Samstag, 16.11.2019

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Altersarmut: Zahl im Landkreis Forchheim steigt stetig

Innerhalb von zehn Jahren ein Anstieg um fast 30 Prozent - 21.10.2019 14:00 Uhr

Knapp 18 Prozent der Rentner in Deutschland gelten als arm oder armutsgefährdet. Oft führen Schicksalsschläge in eine Abwärtsspirale, die sich kaum mehr stoppen lässt. © Foto: imago/Udo Gottschalk


Das hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in einer Presseerklärung mitgeteilt. Gab es im Landkreis 2008 noch 502 Bezieher von Grundsicherung im Alter oder bei Erwerbsminderung, so waren es im vergangenen Jahr bereits 648. Die NGG beruft sich hierbei auf Angaben des Statistischen Landesamtes. Danach erhielten in ganz Bayern zuletzt rund 125 000 Rentnerinnen und Rentner Grundsicherung – 43 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

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Im Sommer haben die NN in einem ausführlichen Artikel vier Schicksale von Betroffenen geschildert.

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Michael Grundl, Geschäftsführer der NGG-Region Oberfranken, sieht den Trend mit Sorge – und fordert die schnelle Einführung der Grundrente, die für ihn diesen Trend stoppen könne.

"Die amtlichen Zahlen zeigen nur die Spitze des Eisbergs. Denn sehr viele Menschen, die wegen Mini-Renten eigentlich einen Anspruch auf die Grundsicherung haben, schrecken aus Scham vor einem Antrag zurück", sagt Grundl.

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Altersarmut: Die Anton-Landgraf-Stiftung will Senioren in Not unbürokratisch und anonym helfen.

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Eine entscheidende Ursache für dürftige Renten seien niedrige Einkommen. Auch wer Jahrzehnte in einer Bäckerei oder einem Restaurant gearbeitet habe, lande im Alter oft unter der Armutsschwelle. Das liege auch an der Praxis vieler Unternehmen, aus Tarifverträgen auszusteigen und so die Löhne zu drücken. Hinzu komme der Trend zu Teilzeit und Minijobs.

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