Neuer Lernort in der Natur

Neuer Lernort für Nachhaltigkeit: Erlebnis Zukunftsacker Erlangen

29.7.2021, 18:30 Uhr
Das bunte Banner fasst zusammen, als was sich der Zukunftacker Erlangen versteht: Das Kooperationsprojekt soll Bildungs- und Lernort für Nachhaltigkeit sein.

Das bunte Banner fasst zusammen, als was sich der Zukunftacker Erlangen versteht: Das Kooperationsprojekt soll Bildungs- und Lernort für Nachhaltigkeit sein. © Katja Kiesel

Warum sind Regenwürmer so wichtig? Welche Aufgaben übernehmen die Bienen? Wie pflanze ich eine Zucchini und nach was schmeckt eigentlich Rote Bete? Fragen über Fragen, die die Schülerinnen und Schüler der Klasse 3c der Heinrich-Kirchner-Schule nach dem Schultag auf dem Zukunftsacker Büchenbach ohne Probleme beantworten können. Die Klasse war mit Lehrerin Katrin Wolf zu Besuch auf dem Acker, der seit einigen Wochen besteht und als Lern- und Bildungsort für nachhaltige Entwicklung und zu den Themen Landwirtschaft und Ernährung konzipiert wurde.

Sabine Bock, Umwelt- und Klimaschutzreferentin der Stadt Erlangen hat dem Zukunftsacker einen Besuch abgestattet und den Kindern den Sinn und Zweck hinter ihrem Ausflug erklärt: "Wichtig ist, dass wir gemeinsam ins Tun kommen und ihr mehr über gesunde Ernährung und den ökologischen Anbau von Gemüse, aber auch die Zusammenhänge mit dem Klimawandel und die biologische Vielfalt lernen könnt."

Die Klasse 3c der Heinrich-Kirchner-Schule hat dem Zukunftsacker einen Besuch abgestattet und dort einen Schultag in der Natur verbracht.

Die Klasse 3c der Heinrich-Kirchner-Schule hat dem Zukunftsacker einen Besuch abgestattet und dort einen Schultag in der Natur verbracht. © Katja Kiesel

Projekt für Alle

"Das Projekt richtet sich an Jung und Alt, an Schulen und Kitas, Vereine und interessierte Bürgerinnen und Bürger", sagt Janina Baumbauer vom Amt für Umweltschutz und Energiefragen. "Es ist auch unser Ziel, Menschen zu erreichen, die sich noch nicht in der "Nachhaltigkeits-Bubble" befinden und damit bislang wenige Berührungspunkte haben."

Der Zukunftsacker ist als Kooperationsprojekt in Zusammenarbeit der zwei Vereine Arche Bauernhof Erlangen und dem Verein für gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft Erlangen (Solawi), dem Umweltamt der Stadt Erlangen, dem Bildungsackerunternehmen "Ackerpause" sowie dem Landwirt Klaus Schaufler, welcher die Ackerfläche verpachtet, entstanden. Gefördert wird das Projekt durch die Deutsche Postcode Lotterie. Zudem wird das Projekt durch zwei Freiwilligendienstleistende im Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ), Praktikantinnen und Praktikanten und freie Umweltbildnerinnen und -bildner unterstützt.

Was versteckt sich alles in der Erde? Einige Schülerinnen untersuchen frischen Kompost, spüren Regenwürmer auf und untersuchen sie anschließend mit der Lupe.

Was versteckt sich alles in der Erde? Einige Schülerinnen untersuchen frischen Kompost, spüren Regenwürmer auf und untersuchen sie anschließend mit der Lupe. © Katja Kiesel

Auf der Suche nach Regenwürmern

Die Kinder der Klasse 3c haben heute trotz des nassen Wetters einiges über das Zusammenspiel und die Kreisläufe in der Natur gelernt: Während die einen Komposterde untersuchen und dabei mit der Lupe Regenwürmer, Spinnen oder Kellerasseln aufspüren, bauen die anderen mit Umweltamts-Praktikant Martin von Loeffelholz einen Zaun aus Weide und Haselnuss-Ästen um das große Kräuterbeet, in dem sich unter anderem Salbei, Thymian, Dill und Kamille tummeln. Ein paar der anderen insgesamt 18 Schülerinnen und Schüler machen sich mit Karin Depner von Arche Bauernhof und Solawi "auf den Weg zu den Bienen": Unweit des Zukunftsackers befinden sich einige Imkerkästen, denen im Rahmen des Schultags in der Natur noch ein Besuch abgestattet wird.

Außerdem braucht das große Kräuterbeet des Zukunftsackers einen neuen Zaun: Der wird aus Weiden- und Haselnuss-Ästen hergestellt.

Außerdem braucht das große Kräuterbeet des Zukunftsackers einen neuen Zaun: Der wird aus Weiden- und Haselnuss-Ästen hergestellt. © Katja Kiesel

Das Zusammenspiel in der Natur

Depner ist stets dabei, wenn zweimal pro Woche eine Schulklasse der Jahrgangsstufen Eins bis Fünf aus den Schulen der Umgebung zu Gast auf dem Zukunftsacker ist: "Mir ist vor allem wichtig, den Kindern die Kreisläufe verständlich zu machen. Was ist nötig, dass überhaupt Gemüse angebaut werden kann?" Die Ausgestaltung eines solchen Schultags in der Natur fällt immer ein wenig anders aus - je nachdem, welche Arbeiten gerade anstehen. Gemeinsam mit den Drittklässlerinnen und Drittklässlern wurden heute Mulchrollen aus Gras hergestellt, um den Boden rund um die üppigen Bio-Zucchini-, Tomaten- oder Mangoldpflanzen vor Austrocknung zu bewahren.

"Die Kinder erkennen und verstehen das sehr schnell und sind immer sehr intensiv dabei," sagt Depner. Neben der Schülertagen werden auch Urban-Farming-Workshops für Erwachsene und Familien angeboten, mit dem Ziel, die Zusammenhänge zwischen Landwirtschaft, Ernährung, Klima und Biodiversität begreifbar zu machen. Das Portfolio reicht von Pflanz-, Pflege-, Ernte-, Themen- bis zu Kochworkshops und machen die vielfältigen Themen praktisch erlebbar. Alle Informationen dazu gibt es hier.

"Ganz nach dem Motto: Wissen kommt vor allem über das Tun", fasst Janina Baumbauer zusammen. Der Zukunftsacker soll die Reflexion des eigenen Lebensstils und den Blick über den Tellerrand durch hautnahes Erleben im Reallabor ermöglichen und stößt nach den ersten Wochen auf sehr gutes Feedback. Auch die Schülerinnen und Schüler der 3c sind begeistert von dem Unterricht außerhalb des Schulgebäude und können am Ende des Schultags neben vielen neuen Informationen noch etwas anderes mitnehmen: Statt Hausaufgaben gibt es heute einige selbstgeerntete Zucchinis mit nach Hause.

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