Kürzer, schneller, bürgernah mit der Aurachtalbahn?

24.9.2018, 15:00 Uhr
Noch kann man auf der alten Aurachtalbahn-Trasse gefahrlos stehen, das soll anders werden. Zumindest soll neu überprüft werden, meinen (von links) Manfred Welker, William Borkenstein, Bernd Gillich, Peter Dittrich, Manfred Horn, Werner Gründel und Ulrich Bogen.

Noch kann man auf der alten Aurachtalbahn-Trasse gefahrlos stehen, das soll anders werden. Zumindest soll neu überprüft werden, meinen (von links) Manfred Welker, William Borkenstein, Bernd Gillich, Peter Dittrich, Manfred Horn, Werner Gründel und Ulrich Bogen. © Matthias Kronau

Bei rund 16 000 wahlberechtigten Bürgern müssten rund 1400 die entsprechenden Unterschriftenlisten unterschreiben, um einen Bürgerentscheid zu erreichen.

Die Frage, über die dann abgestimmt werden sollte, lautet: "Sind sie für eine Reaktivierung der Aurachtalbahn und dafür, dass die Stadt Herzogenaurach ein vom Zweckverband Stadt-Umland-Bahn unabhängiges Planungsbüro mit der Durchführung des Standardisierten Bewertungsverfahrens für die Reaktivierung der Aurachtalbahn als S-Bahn beauftragt?"

Wann macht‘s Sinn?

Was ist dieses "Standardisierte Bewertungsverfahren"? Es errechnet aufgrund aller zugänglichen Zahlen und Fakten den volkswirtschaftlichen Nutzen, den ein Großprojekt vermutlich haben wird. Am Ende steht eine Zahl: Über 1 bedeutet, das Projekt macht volkswirtschaftlich Sinn, darunter: wohl eher nicht.

Für die Stadt-Umland-Bahn ist dies schon lange durchgeführt worden mit dem Ergebnis: In der nun geplanten Form lohnt sich die StUB volkswirtschaftlich.

Für die Aurachtalbahn-Trasse ist dieses Verfahren nicht durchgeführt worden, der Stadtrat hatte sich mehrheitlich kürzlich dagegen ausgesprochen, ein solches Verfahren durchzuführen.

Grund: Die Renaturierung der Aurachtaltrasse sei von vielen Fachleuten frühzeitig als nicht sinnvoll und nicht machbar erklärt worden. Dazu sind auch Untersuchungen vorgelegt worden. Allerdings, so meint Ulrich Bogen, seien dazu veraltete Zahlen benutzt und die Kosten viel zu hoch angesetzt worden.

Das Argument der StUB-Befürworter, dass die Stadt-Umland-Bahn immerhin den kompletten Norden der Stadt mit adidas, Puma und Herzo Base sowie das große Büchenbach (Erlangen) mit erschließen würde, lässt die BI nicht gelten. Dies wurde bei der Vorstellung des Bürgerbegehrens am Donnerstag in Niederndorf als wenig relevantes Argument angesehen.

Die Initiatoren sehen den Vorteil ganz klar bei der Aurachtaltrasse: Der Flächenverbrauch ist geringer, zudem würde die Verkehrsachse von Herzogenaurach zur Autobahn/Erlangen via Niederndorf effektiv entlastet. Die Aurachtalbahn sei die wesentlich schnellere Verbindung. Die Stadt-Umland-Bahn brauche von Schaeffler bis zum Erlanger Hauptbahnhof 30 Minuten, so Bernd Gillich im Pressegespräch.

Die Reaktivierung der Aurachtaltrasse sei technisch und finanziell realisierbar, so die BI "Pro Aurachtalbahn". Binnen weniger Jahre könne mit einer Investition von maximal 22 Millionen Euro eine Aurachtalbahn fahren. Die StUB dagegen koste rund 200 Millionen Euro, was "eine riesige Verschwendung von Steuergeldern" sei.

Praktikabel sein

Damit widerspricht die BI der Standardisierten Bewertung der StUB als volkswirtschaftlich sinnvoll (knapp über 1). Bei einer geforderten Standardisierten Bewertung der Aurachtalbahn ist sich Ulrich Bogen sicher, dass diese sicher die Bewertung 2 oder 3 erhalten würde. Die Bürgerinitiative ist sich sicher: "kürzer, schneller, bürgernah" mit der Aurachtalbahn. 

Zu der BI "Pro Aurachtalbahn" gesellen sich laut Pressemitteilung noch die Initiativen IGEL (Interessengemeinschaft der Grundstückseigentümer und Landwirte), die Bürgerinitiative "Herzo Süd bewahren", der Bund Naturschutz und die Freien Wähler. Außerdem der Bürgerverein Rathgeberstraße. Nach derzeitigen Planungen soll die StUB durch diese Straße fahren.

Mehr Informationen zu den Zielen der BI gibt es auf facebook: Pro Aurachtalbahn. Eine Webseite pro-aurachtalbahn.de soll demnächst freigeschaltet werden. Am heutigen Samstag gibt es einen Infostand in der Hauptstraße.

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