Sonntag, 08.12.2019

|

zum Thema

NZ-Klinikcheck: Herzkatheter - Uniklinikum Erlangen liegt vorn

Mit Hilfe von meist medikamentenbeschichteten Stents werden verstopfte Herzkranzarterien wieder frei - 07.09.2019 06:00 Uhr

Prof. Stephan Achenbach, Direktor der Kardiologie und Angiologie am Universitätsklinikum Erlangen, erläutert im NZ-Klinikcheck, worauf es bei therapeutischen Herzkathetern ankommt. © Harald Sippel


Gesamtsieger unter 23 bewerteten Kliniken wurde das Universitätsklinikum Erlangen. 

Auch für diesen medizinischen Fachbereich haben Gesundheitswissenschaftler der Uni Erlangen-Nürnberg das Ranking aus öffentlich zugänglichen Daten der Qualitätsmessung erstellt. 

Ebenfalls mit Top-Werten folgen das Klinikum Neumarkt und das Klinikum Nürnberg Süd auf den Plätzen dahinter. In der Printausgabe der Nürnberger Zeitung erläutert Prof. Stephan Achenbach, Direktor der Kardiologie und Angiologie am Universitätsklinikum Erlangen, dass in seiner Klinik rund 1500 Eingriffe pro Jahr durchgeführt werden, bei denen im Zuge eines Herzkatheters auch gleich ein oder mehrere Stents eingesetzt werden. Verengungen der Herzkranzgefäße (Koronargefäße) werden mit Hilfe des Herzkatheters identifiziert und wieder durchlässig gemacht, indem der Blutfluss verbessert wird.  Gründe für die Engstellen sind Ablagerungen von Blutfetten und Kalk an den Gefäßwänden. Die verkalkten Engstellen werden mithilfe eines Ballons aufgedehnt und mit einer Gefäßstütze ("Stent") versehen. 

Die in Bezug auf therapeutische Herzkatheter-Eingriffe gerankten Kliniken sehen Sie hier auf der Karte


"Ziel unserer Projekts ist es, die Versorgungsqualität in der Region insgesamt anzuheben", erklärt PD Dr. Martin Emmert, der verantwortliche Wissenschaftler am Nürnberger Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement. 

Behandlung der Herzkranzgefäße mit Herzkatheter. © FAU Erlangen-Nürnberg/NZ-Infografik


In den USA hätten ähnliche Ranglisten Kliniken zu Verbesserungen anregen können. Auch könnten niedergelassene Ärzte damit ihre Patienten gezielter beraten. Im NZ-Klinikcheck schneiden die Kandidaten bei den betrachteten Behandlungsarten ganz unterschiedlich ab. Große, kleine oder spezialisierte Häuser können im Wechsel punkten. Für Emmert ist das ein wichtiges Ergebnis: "Wir möchten die Menschen dafür sensibilisieren, dass man sich nicht nur generell über ein Krankenhaus informieren sollte, sondern dass es deutliche Unterschiede je nach Fachgebiet geben kann."

Von Häusern in der Kategorie 2 ist keineswegs allgemein abzuraten. Für ihre etwas schlechteren Ergebnisse im regionalen Vergleich sind teilweise geringe Unterschiede ausschlaggebend. Obwohl das Ranking zur Krankenhauswahl beitragen könne, dürfe es nicht die einzige Informationsquelle sein, rät Martin Emmert. "Es ist natürlich weiterhin wichtig, dass Patienten mit ihrem Arzt darüber sprechen und gemeinsam entscheiden."


Keine Folge verpassen: Sichern Sie sich hier das Abo-Angebot zum NZ-Klinikcheck.


Details, Tabellen und Hintergründe zum Forschungsprojekt Klinikcheck finden Sie hier. 

Stephanie Rupp

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Erlangen