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Rückblick: Als die Bergkirchweih in Gefahr war

Vor 20 Jahren sackte der Erlanger Berg sieben Meter tief ab - 21.04.2019 14:30 Uhr

April 1999: Oberhalb des Hofbräu-Kellers sackte der „Berg“ rund sieben Meter ab und riss ein Bäumchen, Biertische und Bänke in die Tiefe.


Der Ruf des Berges war schon gut zu hören. Und die Vorfreude auf die Kerwa-Sause riesengroß, als es geschah: Oberhalb des Hofbräu-Kellers tat sich plötzlich die Erde auf und riss massig Erdreich ins Innere. Wo eben noch ein kleines Bäumchen samt Biertisch und Bänken stand, klaffte jetzt ein dunkles Loch — sieben Meter tief und mit einer Kraterfläche von rund 25 Quadratmetern. So geschehen Mitte April 1999 – vor genau 20 Jahren.

Natürlich war die Aufregung seinerzeit groß — der "Berch" bereits in Sichtweite gerückt und dann so ein Malheur. Das setzte den damaligen Kämmerer und "Bergreferent" Gerhard Wangemann gehörig unter Zeitdruck. Aber gemach. Trotz aller gebotenen Eile — die Sicherheit stand an oberster Stelle.

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Rasch wurden die zuständigen Fachleute vom nordbayerischen Bergamt in Bayreuth und ein Bergschadenssachverständiger in Regensburg informiert. Wenige Tage darauf schaute man sich die "Naturkatastrophe" gemeinsam an und beriet, was zu tun ist. Aber welche Maßnahme auch immer eingeleitet werden musste – es sollte relativ schnell über die Bühne gehen.

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Schließlich ging‘s in die Innereien des Berges. Die Fachleute inspizierten sämtliche Keller und schauten dabei genau hin. Musste der "Berg" am Ende ihrer Analyse aus Sicherheitsgründen womöglich ausfallen? Wangemann konnte sich das beileibe nicht vorstellen. Schließlich ist nicht alles unterkellert. Und jene Bier-Keller, die in Betrieb sind und massig Zulauf haben, werden auch ständig überprüft, hieß es. Andererseits gibt es daneben auch solche Gewölbe in jenem weitverzweigten Stollensystem, die quasi stillgelegt sind und vor sich hindämmern.

Unglück wäre auch zur Bergkirchweih möglich gewesen

Natürlich stand auch die Frage nach einem möglichen Unglück im Raum. Denn wäre der Kellereinbruch während der "tollen Tage" passiert und dabei Menschen verschütt gegangen, hätte die Stadt ein größeres Problem gehabt. Der Einsturzbereich war schließlich städtisches Gelände. Ob man letztlich für alle Sach- und Personenschäden hätte herhalten müssen, konnte man damals nicht so einfach sagen — "eine schwierige juristische Frage" hieß es, zumal "uralte Keller- und Nutzungsrechte" herrschen. Und Unterlagen darüber waren seinerzeit nicht mehr greifbar.

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Klar war jedenfalls, dass die Stadt gefordert war und finanziell herhalten musste, um sicherzustellen, dass weiterhin nichts passiert. Der Stadtrat nahm sich am 29. April der Sache an. Im Bericht der Verwaltung wurde der "Einbruch" auf dem Bergkirchweihgelände "als große Gefahr für die öffentliche Sicherheit" dargestellt. Sanierungsmaßnahmen seien "unverzüglich" durchzuführen.

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Beabsichtigt war, die Einbruchstelle einschließlich des benachbarten "blinden Stollens" mit einer "Betonplombe" zu verschließen, bevor das Gelände wieder in den "ursprünglichen Zustand aufgefüllt" wird. Zu diesem Behuf wollte man rund 150 Kubikmeter Erd- und Abbruchmaterial vom ehemaligen US-Gelände verwenden, das dort reichlich vorhanden war. Mit einem speziellen flüssigen Magerbeton sollte das Ganze dann noch bis in die letzten Fugen "ausgeschäumt" werden. 180 000 Mark wurden dafür bereitgestellt.

Jener Kellereinbruch von 1999 war nicht die erste "Berg-Katastrophe". Bereits einige Jahre zuvor geschah ähnliches. Damals verschwand ein großer Baum urplötzlich in der Versenkung. Nur seine mächtige Krone schaute noch heraus.

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