Maroder Kanal saniert: An der A73 fließt das Abwasser

7.3.2019, 06:00 Uhr
Der Hauptsammler verläuft von der Feuerwehr quer über die Münchener Straße zur A 73.

© Fotos: Klaus-Dieter Schreiter Der Hauptsammler verläuft von der Feuerwehr quer über die Münchener Straße zur A 73.

Natürlich ließ es sich der Werkleiter des Erlanger Entwässerungsbetriebs (EBE), Wolfgang Fuchs, nicht nehmen, im Vortragssaal des neuen Verwaltungsgebäudes auf dem Klärwerksgelände "sein" Klärwerk vorzustellen, das in den letzten Jahren mit mehreren Millionen Euro auf den neuesten Stand der Technik gebracht und erheblich erweitert worden ist. Zehn Jahre lang könne es nun ohne Auflagen betrieben werden, resümierte er.

Derzeit werden zwei neue Gasbehälter gebaut, um das Energiemanagement in Zusammenarbeit mit der Photovoltaikanlage noch weiter zu verbessern.

Die Anforderungen steigen

Fuchs ging auch auf die ständig wachsende Einwohnerzahl Erlangens ein und auf die damit weiter steigenden Anforderungen an das Klärwerk. Immerhin muss das Abwasser von derzeit 114 000 Erlanger Einwohnern dort hin transportiert werden. Hinzu kommt noch die Kloake von den angeschlossenen Gemeinden im Umland mit rund 64 000 Bürgern.

Alle Abwässer laufen letztendlich in den Hauptsammler, der unter der Autobahn A 73 liegt. Gebaut wurde er zwischen 1958 bis 1961, als man die mächtigen Rohre einfach in das alte Bett des ehemaligen Ludwigskanals legte, der 1950 aufgelassen wurde. Später wurde über die Aorta der Erlanger Abwässer die A 73 drüber gebaut, sie liegt nun unter dem Mittelstreifen der Autobahn. Weil sie jetzt fast 60 Jahre alt und brüchig geworden ist, muss das mächtige Rohr saniert werden.

Dies ist eine besondere Herausforderung, denn die Autobahn kann dafür nicht einfach gesperrt werden. Darum werden Gruben auf dem Mittelstreifen ausgehoben, über die speziell angefertigte Profile auf einer Länge von rund 2,5 Kilometer in das vorhandene Rohr hineingeschoben werden (die EN berichteten). Dies sei seit 60 Jahren die größte und anspruchsvollste Baustelle, berichteten die ausführenden Firmen.

Unten ist es dunkel und eng

Die rund zwei Dutzend Spezialisten von der DWA durften anschließend die Baustelle besuchen und konnten auch angeseilt durch einen engen Schacht in den bereits fertig sanierten kleineren Teil des Hauptsammlers hinab steigen. Unser Mitarbeiter durfte sich ebenfalls in den Untergrund begeben. Dort in dem stockfinsteren und engen Rohr erläuterte die Bauleitern Clarissa Schneider von der Rohrsanierungsfirma AARSLEFF die Arbeiten.

Auch die mächtige Pumpstation nahe der Feuerwehr an der Äußeren Brucker Straße konnten die Besucher besuchen. Sebastian Brunner von der Firma Isas aus Füssen, die das Gesamtprojekt geplant hat, erläuterte ihnen, wie die Abwässer über einen Bypass um den derzeit still gelegten Hauptsammler herum geleitet werden.

Im März 2020 soll alles fertig sein

Laut Brunner sind die Arbeiten zwei Wochen vor dem eigentlichen Zeitplan. Die Baustelle wird nun bis zum Oktober ruhen, um den Verkehr auf der A73 in den Sommermonaten nicht zu behindern. Allerdings hatte es bislang durch die Baustelle und den notwendigen Verschwenk der Fahrspuren in Höhe des Großparkplatzes kaum nennenswerte Staus gegeben.

Die Abwässer werden während der Ruhezeit der Baustelle wieder durch den teilweise sanierten Hauptsammler fließen, die provisorische Rohrleitung entlang der Autobahn wird aber liegen bleiben, bis sie wieder als Bypass benötigt wird. Im März 2020 soll alles fertig sein. Die Baukosten einschließlich der Baunebenkosten sind mit rund 14,1 Millionen Euro veranschlagt.

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