Panzer, Blitzkrieg und Goodbye: Als die US-Army in Erlangen war

30.6.2018, 18:00 Uhr
Bilder aus längst vergangenen Zeiten: Dieses Foto wurde am 18. Mai 1953 in den Nürnberger Nachrichten veröffentlicht. Es zeigt einen Jungen, der am
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Bilder aus längst vergangenen Zeiten: Dieses Foto wurde am 18. Mai 1953 in den Nürnberger Nachrichten veröffentlicht. Es zeigt einen Jungen, der am "Tag der US-Armee" in Erlangen eine Maschinenpistole anfassen darf.

Was für ein Spektakel! Im Mai 1963 zeigt die US-Army bei einer Parade in der Deutsch-Amerikanischen Freundschaftswoche, was sie auf Lager hat. Der Zug fuhr durch die Straßen der Innenstadt, auf unserem Foto sieht man Hunderte Schaulustige am Bohlenplatz. Links im Bild die Armee-Oberen, die die Parade abnehmen.
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Was für ein Spektakel! Im Mai 1963 zeigt die US-Army bei einer Parade in der Deutsch-Amerikanischen Freundschaftswoche, was sie auf Lager hat. Der Zug fuhr durch die Straßen der Innenstadt, auf unserem Foto sieht man Hunderte Schaulustige am Bohlenplatz. Links im Bild die Armee-Oberen, die die Parade abnehmen.

Die Einfahrt zum 440 Hektar großen Schießplatz an der B4 bei Tennenlohe in den 70er Jahren. Wer dort hineinwollte, wurde zuvor kontrolliert.
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Die Einfahrt zum 440 Hektar großen Schießplatz an der B4 bei Tennenlohe in den 70er Jahren. Wer dort hineinwollte, wurde zuvor kontrolliert.

Mitte der 70er Jahre verlegen die Amerikaner ihr Munitionslager und geben damit das Gelände für einen Unversitätsneubau frei - das heutige Südgelände der Friedrich-Alexander-Universität. Im Gegenzug gestand die Stadt Erlangen der Army einen neuen Übungsplatz für Panzerfahrten bei Tennenlohe zu.
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Mitte der 70er Jahre verlegen die Amerikaner ihr Munitionslager und geben damit das Gelände für einen Unversitätsneubau frei - das heutige Südgelände der Friedrich-Alexander-Universität. Im Gegenzug gestand die Stadt Erlangen der Army einen neuen Übungsplatz für Panzerfahrten bei Tennenlohe zu.

Und die Panzer rollten nicht nur auf dem Übungsgelände, sondern auch durch die Straßen der Stadt. Vom ehemaligen Güterbahnhof ging es über die Hilperstraße und die Schenkstraße in Richtung der Ferris Barracks - für die Anwohner eine große Lärm- und Schmutzbelästigung.
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Und die Panzer rollten nicht nur auf dem Übungsgelände, sondern auch durch die Straßen der Stadt. Vom ehemaligen Güterbahnhof ging es über die Hilperstraße und die Schenkstraße in Richtung der Ferris Barracks - für die Anwohner eine große Lärm- und Schmutzbelästigung.

Auf dem Truppenübungsplatz inszenierte die US-Army auch schon mal einen kleinen Blitzkrieg - so wie hier in den 80ern. Die Wälder waren damals alles andere als ein Naherholungsgebiet.
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Auf dem Truppenübungsplatz inszenierte die US-Army auch schon mal einen kleinen Blitzkrieg - so wie hier in den 80ern. Die Wälder waren damals alles andere als ein Naherholungsgebiet.

In der Housing Area lebten damals, unser Foto stammt aus den 90ern, Angehörige der US-Armee. Heute sind die Wohnungen für jedermann verfügbar.
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In der Housing Area lebten damals, unser Foto stammt aus den 90ern, Angehörige der US-Armee. Heute sind die Wohnungen für jedermann verfügbar.

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"Zutritt für Unbefugte verboten" stand noch in den 90ern auf einem Schild in der heutigen Carl-Thiersch-Straße. Heutzutage darf jeder hier langfahren, beispielsweise um im Kaufland zu shoppen. Die Backsteinbauten stehen noch immer.

Wo früher die US-Streitkräfte für den Krieg trainierten, leben heute Urwildpferde: im Tennenloher Forst. Noch heute zeugen Betonrampen und planierte Straßen von der Zeit bis 1994, als die Army aus Erlangen wegzog.
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Wo früher die US-Streitkräfte für den Krieg trainierten, leben heute Urwildpferde: im Tennenloher Forst. Noch heute zeugen Betonrampen und planierte Straßen von der Zeit bis 1994, als die Army aus Erlangen wegzog.

Zum Golfkrieg beorderte das Pentagon auch Einheiten aus Erlangen an die Front. Auf dem
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Zum Golfkrieg beorderte das Pentagon auch Einheiten aus Erlangen an die Front. Auf dem "NATO-Parkplatz" an der Kurt-Schumacher-Straße beobachteten die EN im November 1990 "intensive Fahrzeugbewegungen."

Robert M. Kimmitt, Botschafter der USA in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn, zeichnete bei seinem Besuch in Erlangen drei amerikanische Soldaten wegen besonderer Verdienste in der Armee aus. Der Diplomat trug sich auch in das Goldene Buch der Stadt ein.
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Robert M. Kimmitt, Botschafter der USA in der damaligen Bundeshauptstadt Bonn, zeichnete bei seinem Besuch in Erlangen drei amerikanische Soldaten wegen besonderer Verdienste in der Armee aus. Der Diplomat trug sich auch in das Goldene Buch der Stadt ein.

Im Juni 1993 entschied die US-Regierung dann, zahlreiche Militärstandorte aufzugeben, darunter auch die Ferris Baracks in Erlangen. Hier verlassen Panzer im Oktober 1993 die Stadt. Die EN bilanzierten damals:
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Im Juni 1993 entschied die US-Regierung dann, zahlreiche Militärstandorte aufzugeben, darunter auch die Ferris Baracks in Erlangen. Hier verlassen Panzer im Oktober 1993 die Stadt. Die EN bilanzierten damals: "Der US-Truppenabbau kommt in der Region im Eiltempo voran. Von einst 15.000 Soldaten bleiben 2000 übrig. In wenigen Wochen werden die Ferris Barracks geräumt sein."

Mit einem militärischen Zeremoniell verabschiedeten sich die Soldaten der amerikanischen Garnison offiziell auf dem Paradeplatz der Ferris Barracks von der Stadt Erlangen und ihren Bürgern.
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Mit einem militärischen Zeremoniell verabschiedeten sich die Soldaten der amerikanischen Garnison offiziell auf dem Paradeplatz der Ferris Barracks von der Stadt Erlangen und ihren Bürgern.

Ein Bild mit Symbolcharakter: US-Soldaten tragen das demontierte Schild des Haupteingangs zu den Ferris Barracks weg. Das Ende einer Ära.
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Ein Bild mit Symbolcharakter: US-Soldaten tragen das demontierte Schild des Haupteingangs zu den Ferris Barracks weg. Das Ende einer Ära.

Nicht alles konnten die Soldaten aber davontragen. Viele Möbel wurden den Erlanger Bürgern zum Verkauf angeboten, die ...
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Nicht alles konnten die Soldaten aber davontragen. Viele Möbel wurden den Erlanger Bürgern zum Verkauf angeboten, die ...

... echte Schnäppchen machten. Für diesen Möbelberg legte die junge Dame ganze sechs Mark hin.
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... echte Schnäppchen machten. Für diesen Möbelberg legte die junge Dame ganze sechs Mark hin.