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Alles neu in Walkersbrunn und Kasberg

Landschaftsplaner sehen viel Potenzial - Bürger mit ins Boot geholt - 11.09.2019 06:00 Uhr

Einen Treffpunkt für die Gemeinschaft wünscht sich die Stadtplanerin für Kasberg. Das Dorfgemeinschaftshaus sei „die nächsten Jahrzehnte nicht überlebensfähig“. © Foto: Roland Huber


Bereits im vergangenen Jahr fand deswegen ein Startseminar für die geplanten Dorferneuerungsverfahren in Klosterlangheim, einem Stadteil von Lichtenfels, statt, wo die Vorstellungen der Bürger für die Zukunft ihrer Orte zusammengetragen wurden. Es wurden Arbeitskreise gebildet, die die Ortsräumliche Planung sowie die Grünordnungs- und Dorfökologie genauer unter die Lupe nahmen.

In zwei dicken Aktenordnern sind die gesammelten Werke der Vorbereitungsplanung abgeheftet, die das Hassfurter Büro Baur Consult zusammen mit Pius Schmelzer vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken nun den Stadträten in der aktuellen Sitzung präsentierten.

Die Bilder, die Claudia Roschlau dabei an die Wand des Historischen Rathaussaales beamt, sprechen eine deutliche Sprache und auch die Diplom-Geographin nimmt in ihrer Stärken-Schwächen-Analyse der beiden Orte kein Blatt vor den Mund:

Dorfplatz, Dorfgemeinschaftshaus, Lindenplatz und Wanderparkplatz in Kasberg hat man sich genauer angesehen und "Potenziale erstellt". Das Dorfgemeinschaftshaus sei, "in der Qualität die nächsten Jahrzehnte nicht überlebensfähig", bilanziert Roschlau. Hier könne man sich durchaus "qualitätsvollere Nutzungsmöglichkeiten" durch eine Sanierung beziehungsweise eine Neugestaltung des Dorfplatzes vorstellen.

Der Wanderparkplatz unweit der Kasberger Linde sei "oftmals überfrequentiert", hier sollte man, so die Fachfrau "über einen Ausbau nachdenken". Ein paar Sitzmöglichkeiten und eine Info-Tafel, die Touristen leiten könne, wären wünschenswert.

In der Dorfstruktur gelte es "bauliche Missstände zu beheben", um damit "die Attraktivität zu steigern". In puncto Nahversorgung könnte sich Roschlau auch einen "mobilen Marktplatz" vorstellen. In puncto Dorfökologie wurde das Kasberger Landschaftsbild bewertet: Hier gelte es die Linde am Wanderparkplatz "als Naturdenkmal zu erhalten", "monotone Ackerflächen durch Blühstreifen aufzulockern" und den Entwässerungsgraben, der sich durch Kasberg schlängelt, "mit einer Aufwertung der Krautflur aufzuhübschen".

Auch in Walkersbrunn gibt es Verbesserungspotential: "Die Gehwegstrukturen sind hier nur rural vorhanden", hat Roschlau festgestellt. Wobei "ein Rundgang durch den Ort nicht möglich" war, weil Gehwege abrupt im Nichts enden. Die Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur müsste deswegen ganz weit oben auf der To-Do-Liste stehen, findet Roschlau, ebenso wie die Nahversorgung und auch der Ausbau des Tourismus.

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Die Gräfenberger Stadträte haben die Dorferneuerung für Walkersbrunn und Kasberg auf den Weg gebracht. Fachleute sehen viel Potenzial in den beiden Orten, die Bürger sollen dabei ihre Vorschläge einbringen.


Ein zentraler Treffpunkt für die Walkersbrunner sei überdies wünschenswert. Momentan treffe man sich im Ort am Brunnen, am Gasthaus oder auch am Feuerwehrstadl, der "in seiner Ausstattung Jahrzehnte hinterher hinkt".

"Moderne Orientierungs-Leitsysteme wären schön", findet die Geographin, dazu gehöre auch, die Wanderwege und das Wanderwegenetz auszubauen, die Sichtachsen auf Kirche und Ortschaft zu erhalten, Blühstreifen und Heckenstrukturen neu anzulegen. Auch ein naturnaher Wasserspielplatz sei durchaus zu begrüßen.

Der Zeitplan für die weitere Vorgehensweise ist dabei durchaus sportlich: Bereits am kommenden Freitag, 13. September, wird die Vorbereitungsplanung im Mitteilungsblatt bekannt gemacht. Die Unterlagen liegen dann vier Wochen lang, vom 20. September bis 22 Oktober, bei der Verwaltungsgemeinschaft Gräfenberg auf und können auch online über die Homepage der Stadt Gräfenberg abgerufen werden.

Parallel dazu sind die Dorfgemeinschaften aufgefordert, ihre Maßnahmen in einer Priorisierung vorzustellen. Daraus entsteht dann ein ganz konkreter Maßnahmenplan, der anschließend dem Stadtrat vorgestellt wird.

Dieser Maßnahmenplan ist dann Grundlage für das Amt für Ländliche Entwicklung, den Finanz- und Personalbedarf sowie den Zeitaufwand für die beiden Dorferneuerungsprojekte festzuzurren. Mit den Stadtratsbeschlüssen ist im ersten Quartal 2020 zu rechnen, die Maßnahmen sollten dann innerhalb von sechs Jahren umgesetzt werden. 

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