Peter Kösters vom TV Erlangen im virtuellen Triathlon-Rennen

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Katharina Tontsch

Sportredakteurin in Erlangen

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2.7.2020, 06:00 Uhr
Dann eben zu Hause strampeln: Philipp Stadter (vorne) und Peter Kösters nehmen am virtuellen Bundesliga-Rennen teil.

Dann eben zu Hause strampeln: Philipp Stadter (vorne) und Peter Kösters nehmen am virtuellen Bundesliga-Rennen teil.

Auch wenn die Corona-Pandemie im Sport gerade alle durcheinander bringt, Training ist zumindest mit Abstrichen wieder möglich. Peter Kösters (21) also ist fit. Der Sieger vom Erlanger Triathlon 2019 studiert Medizin an der FAU, aktuell kann er sich Training und Uni flexibel einteilen. Zuletzt trat er sogar gegen Bundesliga-Konkurrenten an. Wenn auch nur virtuell.


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Herr Kösters, wie hat Ihnen Ihr Avatar auf dem Rennrad gefallen?

Man kann ihn selbst gestalten. Doch das hatte für uns nicht die oberste Priorität. (lacht) Wir haben uns als Team nur gleiche Trikots angezogen, damit man uns erkennt.

Sie waren zum ersten Mal bei einem virtuellen Rennen dabei. Wie funktioniert das?

Es war ein reines Radrennen. Wir saßen bei uns zu Hause auf dem Rad wie auf einem Heimtrainer. Der ist mit dem Internet verbunden. Unsere Leistung wird so mit den anderen verglichen. Wir sind wie in einem Videospiel und sehen uns dort auch alle. Die Trainingsplattform dafür heißt "Zwift". Auf dem Fernsehbildschirm sieht es wie bei einem Radrennen aus. Unsere Leistung hat direkten Einfluss auf unseren Avatar, den wir fahren lassen.

Mitgemacht haben Teams aus der ersten und zweiten Liga?

Ja, das war der Clou. Die Deutsche Triathlon Union hat die Saison in beiden Ligen komplett abgesagt. Dafür ist geplant, ein paar Ersatz-Wettkämpfe auf die Beine zu stellen. Bei diesem virtuellen Rennen sind alle gegeneinander gefahren, Damen und Herren in getrennten Wertungen. Über Zwift konnte auch jeder beitreten und schauen, wie lange er mit den Stars der Bundesliga mithalten kann.

Wer war vom Erlanger Team dabei?

Wir waren zu viert. Philipp Stadter und ich haben uns zusammen getan und sind nebeneinander gefahren. Außerdem waren Christoph Weigl, der bei sich zu Hause in Österreich gefahren ist, und Jannik Hoffmann dabei.

Wie lief es?

Es war zwar "nur" eine Stunde. Doch uns war klar, dass man sich auf dem Rad voll abschießen kann — weil man danach ja nicht mehr laufen muss. In den Online-Rennen wird gerade die Startphase extrem hart gefahren. Deshalb haben wir uns entsprechend aufgewärmt. Die ersten 15 bis 20 Minuten waren wir komplett am Limit. Deshalb sind wir nach und nach aus der Spitzengruppe herausgefallen. Nur Jannik ist vorne geblieben. Letztlich ist er in der Zweitliga-Wertung Fünfter geworden. Philipp und ich haben uns weiter hinten orientiert, doch es waren auch für uns zufriedenstellende Ergebnisse.

Hat es sich wie ein richtiger Wettkampf angefühlt?

Doch, schon. Für uns war es eine schöne Abwechslung, auch wenn wir uns lieber den direkten Vergleich im Triathlon wünschen. Von der Belastung her war aber auch das hart. Ob man die Ergebnisse vergleichen kann, ist zwar fraglich. Doch es hat auf jeden Fall Spaß gemacht.

Läuft das Training jetzt wieder normal?

Das individuelle Training konnten wir die ganze Zeit durchziehen, jetzt dürfen wir auch wieder in Gruppen Radfahren. Seit zwei Wochen ist Schwimmen wieder möglich, allerdings ist die Kapazität begrenzt. Wir haben pro Woche nur ein festes Schwimmtraining, sonst hätten wir vier.

Sind 2020 noch Wettkämpfe drin?

Wir haben die Hoffnung, ja. Es gibt auch Gerüchte, dass es Rennen im Herbst geben soll. Fest steht aber noch nichts. Klar ist, dass es keine komplette Rennserie mehr geben wird und deshalb auch keine Auf- oder Absteiger. Alles, was jetzt kommt, ist Bonus.

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