Verbotene Nazi-Symbole: Student verkehrt in Erlanger Burschenschaft "Frankonia"

22.12.2020, 10:30 Uhr
In diesem Haus in Erlangen residiert die Burschenschaft „Frankonia“. Ein 21-Jähriger, der wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verurteilt wurde, hat Verbindungen dorthin.

In diesem Haus in Erlangen residiert die Burschenschaft „Frankonia“. Ein 21-Jähriger, der wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verurteilt wurde, hat Verbindungen dorthin.

Der Bayerische Verfassungsschutz hat diese wegen Rechtsextremismus im Visier. Sie gehört dem rechten Dachverband "Deutsche Burschenschaft" an.

Alter Herr im Gerichtssaal

Stefan Böhmer, Alter Herr der Burschenschaft und Rechtsanwalt, der einen Holocaust-Leugner verteidigt hat, saß bei der Verhandlung im Publikum und tauschte sich in mehreren Verhandlungspausen immer wieder mit dem Angeklagten aus.

Als offiziellen Verteidiger hatte der 21-Jährige Frank Miksch bestellt. Der ehemalige Aktivist der NPD-Jugendorganisation Junge Nationale gilt auch als Szene-Anwalt des rechten Spektrums und ist ebenfalls Mitglied der Burschenschaft "Frankonia".

Waffen waren funktionsfähig

Das Amtsgericht Erlangen hatte den 21-Jährigen am vergangenen Mittwoch wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Verstößen gegen das Waffenrecht zu einer Haftstrafe von einem Jahr verurteilt. Ausgesetzt ist die Strafe zur Bewährung.

Der junge Mann hatte auf seinem Instagram-Kanal mit rund 3500 Abonnenten Bilder von Gegenständen aus der NS-Zeit gezeigt, auf denen unter anderem Hakenkreuze, SS-Runen und -Totenköpfe zu erkennen waren.

Sachverständiger vor Gericht

Bei Hausdurchsuchungen fand die Polizei mehrere, teils stark verrostete Teile von Waffen sowie ein funktionsfähiges Fallmesser. Ein Sachverständiger legte vor Gericht dar, dass eine Pistole und ein Gewehr aus dem Bestand mit einigem Aufwand wieder schussfähig zu machen waren. Der Angeklagte hatte angegeben, sie nur zu Dekorationszwecken genutzt zu haben.

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