Engpässe beim Baumaterial

Sanierung des Spardorfer Hallenbads verzögert sich

Scott Johnston
Scott Johnston

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6.9.2021, 10:17 Uhr
Umfassend saniert wird derzeit das Hallenbad in Spardorf. Wegen Lieferengpässen beim Baumaterial verzögert sich der Abschluss der Arbeiten.

© Scott Johnston Umfassend saniert wird derzeit das Hallenbad in Spardorf. Wegen Lieferengpässen beim Baumaterial verzögert sich der Abschluss der Arbeiten.

Voraussetzung hierfür sei, dass nicht weitere Engpässe bei den Werkstoffen oder sonstige Schwierigkeiten bei der Fertigstellung auftreten, betont die Hochbauverwaltung. "Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren, mit dem nicht zu rechnen war", hatte Kreisbaumeister Thomas Lux schon bei der für die Spardorfer Schulen, dem auch das Hallenbad angegliedert ist, erläutert.

Auf eine solche negative Überraschung mussten die Planer bereits nach der Untersuchung der alten Bausubstanz reagieren. Beim Bau des Hallenbads wurde 1973 noch Asbest für den Brandschutz eingesetzt.

Aufwendige Entsorgung

Doch ein Gutachter stellte noch zusätzliche Stoffe fest, die heute als gesundheitsgefährdend gelten. Allein diese herauszulösen, war sehr aufwendig, da auch streng auf den Arbeitsschutz geachtet werden musste, damit keinem der Arbeiter etwas zustößt.

Als kompliziert erwies sich zudem die Entsorgung. So waren die Substanzen sauber voneinander zu trennen. Auch wurden sie nicht von jeder Deponie angenommen. Ein Ingenieurbüro, das auf solche Fälle spezialisiert ist, überwachte extra den Prozess.

Schwerpunkte der Sanierung sind neben der Verbesserung des Brandschutzes die Erneuerung der Umkleidekabinen, Fußböden und Wände sowie der abhängten Decke. Auf den Einsatz regenerativer Energien wird dabei großer Wert gelegt.

Auch in den Innenräumen des Bades wird momentan überall gewerkelt. Deswegen ist nicht daran zu denken, dass die Schüler es schon innerhalb der nächsten Wochen nutzen können.

Auch in den Innenräumen des Bades wird momentan überall gewerkelt. Deswegen ist nicht daran zu denken, dass die Schüler es schon innerhalb der nächsten Wochen nutzen können. © Landratsamt Erlangen-Höchstadt

Derzeit in Bearbeitung sind Ausbaugewerke wie Heizung, Sanitärausstattung, Förder- und Badewassertechnik, Entlüftung, Elektrik, Gebäudeautomation, Schlosserarbeiten, Estrich, Trockenbau, der Innenputz, der Einbau der Türen im Innern, das Verlegen der Fließen und das Abdichten des Flachdachs.

Das neue Hallenbad ist gleichzeitig barrierefrei konzipiert. Alle Ebenen können künftig über einen Aufzug erreicht werden. Hinzu kommen ein eigener Einstieg am Schwimmbecken und mobile Liftanlagen, um Menschen mit Behinderung schonend in das Bassin heben zu können.

Dass die Schülerinnen und Schüler das Bad eventuell mit Einschränkungen schon vor dem Abschluss der Arbeiten benutzen können, ist nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen leider nicht möglich. Wegen der umfangreichen Beseitigung der Schadstoffe, den Verzögerungen durch die Pandemie und bei der Materiallieferung sowie den zum Teil erheblich gestiegenen Preisen wie beim Holz um etwa 30 Prozent dürften die veranschlagten Kosten von 6,8 Millionen Euro nicht einzuhalten sein.

Zuschuss des Freistaats

Immerhin hat die Regierung von Mittelfranken 2,7 Millionen Euro an Fördermitteln in Aussicht gestellt. Auch wird mit einem Vorsteuerabzug von 1,1 Millionen Euro durch die Verrechnung der Umsatzsteuer kalkuliert.

Gemäß des innerhalb des Zweckverbands vereinbarten Schlüssels übernimmt der Landkreis Erlangen-Höchstadt 70 Prozent der verbleibenden Kosten, die Stadt Erlangen, aus der bekanntlich viele Kinder und Jugendliche die Spardorfer Schulen besuchen, 30 Prozent.

Da auch die haustechnischen Anlagen der benachbarten Sporthalle über das Hallenbad versorgt werden, war es erforderlich, sie im gleichen Zug mit zu erneuern. Um Kosten und Zeit zu sparen, ist auch die Sanierung der Dusch- und Umkleideräume in der Halle sowie von deren Lüftungsanlage eingebunden. Barrierefreiheit und eine optimierte Energieeffizienz sind hier gleichfalls das Ziel.

Container als Provisorium

Damit der Sportunterricht nicht beeinträchtigt wird, dient ein Container, in dem sich die Schüler umziehen können, derzeit als Provisorium. Die eigentliche Sporthalle wird dann im zweiten Bauabschnitt zu einem späteren Zeitpunkt modernisiert.

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