"Cäcilie, die Orgelmaus"

Statt einer Festschrift gibt es ein Bilderbuch zur Einweihung der Orgel in der Matthäuskirche

15.7.2021, 09:55 Uhr
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 Für "Cäcilie, die Orgelmaus" hat Dorothea Blösch die Texte geschrieben, ihre Tochter Anne hat die Illustrationen gemacht. © Klaus-Dieter Schreiter, NN

"In Erlangen lebte einst eine arme Kirchenmaus namens Cäcilie. Sie hatte ein nettes Quartier im Inneren der Orgel der Matthäuskirche eingerichtet“. So beginnt die Geschichte, die die Bubenreutherin Dorothea Blösch sich zur Einweihung der neuen Orgel in der St. Matthäuskirche erdacht hat. Ihre Tochter Anne hat das so entstandene Buch mit drolligen Bildern illustriert.

Ein wirklich gelungenes Werk. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie die Kirchenmaus Cäcilie ihre Öhrchen gespitzt hat und gespannt lauschte, wenn die Töne der Orgelpfeifen den Kirchraum von St. Matthäus füllten.

„Im Laufe der Zeit entwickelte sie sich zu einer Kennerin und Kritikerin der dargebotenen Kirchenmusik“, weiß Dorothea Blösch. Und so erweckt sie die Mäusedame zum Leben, lässt sie in der alten Walcker-Orgel wohnen. Mit dem Mäuserich Anton hat Cäcilie dort sogar eine Familie gegründet. Bis die Orgel ihren Geist aufgab. Cäcilie hat dann erlebt, wie die alte Orgel ab- und die neue Klais-Orgel aufgebaut wurde.

"Cäcilie überlief eine Gänsehaut"

Bis zur Einweihung hat Dorothea Blösch die Mäusefamilie begleitet. „Nach einem Moment vollkommener Stille ertönte die neue Orgel volltönend, brausend, wunderschön“, schreibt die Autorin. Und sie fühlt mit der Mäusedame: „Cäcilie überlief eine Gänsehaut“.

Und wie ist Dorothea Blösch darauf gekommen, so eine nette Geschichte zu der neuen Klais-Orgel zu schreiben? Die Firma Klais habe die Idee gehabt, anstatt einer Festschrift ein Bilderbuch zu machen, erzählt sie. Und weil ihre Freundin, die Kantorin Susanne Hartwich-Düfel, wusste, dass sie hin und wieder auch Texte schreibt, sei sie von ihr angesprochen worden, erzählt Blösch, die einst Grund- und Hauptschullehrerin war, nun aber Querflöte unterrichtet und in verschiedenen Ensembles auftritt.

Kurz vor Corona war das. Kein Sachbuch sollte es werden, sondern „eine nette Geschichte“. Weil es in der Matthäuskirche eine Handspielpuppe gibt, die Cäcilie heißt, hat sie die kurzum zur Hauptfigur ihrer Geschichte gemacht. „Der Orgelbauverein war ganz angetan“, erzählt sie. Über einen Zeitraum von etwa zwei Monaten stand der Text, und die Layouterin Thea von Rüden, die während ihrer Jugend in der Matthäuskirche aktiv war, hat dann die Texte auf die Seiten aufgeteilt und Platz für Bilder eingeplant.

Illustratorin ist die Tochter

Da kam dann Dorothea Blöschs Tochter Anne ins Spiel. Mit ihren zum Text ihrer Mutter passenden Entwürfen konnte sie sich gegen zwei Mitbewerberinnen durchsetzen und bekam den Auftrag für die Illustration. Anne hat am Christian-Ernst-Gymnasium in Erlangen Abitur gemacht, ist dort künstlerisch weitergebildet worden, ist aber ein Naturtalent. Ihre Zeichnungen auf Aquarellpapier sind enorm ausdrucksvoll, lassen den Betrachter und Leser regelrecht eintauchen in das Leben der Mäusefamilie in der Orgel. Fast ein Jahr hat sie benötigt, um in enger Abstimmung mit der Layouterin die vielen Zeichnungen fertig zu bekommen.

Neben der süßen Mäusegeschichte enthält das Buch auch noch einen „Technikteil“, den Anne ebenfalls illustriert hat. Der Text dazu stammt von der Kantorin Susanne Hartwich-Düfel. So ist ein „Kinderbuch“ entstanden, das auch für Erwachsene interessant und lehrreich ist.

Während der Einweihung der neuen Orgel am Sonntag, 18. Juli, in der Matthäuskirche wird das Buch verkauft. Zu haben ist es aber auch im Erlanger Buchhandel. Und Anne Blösch, die derzeit Lehramt an Grundschulen studiert, hat die Illustration so viel Freude gemacht, dass sie zumindest „so nebenbei“ weitermachen möchte mit der Malerei. Man darf gespannt sein, wo man ihre Bilder dann zu sehen bekommt.

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