wieder stattfinden?

Stefan Mößler-Rademacher, Leiter der Lokalredaktionen Erlangen und Herzogenaurach
Stefan Mößler-Rademacher

Erlanger Nachrichten, Leiter der Lokalredaktionen Erlangen und Herzogenaurach

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8.2.2022, 17:15 Uhr
In der Corona-Pandemie wurde das Bergkirchweihgelände teilweise eingezäunt.

© Stefan Mößler-Rademacher, NN In der Corona-Pandemie wurde das Bergkirchweihgelände teilweise eingezäunt.

„Mir fehlt das so, das glaubst du nicht – hab’ den Berg so lieb“, sang Sonja Tonn im Mai 2021 auf der Bühne im Stadtmuseum. Damals hatten sich Künstler und Berkirchweih-Liebhaber zusammengetan, um mit "Der Berg ruht - wir nicht" via Internet-Live-Stream einen kleinen Ersatz für das in der Corona-Pandemie abgesagte Open-Air-Volksfest in die Wohnzimmer in nah und fern zu liefern.

"Herz, Gefühl, Leidenschaft, Liebe" – das war die eine Seite der Bergkirchweih, die damals in den Fokus rückte. Die andere ist auch eine wirtschaftliche. Knapp eine Million Gäste strömte vor der Pandemie rund um Pfingsten zum "Berg" nach Erlangen. "Aus der rund 20-jährigen Beobachtung weiß ich: Taxifahrer profitieren normalerweise von der Bergkirchweih enorm. Die Gastronomen, gerade diejenigen, die in den Abendstunden den After Berg mitgestalten, sind stark dabei. Die Hoteliers, weil viele Besucher zu Pfingsten wieder nach Erlangen zurückkommen. Auch die Einzelhändler werden den Ausfall merken. Man sieht, dass viele Branchen an diesem Kulturevent stark partizipieren", sagte nach der Absage 2020 beispielsweise Erlangens Wirtschaftsreferent Konrad Beugel, der als "Bergreferent" bei der Stadt auch für die Bergkirchweih zuständig ist.

Zweimal musste die Bergkirchweih bereits abgesagt werden. Stellt sich nun die große Frage: Wie geht es 2022? Gibt es eine Chance, dass es wieder heißen kann: "Der Berg ruft!"? Zumindest wird schon mal wie alle Jahre vorab geplant. Mitte Oktober endete die Bewerbungsfrist für die Schausteller. Es gab knapp 400 Bewerbungen. Die Abteilung „Märkte und Kirchweihen“ bereitet sich also auf die Durchführung vor und beobachtet natürlich das weitere Geschehen. Parallel werden verschiedene Szenarien durchgespielt, wie bisher bekannte und gängige Infektionsschutzmaßnahmen umgesetzt werden könnten.

Das große "Aber"

Dann kommt aber das große "Aber" von Guisbert Yassin-Inti Velasco, Leiter der Abteilung „Märkte und Kirchweihen“ im Liegenschaftsamt: "Ob die Bergkirchweih in diesem Jahr stattfinden kann, kann derzeit aufgrund der weiterhin dynamischen Infektionslage noch nicht gesagt werden."

Um für viele Fälle gewappnet zu sein, werden verschiedene Überlegungen angestellt: "Themen wie 2G oder Einlasskontrollen, die wir aus einigen Bereichen unseres täglichen Lebens mittlerweile ganz gut kennen, sind in den Szenarien natürlich enthalten. Gleichzeitig ist jedes Szenario auf seine Praktikabilität und Umsetzbarkeit zu prüfen. Diesen teils weitreichenden Fragestellungen gehen wir intensiv nach", stellt Velasco klar.

Keine zeitliche Ausdehnung möglich

Wie im Vorjahr steht fest, dass die Bergkirchweih wieder rund um Pfingsten stattfinden wird: "Im Hinblick auf die angrenzende Wohnbebauung ist eine zeitliche Ausdehnung der Bergkirchweih nicht möglich", heißt es aus dem Rathaus. Für Alternativ-Veranstaltungen wie es z.B. war, fehle es laut Amt hingegen "bedauerlicherweise an einer geeigneten - und damit ist primär gemeint einer rechtlich zulässigen - Fläche".

Doch wann fällt denn nun eine Entscheidung? "Aus heutiger Sicht ist es auch schwer, einen fixen Termin für die Entscheidung zu benennen", ergänzt Velasco und stellt klar: "Diese offene Situation ist für uns als Veranstalter und für Festwirte und Schausteller extrem kompliziert! Zentral sind die landes- und bundesweiten Vorgaben zu Veranstaltungen, aber natürlich auch die Situation vor Ort. Aktuell wären Veranstaltungen wie die Bergkirchweih nicht erlaubt."

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