Fazit der Beamten

Annafest-Bilanz 2022: Polizei meldet weniger Einsätze, aber mehr Straftaten

2.8.2022, 13:20 Uhr
Am Tag nach dem Annafest wird im Kellerwald wieder aufgeräumt.

© Philipp Rothenbacher Am Tag nach dem Annafest wird im Kellerwald wieder aufgeräumt.

Im Vergleich zum letzten Fest 2019 verzeichnet die Einsatzstatistik mit knapp 100 zwar etwas weniger Polizeieinsätze, die Anzahl der Straftaten stieg aber dennoch leicht an. „Trotzdem darf man nach dreijähriger Annafest-Pause wieder von einem in weiten Teilen friedlichen und geselligen Festverlauf sprechen“, so die Polizei.

„Das von der Stadt mit der Polizei erarbeitete Verkehrskonzept ging auf“, heißt es in der Bilanz der Polizeiinspektion. Bis auf „ganz wenige Ausnahmen“ seien die Besucher den von der Stadt angebrachten Wegweisern gefolgt. Dass es im Bereich der Hain-und Hainbrunnenstraße zu kurzfristigen Stauungen kam, habe man einkalkuliert. Insgesamt kam es beim Fußgänger-, Rad- und Fahrzeugverkehr aber kaum zu Behinderungen.

Ein Blick in die vorläufige Fest-Statistik (denn eventuell gehen im Nachgang noch Strafanzeigen bei der Polizei ein) zeigt in vielen Bereichen eine leichte Zunahme an Delikten. So waren 2022 im Vergleich zu 2019 mehr gefährliche und vorsätzliche Körperverletzungen, mehr Beleidigungen, mehr Widerstandshandlungen und mehr Trunkenheitsfahrten zu verzeichnen. Die Anzahl der Diebstähle und Sachbeschädigungen war rückläufig.

Die Zahlen 2022 und 2019

  • Gefährliche Körperverletzung: 4 (2019: 3)
  • Körperverletzungen: 20 (15)
  • Widerstandshandlungen: 4 (1)
  • Diebstähle: 4 (7)
  • Beleidigungen: 13 (6)
  • Sachbeschädigungen: 9 (16)
  • Trunkenheitsfahrten: 9 (2)
  • Gewahrsamnahmen: 9 (4)

So brutal wie 2019, als ein 37-Jähriger gleich am ersten Annafestabend seinen Maßkrug auf dem Kopf seines Kontrahenten zertrümmerte, ging es 2022 aber nicht zu.

Leider waren jedoch auch 2022 etliche Körperverletzungsdelikte zu verzeichnen: Eine 18-jährige Forchheimerin schlug ihrem Ex-Freund aus Eifersucht einen Maßkrug gegen das Gesicht, so dass dieser einen Schneidezahn verlor. Ein anderer Beschuldigter warf seinem Kontrahenten erst einen Stehtisch entgegen, schlug ihm dann mit der Faust ins Gesicht und zerriss ihm das T-Shirt. Nachdem er auch noch versuchte, die Polizisten anzugreifen, landete er mit fast zwei Promille im Gewahrsam.


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Ein 54-Jähriger aus Höchstadt setzte bei einer körperlichen Auseinandersetzung eine Zange ein und bei einer weiteren Körperverletzung war ein betrunkener Festbesucher laut eigenen Angaben von drei Unbekannten zusammengeschlagen worden. „Die hohe Anzahl an vorsätzlichen Körperverletzungen trübt das sonst eher positive Bild“, bilanziert die Polizei. In acht Fällen waren Polizistinnen und Polizisten Opfer übelster Beschimpfungen und Beleidigungen.

Auffällig in der 2022er Bilanz ist auch der deutliche Anstieg betrunkener Verkehrsteilnehmer. Hier waren es vor allem die Radfahrer, die durch übermäßigen Alkoholgenuss aufgefallen sind. Polizei und Sicherheitsdienst, die wie schon 2019 zusammengearbeitet haben, hatten die Lage allerdings stets im Griff und sorgten für einen weitgehend reibungslosen und friedlichen Festverlauf. Am Forchheimer Bahnhof sorgte indes die Bundespolizei aus Nürnberg dafür, dass alles in geordneten Bahnen ablief.

Hohe Gewaltbereitschaft

Insgesamt betrachtet seien Aggressionspotential und Gewaltbereitschaft einiger weniger Festbesucher „wieder erschreckend hoch“ gewesen. Dabei musste – genau wie 2019 auch – festgestellt werden, dass bei den Gewalt- und Beleidigungsdelikten oftmals hohe Promillewerte bei den Tätern im Spiel gewesen sind. „Den allermeisten der vielen Tausend Festbesucher kann man eine gesellige und friedliche Grundstimmung attestieren“, so die Polizei.

Letztendlich sei das Zusammenwirken aller am Fest beteiligten Organisationen und das Engagement ihrer Mitarbeiter erneut Garant dafür gewesen, dass die Besucher dieses schöne Fest genießen konnten.

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