50 bis 70 Personen: Polizei prüfte möglichen Corona-Verstoß in Forchheim

22.4.2021, 13:19 Uhr
Die Apothekenstraße in Forchheim gestern Mittag: „An diesem Samstag, 10. April, war es voll, wie es oft der Fall ist“, schildert Kathrin Grüner, Inhaberin des Restaurants Lübbis. Bei der Polizeikontrolle waren einige verärgert über die Beamten.

Die Apothekenstraße in Forchheim gestern Mittag: „An diesem Samstag, 10. April, war es voll, wie es oft der Fall ist“, schildert Kathrin Grüner, Inhaberin des Restaurants Lübbis. Bei der Polizeikontrolle waren einige verärgert über die Beamten. © Foto: Ulrich Graser

Am Samstag, 10. April, fand eine Polizeikontrolle in der Apothekenstraße statt – auf die es offenbar unterschiedliche Reaktionen in Forchheim gab.

Im Haupt-, Personal- und Kulturausschuss des Forchheimer Stadtrates sprach Tino Reichardt (FDP) an, er habe davon gehört, dass "eine Gastronomie mit To-Go-Angeboten kontrolliert wurde und die Polizei dabei martialisch aufgetreten sei". Die Stadträte Josua Flierl (CSU) und Manfred Hümmer (FW) merkten jedoch gleich an, dass man vorsichtig sein sollte, Vorwürfe zu äußern, ohne dabei gewesen zu sein und es zur Kontrolle wohl unterschiedliche Wahrnehmungen gegeben habe.

50 bis 70 Personen

Was war geschehen? "Wir haben einen Hinweis erhalten, dass sich 20 Personen, die Getränke beziehen, ohne Abstand in der Apothekenstraße aufhalten würden. Da ist es unsere Pflicht, dem Hinweis nachzugehen", schildert Jochen Prinzkosky, Leiter der Polizeiinspektion Forchheim auf NN-Nachfrage.

Eine erste Streife stellte "50 bis 70 Personen im Bereich Apothekenstraße fest". Bierflaschen seien herumgestanden und die Personen hätten den Eindruck erweckt, dass sie schon länger verweilten, sagt der Beamte. "Aufgrund der großen Personenzahl wurde weitere Unterstützung angefordert, um den Sachverhalt aufzuklären und zu prüfen, ob alles coronakonform ablief und Abstände eingehalten wurden", sagt er. Acht Beamte seien dem vor Ort nachgegangen.

Personalien aufgenommen

"Für uns ist es da ganz normal, mit den Bürgern als Zeugen zu sprechen und ihre Personalien zur Dokumentation aufzunehmen", sagt er. Doch einige hätten mit Unverständnis reagiert und ihren Unmut geäußert. "Das war keine Schikane, sondern eine ganz normale Kontrolle", betont er. Der Betreiberin der Gastronomie mache man keinen Vorwurf.

"Es war viel los in der Apothekenstraße an diesem Samstag, wie es oft der Fall ist", sagt Kathrin Grüner, Inhaberin des Restaurant Lübbis. Die Eisdielen waren geöffnet, es seien einige Passanten unterwegs gewesen. "Die Polizei hat überprüft, ob ich mich an alle Auflagen halte, was der Fall war, und ist dann wieder gegangen. Das war völlig in Ordnung", sagt die Gastronomin. Sie sei danach wieder in der Küche gewesen.

"In Corona-Zeiten müssen wir im Blick behalten, wenn sich 50 bis 70 Personen in einer Umgebung aufhalten", betont Prinzkosky. Die Polizei müsse bei Verstößen konsequent einschreiten, es konnten aber vor Ort keine festgestellt werden. Dementsprechend werden auch keine Anzeigen erfolgen.

Die Polizei habe gemerkt: "Viele Leute haben inzwischen weniger Akzeptanz gegenüber den Corona-Maßnahmen und sind auch mal auf Krawall gebürstet." Er hofft: "Wenn wir alle ein bisschen die Ruhe bewahren, ist das Licht am Ende des Tunnels nahe."