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Neunkirchen: Unmut über den Jugendtreff

Gemeindeoberhaupt musste in der Bürgerversammlung Rede und Antwort stehen - 12.11.2019 06:00 Uhr

Auch die schlechte Sicht für Verkehrsteilnehmer, die vom Friedhofsparkplatz auf die Straße ausfahren möchten, war Thema in der Bürgerversammlung. Sträucher machen die Stelle schwer einsehbar. © Karl Heinz Wirth


Zahlreiche Bürger hörten gespannt zu als Richter die Jahre von 2008 bis 2019 noch einmal Revue passieren ließ. Die Schwerpunkte wurden per Beamer illustriert und durch ergänzende Erklärungen erläutert. Die Themen erstreckten sich über die Projekte Sanierung und Umbau des Alten Rathauses, Errichtung von Kinderkrippen, den Straßenbaumaßnahmen bis hin zur Freibadsanierung und Wasseraufbereitung.

Kein Gehör im Bauamt gefunden

Im Anschluss an die Ausführungen hatten die Bürger ausreichend Gelegenheit, ihre Anliegen, Probleme und Kritik öffentlich und direkt an das Gemeindeoberhaupt zu richten. So merkte Gerhard Müller an, dass am neuen Friedhof die hohen Sträucher beim Ausfahren vom Parkplatz die Sicht auf die Straße stark behinderten. Im Bauamt fand er bei einer persönlichen Vorsprache kein Gehör. Richter versprach, sich der Problematik anzunehmen.

"Läuft am Jugendtreff alles richtig?", fragte Müller anschließend. Der Umstand, dass am 19. Oktober die Polizei vor dem Jugendtreff stark vertreten war, stimme ihn nachdenklich, so Müller. "Ging es da vielleicht um Drogen?", fragte er den Bürgermeister. "Da ist mir nichts bekannt", meinte Richter. Wenn es um Jugendliche gehe, werde er immer benachrichtigt. Doch wenn die Räume im Jugendtreff privat vermietet sind, "erhalten wir keine Mitteilung", so Richter.

Es gebe immer wieder Beschwerden, auch am Multifunktionsplatz, wenn Jugendliche Flaschen zerschlagen und der Bauhof diese am nächsten Tag entsorgen muss. Man denkt zurzeit darüber nach, dort Scheinwerfer anzubringen, um das Treiben besser in den Griff zu bekommen. Allerdings sagte der Bürgermeister, wechselten die Brennpunkte der Jugendlichen immer wieder. Beim Katholischen Kindergarten ist ein kleiner Tümpel, der ausgebaggert wurde und kein Wasser mehr hat. "Wann wird er wieder mit Wasser aufgefüllt?", so eine Fragestellerin. "Warum wurde er nicht so belassen wie er war?" Das sei einfach zu beantworten, meinte Richter. "Es ist ein Regenrückhaltebecken und muss sauber gehalten werden."

Radweg-Sanierung in Sicht?

Große Sorgen bereitet der Radweg nach Kleinsendelbach, der in einem sehr schlechten Zustand sei, wurde berichtet. Radfahrer haben die Sorge, dass man in den tiefen und breiten Rissen mit dem Rad steckenbleibt und stürzen könnte. "Ist es angedacht, den Radweg zeitnah zu sanieren?", wurde nachgefragt. "Wir werden dies dem Bauamt übergeben", so Richter.

"Wann wird die Straße zwischen Lidl und NAF wieder geöffnet?", so ein Bürger. Diese soll geschlossen bleiben und eine andere Verkehrsführung ausgearbeitet werden, teilte der Bürgermeister. Mit den Anliegern wurde die Maßnahme schon besprochen.

"Was wurde bisher unternommen, um den Innenbereich der Gemeinde nicht aussterben zu lassen?", fragte ein Bürger. "Wir haben ein Geschäftsentwicklungskonzept erstellen lassen", erwiderte Richter. Allerdings fehlen, wie in anderen Gemeinden auch, die Nachfolger, die die Geschäfte ihrer Eltern übernehmen. "Kann die Gemeinde nicht an die Geschäftsleute appellieren, in der Ortsmitte zu bleiben, zum Beispiel mit einem Ratsbegehren?", wurde gefragt. "Leider können wir niemand dazu zwingen", antwortete der Gemeindechef. "Gebäude stehen innerorts nicht leer wie geschildert, sie werden abgerissen und es werden Wohnungen gebaut", meinte Richter.

Die Grünanlagen in Neunkirchen seien ungepflegt bemängelte ein Bürger – und fragte, warum die Pflege nicht regelmäßig durchgeführt werde. "Wir vergeben schon sehr viel Pflegearbeiten an externe Betriebe und dennoch kommen wir nicht rum", sagte Richter.

"Ist es finanziell möglich, zusätzliches Personal einzustellen?", wurde nachgehakt. Darauf der Bürgermeister: Einerseits solle man Blühstreifen und Flächen schaffen und gleichzeitig alles mähen und sauber halten. "Und so vergammelt ist unsere Gemeinde nicht wie sie dargestellt wird", meinte er.

Zum Thema Radwegekonzept, um die Situation für Radfahrer zu bessern, erklärte Richter: "Ein Konzept ist vorhanden, die Frage ist nur: Wer finanziert es?"

Zuletzt bedankte sich der Bürgermeister für das Vertrauen während seiner Tätigkeit als Bürgermeister von Neunkirchen.

KARL HEINZ WIRTH

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