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Montessori-Schule Erlangen wird Ganztagsschule

Montessori-Schule setzt auf gebundene Ganztagsklassen in der Sekundarstufe - 18.12.2014 06:00 Uhr

Auf forschendes Lernen wird an der Montessori-Schule großer Wert gelegt. Momentan sucht die Einrichtung nach einem großen Grundstück, wo dies — gekoppelt mit körperlichen Aktivitäten — auch im Freien möglich ist. © Harald Sippel


Die Montessori-Schule Erlangen wird zur Ganztagsschule – jedenfalls in der Sekundarstufe. Ab der fünften Klasse wird die Einrichtung ab kommendem Schuljahr ausschließlich gebundene Ganztagsklassen anbieten. In der Primarstufe soll weiterhin, wie bereits jetzt, die Wahlfreiheit zwischen gebundenen Ganztagsklassen und Halbtagsklassen bestehen.

„Wir haben pädagogisch motiviert über den Ganztag nachgedacht“, sagt Schulleiterin Sandra Schumacher. „Und wir haben uns entschlossen, gleichzeitig eine pädagogische und strukturelle Entwicklung zu machen.“ Fest stehe, dass eine gebundene Ganztagsschule Schülern und Pädagogen mehr strukturierte Zeit zum Lernen gebe. Und mit der Fertigstellung des Anbaus vor zwei Jahren seien auch die räumlichen Voraussetzungen geschaffen worden.

Alles außer Hort

Vom offenen über gebundenen Ganztag bis hin zur Mittagsbetreuung hat die Schule bereits seit einigen Jahren Erfahrungen gesammelt. „Bis auf einen Hort haben wir alles, was es in Bayern an Schul- und Betreuungsformen gibt“, sagt die Schulleiterin.

Seit 2010 hat die Erlanger Montessori-Schule, die von 330 Schülern besucht wird und mit der zehnten Klasse endet (danach können die Schüler die Montessori-Fachoberschule in Nürnberg besuchen und dort Fachabitur machen), in der Primarstufe neben sechs Halbtagsklassen zwei gebundene Ganztagsklassen.

In den ersten vier Schuljahren sind die Klassen altersgemischt. Dass dadurch jüngere und ältere Schüler voneinander lernen können, ist wesentlicher Bestandteil der Montessori-Pädagogik.

In der Sekundarstufe konnten die Schüler bisher zwischen Halbtags- und offenen Ganztagsklassen wählen. Bei Letzteren habe es sehr kritische Rückmeldungen von Eltern gegeben, so Schumacher. Manche Kinder kämen nach 16 Uhr nach Hause und seien mit den Schularbeiten nicht fertig. Auch weitere Gründe sprächen gegen den offenen Ganztag – so zum Beispiel, dass die Kinder während der Betreuungsstunden am Nachmittag nicht mehr im Klassenverband seien.

„Ein in sich stimmiges Konzept braucht einen roten Faden und eine klare Struktur“, sagt die Geschäftsführerin der Erlanger Montessori-Schule, Karin Reif. Die Wahlfreiheit führe in der Schule zu einem hohen Aufwand an Organisation und fresse dadurch viele Mitarbeiterstunden. Diese wolle man lieber in die Pädagogik geben.

Die Betonung wird in Zukunft bis zur sechsten Klasse weiterhin auf Freiarbeit liegen. Ab einem Alter von 13 Jahren, so die Montessori-Auffassung, brauchen die Schüler hingegen eine engere Führung, deshalb sei es sinnvoll, dass Lehrkräfte mit in den Nachmittag gehen, so Schumacher.

Außerdem sei es wichtig, dass auch außerhalb der Familie soziales Erfahrungslernen stattfinde — die Schule setze aus diesem Grund ganz klar auf Klassenverbände. Neu ist für die Sekundarstufe ein sogenannter „Erdkinderplan“. Demzufolge soll forschendes Lernen – ein fester Bestandteil der Montessori-Pädagogik – auf einem großen Grundstück außerhalb der Schule, wo Naturerfahrungen möglich sind, umgesetzt werden. Derzeit sucht die Schule nach einem solchen Grundstück.

EVA KETTLER

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