Wohnen im Jaminpark in Erlangen wird teurer

6.8.2019, 18:00 Uhr
Im Jaminpark wird weiter gebaut. Ob die Mieten nach Fertigstellung sozialverträglich sind, wird sich noch zeigen.

Im Jaminpark wird weiter gebaut. Ob die Mieten nach Fertigstellung sozialverträglich sind, wird sich noch zeigen. © Foto: André De Geare

Auch ein neuer Spielplatz mit einem Kletter-Drachen aus Holz wurde an diesem Nachmittag offiziell eingeweiht. Der Spielplatz in der Mitte des Quartiers, zwischen der Wehneltstraße und der Hans-Geiger-Straße, ist einer von vier neuen Spielplätzen, die entstehen sollen. 

Die Quartiersentwicklung im Jaminpark schreitet voran. Bis zum Jahr 2023 will die Dawonia zwischen der Stintzing-, Nürnberger- und Paul-Gossen-Straße rund 650 neue Wohnungen bauen. 420 Wohnungen werden energetisch saniert, von der Außendämmung bis hin zu dreifach verglasten Fenstern. Auch neue Elektrik wird eingebaut. Ausgenommen von den Sanierungsmaßnahmen sind einzig die Häuser in der Aufseßstraße.

Baubeginn war im Juli 2017, der erste Bauabschnitt wurde 2018 fertiggestellt, der zweite Bauabschnitt wird Ende dieses Jahr und der dritte Bauabschnitt Ende 2020 fertiggestellt werden. Die Bauabschnitte vier und fünf werden Anfang 2022 vollendet, der sechste Bauabschnitt ist für 2023 geplant, teilt das Unternehmen auf EN-Anfrage hin mit.  Die Wohnungen werden nicht verkauft, sondern auch künftig ausschließlich vermietet.

25 Prozent der neuen Wohnungen sind einkommensorientiert geförderte sogenannte EOF-Wohnungen. Dies entspricht in etwa der Zahl der Wohnungen, die das Unternehmen im Zug der Quartiersentwicklung abreißt. Das wiederum sind 150 Wohnungen. Der Abbruch läuft zurzeit noch.

Die Bewohner würden, so lässt das Unternehmen wissen, bei Wohnungsabriss oder -modernisierungen generell von Anfang an in die Planungen eingebunden, so auch in Erlangen. In gemeinsamen Gesprächen würden Lösungen für die Mieter der Bestandswohnungen gefunden. Das Dawonia-Mieterdialog- Team unterstütze aktiv alle Mieter, um für die individuellen Belange eine Lösung zu finden.

Kein Mieter müsse ausziehen, weil er sich eine Modernisierung nicht leisten kann. "Die Unterstützung bei sozialen Härtefällen und die Regelung von besonderen Mieteranliegen liegen uns besonders am Herzen", teilt Dawonia mit.

Gleichwohl: Die energetische Sanierung und Modernisierung der Bestandswohnungen hat — wenig überraschend — eine Mieterhöhung

zur Folge. "Die tatsächliche Festlegung der Mieterhöhungen wird erst nach Abschluss der Maßnahmen erfolgen", heißt es bei dem Unternehmen. Von Mieterseite ist zu erfahren, dass die angekündigte Erhöhung zwischen 0,60 und 4,10 Euro pro Quadratmeter betrage. Die bisherigen preiswerten Mieten könnten damit von zirka sieben Euro pro Quadratmeter auf zehn bis elf Euro pro Quadratmeter erhöht werden.

Dawonia teilt mit, dass bei den neu gebauten Wohnungen die durchschnittliche Nettomiete 13 bis 13,50 Euro pro Quadratmeter betragen wird. Bei den EOF-Wohnungen richte sich die Miete nach dem Bewilligungsbescheid, der Wert liege bei 9,80 Euro pro Quadratmeter.

Wie sozialverträglich sind diese Mietpreiserhöhungen? Innerhalb des letzten Dreivierteljahres gab es zu diesem Thema Gespräche von Dawonia, der Stadt und dem Nürnberger sowie dem Erlanger Mieterinnen- und Mieterverein. Eine pauschale Vereinbarung habe nicht erzielt werden können, auch wenn dies das Ziel der
Mietervertreter gewesen sei, sagt Wolfgang Winkler, Vorstand des Erlanger Mieterinnen- und Mietervereins.

Ganz so eitel Sonnenschein, wie man nach der Pressemitteilung des Wohnungsunternehmens glauben könnte, ist indes nicht alles. Erste Klagen von Mietern gegen Dawonia gibt es bereits. Geklagt wird unter anderem auf Mietminderung wegen des Baustellenlärms.

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