Schulen in Bayern

Petition aus Bubenreuth setzt sich für PCR-Pooltests für alle Schüler ein

28.7.2021, 12:25 Uhr
Ob Gurgeltest wie hier im Bild oder Lollitest: Bei beiden wird mittels PCR-Analyse ausgewertet - und damit zuverlässiger als bei Antigen-Schnelltests.

Ob Gurgeltest wie hier im Bild oder Lollitest: Bei beiden wird mittels PCR-Analyse ausgewertet - und damit zuverlässiger als bei Antigen-Schnelltests. © Roland Schlager, NN

Während die Corona-Infektionszahlen derzeit wieder steigen, wird immer lauter darüber nachgedacht, wie es nach den Sommerferien an den Schulen weitergehen wird. Neben der Diskussion ums Impfen der Zwölf- bis 15-Jährigen, das von der Ständigen Impfkommission momentan (noch) nicht empfohlen wird, geht es auch ums Testen.

Der bayerische Kultusminister Michael Piazolo setzt weiter auf Präsenzunterricht ab September, auch das Testen auf das Coronavirus soll beibehalten werden. Mit einer Änderung: Für Grund- und Förderschulen kündigte er an, dass auf PCR-Pooltests umgestellt werden soll.

Initiatorinnen aus Bubenreuth

Genau das ist auch das Anliegen einer Online-Petition. Die geht allerdings über das von Piazolo Angekündigte hinaus und fordert die "Anerkennung, Gleichstellung und Finanzierung von PCR-Pooltests" für alle Kinder in Bayern. Bei der Petition handelt es sich um eine Elterninitiative, die Initiatorinnen der Petition sind in Bubenreuth zu Hause.

Julia Schneider und Dominique Hadler haben die Petition, die vier Wochen lang läuft, am 11. Juli gestartet,

weil sie überzeugt davon sind, dass die bisher in den Schulen eingesetzten Antigen-Schnelltests nicht die richtige Lösung sind. Gurgel-Pooltests ebenso wie Lollitests würden per PCR-Analyse ausgewertet und seien den Antigen-Schnelltests überlegen. "Sie sind medizinisch sicherer, kindgerechter, ressourcenschonender und kostengünstiger", führt Julia Schneider ins Feld.

Für die Belange aller Kinder in Bayern

Mit Piazolos Ankündigung für die Grundschulen sei die Petition, die sich nicht nur an den Kultusminister, sondern auch an Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Ministerpräsident Söder wendet, in keinster Weise hinfällig, betont Julia Schneider. Denn die Petition setze sich für die Belange aller Kinder ein - nicht nur der Grundschulkinder. Vor allem auch an die jüngeren Kinder in Kindergärten und die Kinder in Horten denke man dabei. Vom Sozialministerium, das für diese Bereiche zuständig ist, gebe es bisher jedenfalls noch keine Äußerung.

Zudem sei die Meldung aus dem Kultusministerium sehr vage, moniert Julia Schneider. So sei zum Beispiel überhaupt nicht klar, wann genau mit dem Testen mittels Pooltests begonnen werden könne. Zum Schuljahresanfang aber wohl nicht - und das, obwohl die sich ausbreitende Delta-Variante derzeit bereits Fachleute in Alarmbereitschaft versetzt. Von einem konkreten Umsetzungsplan sieht Julia Schneider das Kultusministerium noch "weit entfernt".

Gute Erfahrung mit der Wicovir-Studie

"Unsere Kinder werden künftig die neue Risikogruppe bilden", heißt es in der Petition. Für Kinder unter zwölf Jahren sei mittelfristig keine Impfmöglichkeit absehbar.

Die Initiatorinnen der Petition haben in Bubenreuth gute Erfahrung mit der Wicovir-Studie gemacht. Sie haben sich dafür eingesetzt, dass die Gurgeltests via Poolverfahren an die örtliche Grundschule geholt wurden. Im Labor der Mikrobiologie an der Universität Erlangen-Nürnberg wurden die Pools ausgewertet. Angesichts der Überlegenheit der PCR-Testung lasse sich nicht nachvollziehen, warum man ab Herbst nicht für das Screening aller Kinder diese Testmethode anwenden wolle, so Schneider.

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