Donnerstag, 29.10.2020

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100 Tage im Amt: Kunreuths Bürgermeister Ernst Strian zieht Bilanz

Viel Wert auf Nachhaltigkeit legen - "Man muss auch begründen, warum man etwas ändern will" - 28.08.2020 16:07 Uhr

„Die 100 Tage sind schnell vergangen, da es ein gefülltes Programm war“, bestätigt Ernst Strian. Einen Einblick in das Amt des Bürgermeisters hatte er bereits in der vergangenen Legislaturperiode als er noch der Stellvertreter war.

© Foto: Petra Malbrich


Bürgermeister Ernst Strian (Liste Demokratie) liebt seine Gemeinde. Nicht nur die Landschaft, die er genau beschreibt, sondern vor allem die Menschen, die diese Landschaft prägen, die hier leben und diesen Ort zu einer lebenswerten Gemeinde machen. Für diese Menschen hat er sich während der vergangenen drei Perioden als Gemeinderat und zuletzt als zweiter Bürgermeister eingesetzt.

Für die Bürger hat er weiterhin ein Ohr und für diese Menschen will er die Gemeinde auch als Bürgermeister weiter entwickeln. Aber nicht nur einfach um der Veränderung willen, sondern nur dort, wo es Sinn macht und nachhaltig ist, betont er. Nachhaltigkeit hat für Ernst Strian viele Bedeutungen. "Hat die nächste Generation auch etwas davon? Kann mit wenig Aufwand viel erreicht werden und ist es auch bezüglich der Kosten nachhaltig?", nennt Strian Beispiele dafür, warum er zuerst analysiert, wenn er ein Problem erkannt hat.

Das ist seine Stärke. "Meine Frau sagt, ich kann Kümmel spalten", verrät Strian und fügt dann an, warum es ohne diese sachliche Analyse einfach nicht geht. "Man muss auch begründen, warum man etwas ändern will", ist er überzeugt. Bisher wird jedoch nur umgesetzt. Beschlüsse, die bereits gefasst wurden und nun Realität annehmen. Neben der Kanalsanierung und der Tagespflege, die bereits in Planung ist, stehen derzeit genügend Bautätigkeiten an, vor allem mit Schwerpunkt in Weingarts. Da ist der Bau des Feuerwehrhauses oder ein Baugebiet, das gerade erschlossen wird. Die Ortsverbindungsstraße von Kunreuth nach Ermreus wird angegangen, was ebenfalls im alten Gremium bereits auf den Weg gebracht wurde.

"Die 100 Tage sind schnell vergangen, da es ein gefülltes Programm war", bestätigt Strian. Einen Einblick in das Amt des Bürgermeisters hatte er bereits in der vergangenen Legislaturperiode als dessen Stellvertreter. Corona hat ihm den Einstieg etwas erleichtert, arbeitete der Gemeindechef deshalb in den vergangenen Wochen im Homeoffice. So konnte Strian schnell dort vor Ort sein, wo er gebraucht wurde. "Viele Termine sind tagsüber, da die Behörden eben tagsüber arbeiten", erklärt Strian, warum er von vornherein geplant hatte, seinen Beruf als Werkstoff-Ingenieur an den Nagel zu hängen, wenn er zum Bürgermeister gewählt wird. "Man kann das Bürgermeisteramt und den Beruf nicht verquicken", findet Strian, der deshalb nur noch bis 31. Oktober für Schäffler arbeiten wird.

Obwohl Ernst Strians Großvater bereits Bürgermeister der Gemeinde, dann stellvertretender Landrat und von 1951 bis 1964 schließlich Landrat war, hat ihn das kommunalpolitisch nicht geprägt. Zu der Zeit war er ein vierjähriger Junge. "Jemand kam in der Früh und hat den Opa abgeholt", erinnert sich Strian. Es war schließlich Helmut Ulm, der Vater des jetzigen Landrats, der Strian überredete, sich auf die Gemeinderatsliste setzen zu lassen.

Wie sehr Ernst Strian die Kommunalpolitik dann doch im Blut liegt, zeigt sein langjähriges Engagement. Vor wenigen Monaten wurde ein "ich probiere es" draus. Die Mehrheit der Bürger wollte Ernst Strian im Amt und so leitet der 59-Jährige seit Mai die Gemeinde. Zunächst will er die angefangenen Projekte abschließen und die Herbstzeit dann nutzen, um die Anforderungen anzugehen, die im Sommer nicht bearbeitbar waren. Eine Liste mit den Projekten hat Ernst Strian bereits.

Viel Zeit und Arbeit brauche es auch, um Informationen wieder gerade zu biegen. Das sei der Fluch der neuen Medien, mit denen sich Informationen in Windeseile verbreiten, aber mit Ergebnissen wie bei einer Flüsterpost enden. Etwas lauter geht es dann bei seinen Hobbys zu: Wenn er A-Capella bei TroubaDur singt, die Posaune bläst oder sich gerne mal aufs Motorrad setzt. Aber erst nach getaner Arbeit. Mit dem neuen Gremium will Ernst Strian jetzt die Gemeinde weiter entwickeln. "Wichtig ist eine gute Infrastruktur und diese weiter auszubauen. Dass es in der Gemeinde gut funktioniert, hat Corona gezeigt", freut sich der Bürgermeister. Und das soll auch so bleiben.

PETRA MALBRICH

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