Nach Brand: Flüchtlinge aus Moria kommen nach Erlangen

7.11.2020, 10:00 Uhr
Mauer des Flüchtlingslagers Moria auf der griechischen Insel Lesbos.

Mauer des Flüchtlingslagers Moria auf der griechischen Insel Lesbos. © Petros Giannakouris/AP (dpa)

Erlangen erwartet in den nächsten Wochen neun Asylsuchende aus dem völlig zerstörten Flüchtlingslager von Moria. Das sagte eine Sprecherin der Stadt auf Nachfrage.

Weitere Details seien bislang nicht bekannt. So wisse man weder, wann genau die Flüchtlinge eintreffen, noch um wen es sich bei ihnen handelt (ob eine Familie oder mehrere unbegleitete Minderjährige).

Fest steht: Erlangen bekommt über den Freistaat (bzw. als ausführende Behörde die Regierung von Mittelfranken) neun Personen zugeteilt; ein entsprechendes Schreiben sei vor einigen Tagen im Rathaus eingegangen. "Wann auch immer die Menschen kommen, wir sind vorbereitet", sagte die Sprecherin.

OB Janik hatte Bereitschaft erklärt

Über die jetzige Zuweisung dürfte sich die Stadtspitze sehr freuen. Denn Oberbürgermeister Florian Janik (SPD) hatte nach der Brandkatastrophe vor fast zwei Monaten in einem Gespräch mit diesem Medienhaus die Aufnahmebereitschaft der Stadt bekräftigt

Da Erlangen bereits Mitglied in einem über die deutschen Grenzen hinausgehenden Städtebündnis ist, das sich zum sicheren Hafen für Flüchtlinge erklärt hat, sei es selbstverständlich, auch Menschen aus Moria mit offenen Armen zu empfangen. Man sei in der Lage, schnell Hilfe mit aller erforderlichen Logistik zu leisten, sagte Janik damals weiter.

Mehr als 1550 Flüchtlinge kommen nach Deutschland 

Der Freistaat hatte nach dem verheerenden Feuer in der griechischen Massenunterkunft angekündigt, 100 anerkannte Flüchtlinge aufzunehmen.  Sie werden unter anderem auf München, Fürth, Straubing, Regensburg und eben Erlangen verteilt;  nach Nürnberg hingegen kommen keine, obwohl auch die Nachbarstadt ihre Bereitschaft zur Aufnahme erklärt hatte.

Insgesamt kommen 1553 Flüchtlinge nach Deutschland. 

Die Erlanger SPD-Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich hatte sogar mit Fraktionskollegen einen Brief an Kanzlerin Merkel geschrieben.  

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