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Donnerstag, 24.09.2020

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Keimzelle des Regionalparks Pegnitz-Rednitz-Regnitz ist Erlangen

Ziel: die Schaffung einer regionalen Identität. - 14.08.2020 12:00 Uhr

Die historischen Wasserschöpfräder an der Regnitz bei Möhrendorf werden als Technik- und Kulturdenkmale erhalten. Zu verdanken ist dies einem Verein, der vor 15 Jahren gegründet wurde. Heutzutage werden sie von ehrenamtlichen Helfern zu Beginn der Sommersaison aufgestellt und am Ende der Saison abgebaut.

© Harald Hofmann


Herr Balleis, die Regionalparkidee ist ja eigentlich keine neue. Beispiele: Der Regionalpark Rhein-Main sowie der Escher Landschaftspark. Auch andernorts gibt es Regionalparks. In Bayern hat sich diese Idee aber noch nicht richtig durchgesetzt.

Das ist vollkommen richtig. Die Regionalparkidee ist in der Tat nicht neu und hat in den genannten Regionen bereits eine segensreiche Wirkung entfaltet. Bis zum heutigen Tag gibt es neben dem Regionalpark Pegnitz-Rednitz-Regnitz im gesamten Freistaat Bayern keinen einzigen vergleichbaren Regionalpark im urbanen Raum.

Können Sie kurz skizzieren, was der Regionalpark Pegnitz-Rednitz-Regnitz ist?

Der Regionalpark soll im Verdichtungsraum der Städte Nürnberg, Fürth, Erlangen und Schwabach eine freie Raumentwicklung sicherstellen, die den Belangen der Naherholung, der Raumgestaltung und dem Erhalt des Kulturerbes dient. Er soll eine regionale Identität schaffen und einen positiven Standortfaktor darstellen.

Der Regionalpark hat mehrere sogenannte Handlungsfelder definiert. Um welche handelt es sich dabei konkret?

Die Handlungsfelder umfassen die Bereiche Kultur, Natur und Freizeit. Darüber hinaus will der Regionalpark eine systematische Vernetzung auf örtlicher und regionaler Ebene herstellen. Dank einer Bestandsaufnahme finanziert durch die Naherholungsvereine ist es gelungen, herausragende Beispiele aus den jeweiligen Kategorien in den einzelnen Gemeinden zusammenzutragen.

Welche Aufgabe übernimmt in diesem Zusammenhang der Förderverein, dem Sie vorsitzen?

Aufgabe des Vereins ist es, die einzelnen Schätze aus den jeweiligen Handlungsfeldern in den jeweiligen Städten und Gemeinden zu identifizieren und in nachvollziehbare Sinnzusammenhänge zu bringen.

Um die Vermarktung des Ballungsraums bemühen sich unter anderem die Europäischen Metropolregion Nürnberg, aber auch der Tourismusverband Franken. Wozu also noch einen Regionalpark für den Großraum Nürnberg?

Aufgabe des Regionalparkvereins ist nicht die Standortwerbung nach außen, wie es die vornehmste Aufgabe der Europäischen Metropolregion Nürnberg ist, sondern das Bewusstmachen der Natur- und Kulturschätze für die Bürgerinnen und Bürger, die in den jeweiligen Städten und Gemeindeverbänden leben.

Welche konkreten Projekte hat der Regionalpark in diesem Zusammenhang angestoßen und welche Rolle spielen dabei die Mitgliedsgemeinden?

Das prominenteste Beispiel des Fördervereins Regionalpark ist sicherlich das Projekt Wallensteins Lager, das inzwischen mit großem Engagement von den Städten Zirndorf, Oberasbach und Stein umgesetzt wird. Es soll an das größte Heerlager des 30-jährigen Krieges in unserer Region erinnern und gleichzeitig auch Kindern und Jugendlichen die Sinnlosigkeit von Kriegen veranschaulichen.

Wie ist die Resonanz in den Kommunen, die Sie für den Regionalpark gewinnen wollen?

Die Reaktion der politische Verantwortlichen in den bisher angesprochenen Kommunen ist durchwegs positiv. Allerdings stellt die Frage der finanziellen Umsetzung dieser Projekte doch ein großes Problem dar. Wir würden uns deshalb in diesem Zusammenhang eine institutionelle Unterstützung durch den Freistaat Bayern oder auch den Bezirk Mittelfranken wünschen.

Welche nächsten Schritte beziehungsweise Ziele verfolgen Sie?

Wir hatten zu Beginn dieses Jahres eine außerordentlich erfolgversprechende Veranstaltung mit den Bürgermeistern und Gemeinderäten der Gemeinden Buckenhof, Uttenreuth, Spardorf und Marloffstein. Hier erhoffen wir uns gerade auch im Interesse der Bürgerinnen und Bürger der Stadt Erlangen und des Landkreises Erlangen-Höchstadt die Erarbeitung eines integrierten Konzepts, das die Schlösser, Geotope und auch die geschichtliche Entwicklung dieser Gemeinden bewusst macht.

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