Stellenabbau bei Schaeffler: Schock oder Chance?

11.9.2020, 11:27 Uhr
Stellenabbau bei Schaeffler: Schock oder Chance?

© Foto: Matthias Kronau

Der Abbau von insgesamt 4 400 Arbeitsplätzen in Deutschland, betroffen sind insbesondere Herzogenaurach, Schweinfurt, Höchstadt, Homburg, Morbach, Gunzenhausen und Ingolstadt sowie geplante betriebsbedingte Kündigungen werden abgelehnt.

"Die Arbeitnehmervertreter von Schaeffler lehnen eine Transformation auf Kosten von Mitarbeitern und Standorten vehement ab." So kommentierten der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Schaeffler in Herzogenaurach, Grigore Beutura, und IGM-Vertrauenskörperleiter Frank Pauker gestern nachmittag am Werkstor mündlich wie schriftlich die Hiobsbotschaften vom Stellenabbau beim Auto-Zulieferer: Das Maßnahmenpaket beinhalte "Entscheidungen ungeahnter Größenordnung, beim Abbau von Mitarbeitern und bei der Schließung von Standorten in Deutschland."


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Bei Schaeffler sind weltweit derzeit 84 000 Menschen beschäftigt. Aufgeschlüsselte Zahlen für Herzogenaurach und Höchstadt sind von der Presseabteilung des Unternehmen derzeit nicht zu erhalten. Von rund 9300 Mitarbeitern in Herzogenaurach ist die Rede. Um die 1500 sollen es in Höchstadt sein.

Herzogenaurach als Hauptsitz ist mit 1200 abzubauenden Mitarbeitern in den nächsten zwei Jahren davon betroffen. Diese Information ging Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker bereits von Seiten des Unternehmens und der Arbeitnehmervertretung zu.

"Die Krisensymptome der letzten Jahre, Diesel, Verbrennermotor und nun noch Corona machen es nicht ganz unerwartet, dass im Transformationsprozess Maßnahmen getroffen werden müssen", kommentiert Hacker: "Es geht um Standortsicherung und Ausrichtung für die Zukunft." Herzogenaurach als Hauptsitz behalte schließlich das Kompetenzzentrum Wasserstoff und das Zentrallabor, das die Entwicklung von Oberflächenmaterialien vorantreibt.

In der Krise müsse man auch Verständnis zeigen für das Maßnahmenpaket, sagt Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm. Doch geht Brehm davon aus, dass Höchstadt weiterhin wichtiger Standort bleibe. Er wertet die Ankündigung, dass Höchstadt das Kompetenzzentrum für Werkzeugbau erhält, insofern positiv.

Der Betriebsrat hat klare Forderungen

Die Betriebsräte fordern: "Keine Standortschließungen, keine betriebsbedingten Kündigungen, eine Verlagerung nach Osteuropa stoppen (Moratorium), eine gezielte Stärkung aller deutschen Standorte durch innovative und zukunftsfähige Produkte. Ferner: Kein Outsourcing, keine Fremdvergabe, die Nutzung der gesetzlichen und tariflichen Alternativen, wie Kurzarbeit, Arbeitszeitverkürzung mit Teilentgeltausgleich."

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