"ZeroHero": Erlangen bekommt ersten Unverpackt-Laden

5.6.2019, 10:12 Uhr
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Er eröffnete den "ZeroHero" in Nürnberg: Thomas Linhardt (rechts) und Arhur König sind auch die treibenden Kräfte hinter dem Erlanger Unverpackt-Laden. © Roland Fengler

Das, was die Verantwortlichen vorhaben, beschreiben sie mit dem Hashtag #unverpacktrevolution: Läden, die auf Plastik verzichten, schießen in ganz Deutschland aus dem Boden. In Nürnberg läuft das Konzept erfolgreich unter dem Namen "ZeroHero". In Gostenhof können sich Kunden seit gut eineinhalb Jahren selbst Reis und Nudeln aus großen Tonnen zapfen - und sie in mitgebrachte Behälter abfüllen. Kein Müll, kein schlechtes Gewissen. 

Jetzt kündigen die Betreiber des Nürnberger Unverpackt-Ladens an, dass schon im Sommer auch in Erlangen eine Filiale eröffnen soll. "Das Konzept ist dasselbe", sagt Thomas Linhardt, der den "ZeroHero" in Nürnberg gemeinsam mit Geschäftspartner Arthur König führt. "Nur alles soll etwas größer werden." Neben der Verkaufsfläche soll es ein kleines Café geben, in dem Getränke und Tagesgerichte angeboten werden. 

In Erlangen wohl 160 Quadratmeter Ladenfläche

Entstehen soll der Laden in der Erlanger Hauptstraße, unweit des Martin-Luther-Platzes. "Die Lage ist super und die Größe ist perfekt für uns", sagt Linhardt. Seit Monaten habe man mit den Vermietern des Gebäudes verhandelt, in dem vorher eine Bank war. Der Laden soll rund zweieinhalb Mal so groß werden wie der in Nürnberg. "Statt Fünf-Liter-Behälter werden wir künftig auf zehn setzen, auch die Schütten werden größer", sagt Linhardt, der von rund 160 Quadratmetern Ladenfläche spricht. "Wir haben in Gostenhof die Erfahrung gemacht, dass das ständige Auffüllen unpraktisch ist. Das macht viel Arbeit" 


Absolut Müllfrei: Gostenhofs Unverpackt-Laden im Test


Wann genau der Erlanger "ZeroHero" eröffnet, ist derzeit noch unklar. Sicher ist nur, dass es im Sommer soweit sein wird. "Es kann etwas länger, etwas kürzer dauern", sagt Linhardt. "So genau können wir das nicht sagen." 

Deutsche produzieren Tausende Tonnen Plastikmüll

Nachfrage besteht, das zeigen Umfragen - und auch die Notwendigkeit. Weit über 200 Kilogramm Verpackungsmüll produziert jeder Deutsche. Jahr für Jahr. Damit ist die Bundesrepublik einsamer Spitzenreiter im europaweiten Vergleich. Genau das will die sogenannte "ZeroWaste"-Bewegung ändern, unter anderem mit Unverpackt-Läden, aber auch mit Seminaren und Aufklärung.

 

"Uns war klar, dass wir uns mit dem Laden in Nürnberg nicht ausruhen wollen", sagt "ZeroHero"-Betreiber Thomas Linhardt. "Wir wollen generell das verpackungsfreie Einkaufen nach vorne bringen." Dabei sei es durchaus auch denkbar, weitere Filialen in Franken zu eröffnen - auch wenn es noch keine konkreten Pläne gibt. Immer wieder fordern Kunden weitere Läden, sagt Linhardt. "Geht es nach ihnen, dann könnte überall ein Laden stehen. Mal sehen, was kommt."  

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