Umzug zum 35-jährigen Bestehen 

Kinderkrippe "Kleine Flitzer" zieht in saniertes Gewobau-Haus

7.9.2021, 10:30 Uhr
Gemeinsames Mittagessen in neuen Räumen: Die Kinderkrippe

Gemeinsames Mittagessen in neuen Räumen: Die Kinderkrippe "Kleine Flitzer" ist soeben in der Housing Area umgezogen. Vor 35 Jahren haben engagierte Eltern die Einrichtung ins Leben gerufen. Das Elternengagement ist heute noch Dreh- und Angelpunkt der Krabbelstube. © Harald Sippel, NN

Zufrieden und glücklich sehen sie alle aus: Kinder, Eltern, Erzieher. Die Krabbelstube "Kleine Flitzer" ist erst vor wenigen Wochen, vor der Sommerpause, in neue Räume umgezogen. Aus einem renovierungsbedürftigen Haus in der Schenkstraße, wo die Kinderkrippe 20 Jahre lang untergebracht war, ein paar Meter weiter in ein saniertes Haus in der Johann-Kalb-Straße. Von einem Haus der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewobau in ein anderes Gewobau-Gebäude. Hier, im Erdgeschoss des Wohnhauses, ist in zwei Wohnungen die neue Bleibe der zweigruppigen Kinderkrippe.

Voll des Lobes sowohl für die Gewobau als auch fürs städtische Jugendamt sind sie bei den "Kleinen Flitzern". Die jetzige Lösung mit der neuen Bleibe in der Johann-Kalb-Straße - den Standort also auf Dauer zu wechseln - hat ihnen erspart, während der Sanierung des Gebäudes in der Schenkstraße interimsweise in einen Container zu ziehen. "Die Gewobau hat sich dafür eingesetzt, dass wir nahtlos umziehen können", sagt die Vorstandsvorsitzende Mareike Welsch.

"Mehr als fair" findet sie auch, dass die Mehrinvestitionen, die durch den Einbau einer Fußbodenheizung notwendig wurden, nicht auf den Verein umgelegt wurden. Sogar einen Wanddurchbruch habe die Gewobau bei der Baufirma in Auftrag gegeben, sodass die beiden Wohnungen und damit die beiden Gruppen der Krabbelstube direkt miteinander verbunden sind.

Von Alterlangen in die Housing Area

32 Kleinkinder im Alter zwischen einem halben und drei Jahren werden in der Krippe betreut, zeitgleich sind es pro Gruppe höchstens zwölf Kinder mit jeweils drei Betreuungspersonen. Ein Blick zurück auf die Anfänge: 1986 gründeten engagierte Eltern den Verein Krabbelstube Erlangen e.V. Nach Anfängen in Räumen einer Kirchengemeinde zog die Einrichtung nach Alterlangen und von hier aus vor 20 Jahren in die Schenkstraße im Röthelheimpark.

Zum 35-jährigen Bestehen erfolgte nun der jüngste Umzug. Erzieherin Silvia Armbrüster wiederum kann ihr "25-Jähriges" feiern. Es sei toll, dass das Elternengagement der Anfangszeit heute noch weiterexistiere - auch wenn die Eltern längst vielfach gewechselt haben. Dass sich auf Dauer immer wieder Eltern finden, die bereit sind, "den Job" zu machen, sei großartig.

"Ein kleines Unternehmen"

"Der Job": Das ist viel Organisiererei, viel Verantwortung - und bedeutet im Grunde, ein kleines Unternehmen zu führen. Und das alles nebenbei. Vier Vorstandsmitglieder und ein Kassenwart bewältigen die Aufgabe. "Ich arbeite Vollzeit, dann kam Corona", sagt Mareike Welsch. Die Organisationsarbeit wurde noch viel mehr als vorher. "Wir sind ein Stück weit stolz, dass wir das geschafft haben", sagt sie für den ganzen Vorstand und auch im Hinblick auf alle Eltern. Denn diese würden sich aktiv in den verschiedenen Bereichen engagieren, zuletzt halfen alle beim Umzug zusammen.

Das Miteinander der Eltern wird als bereichernd empfunden - hat aber wie auch anderswo während der Lockdowns gelitten, für die Kommunikation wurde auf WhatsApp ausgewichen. Die frühe Teilnahme an der Wicovir-Studie mit Gurgeltests und die Anschaffung von Luftreinigern für alle Gruppenräume haben in der Pandemiezeit in der Einrichtung selbst für etwas mehr Sicherheit gesorgt.

Eines der ersten Krabbelstubenkinder

Für Mareike Welschs Tochter neigt sich die Zeit in der Krippe jetzt dem Ende zu, der Wechsel in den Kindergarten steht bevor. Kleines Detail am Rande: Vor drei Jahrzehnten war Mareike Welschs Mann eines der ersten Krabbelstubenkinder. Bei der Suche nach einer Betreuungseinrichtung für ihre Tochter brachte dessen Mutter das Paar auf die richtige Spur. "Gibt's denn die Krabbelstube noch?", fragte sie. Und siehe da: Es gibt sie noch, bloß der Ort hat gewechselt. Und jetzt gerade wurde für viele weitere Jahre die Grundlage geschaffen. Die wirkliche Grundlage aber ist das Engagement der Eltern.

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